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60 Jahre Radio Bremen

22. Dezember 2005

60 Jahre Radio Bremen
Schätze aus dem Archiv in Hörfunk, Fernsehen und Online

Bereits kurz nach der Stunde Null, im Sommer 1945, gab es Überlegungen, die intakten technischen Einrichtungen des Rundfunks, der mit der Eröffnung des Senders Bremen 1924 als Außenstelle der Norddeutschen Rundfunk AG (NORAG) begann, wieder in Betrieb zu nehmen. Der Präsident des Senats, Bürgermeister Wilhelm Kaisen, verhandelte mit den Amerikanern. Die hatten sich für ihre Truppen in Süddeutschland mit Bremen und Bremerhaven Nachschubhäfen gesichert und gaben in der Enklave innerhalb der britischen Besatzungszone den Ton an. Im Herbst 1945 beschlagnahmten die US-Streitkräfte eine Villa in der Schwachhauser Heerstraße 363 und richteten dort einen Sender der Militärregierung ein. Er bekam den Namen Radio Bremen.
Das deutsche Personal begann, sich unter dem in Hamburg geborenen amerikanischen Offizier Edward E. Harriman auf Rundfunk einzurichten. Am 23. Dezember 1945 war es soweit. Radio Bremen sendet auf 1429 kHz. Sonntag, 15.00 Uhr, Sonderübertragung der Weihnachtsfeier auf dem Marktplatz in Bremen. Am Abend offizieller Beginn. Zunächst zwei Stunden täglich, 19.00 bis 21.00 Uhr. Ein Programm aus der Not geboren. Bunte Musik, Rundschau aus dem Unterwesergebiet und Radio Bremen sagt: "Danke schön". Der Dank galt den Bremern, die Schallplatten in die Funkvilla Schwachhauser Heerstraße brachten, damit ihr Radio richtig in Schwung kommt.
Aller Anfang ist schwer. Aber Schritt für Schritt geht es voran mit dem kleinen Radio Bremen. Die aktuellen Meldungen unter dem Titel "Die gesprochene Zeitung" (der Weser-Kurier erscheint wegen Papiermangels noch nicht täglich) werden zu regelmäßigen Nachrichten. Nachdem die Sendezeiten erweitert werden konnten, erklingt erstmals Jazz, es gibt den Blick über´n Gartenzaun sowie Reportagen des Sportfunks und vom Geschehen in Bremen und umzu wird mehr und mehr berichtet. Bereits 1946 wird der Kaufmann Walter Geerdes erster Deutscher Intendant. An seiner Seite wirkt Sendeleiter Hans-Günter Oesterreich neben vielen anderen, die sich in den frühen Jahren bei Radio Bremen einen Namen gemacht haben.
An Einfällen herrscht kein Mangel. Das Programm wird Stunde um Stunde erweitert. Bereits 1947 erklingt das erste Hafenkonzert nach dem Kriege. Ein Jahr später wird die Außenstelle Bremerhaven eingerichtet. Auch der Schulfunk beginnt. Und weil das Geld von Anfang an knapp ist, wird Werbung gesendet. Die Bremische Bürgerschaft verabschiedet am 22. November 1948 einstimmig das Gesetz über die Errichtung und die Aufgaben einer Anstalt öffentlichen Rechts Radio Bremen. Die Übergabe in deutsche Verwaltung erfolgt im April des nächsten Jahres. 1950 wird in Bremen von den Intendanten die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands ARD gegründet. Sie hat heute noch als Verbund des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Bestand.

Anlässlich des 60. Geburtstages von Radio Bremen haben die Programmredaktionen von Hörfunk, Fernsehen und Online Sondersendungen vorbereitet, die den Beginn des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Bremen illustrieren.

Bremen Eins wird am Freitag, dem 23. Dezember, mit der Reihe "60 Jahre Radio Bremen: Perlen der Rundfunkgeschichte" beginnen, und dann bis weit ins kommende Jahr wöchentlich fortsetzen. Diese Serie wird mit ausgesuchten Reportagen aus den vergangenen 60 Jahren, mit Interviews, Collagen und zusammenfassenden Beiträgen die Rundfunkgeschichte erzählen. Die ersten Beiträge reichen von Reportagen über eine Schwarzmarktrazzia auf dem Bremer Hauptbahnhof (Reporter: Paul-Dieter Kümper), den Besuch von Heinz Rühmann in den Borgward-Werken ("Na, ne Nähmaschine werd' ich hier sicher nicht kaufen wollen"), begleitet von Irmgard Bachmann, bis zu einem Interview des Radio Bremen-Reporters Georg-Stefan Troller mit dem Männertraum der 50er Jahre, Jane Russel.
Die Archivschätze werden montags, dienstags und mittwochs, jeweils im Frühprogramm gesendet. Am Wochenende werden die Beiträge wiederholt.

Das Nordwestradio wird den Geburtstag von Radio Bremen ein ganzes Jahr lang feiern - mit Highlights aus dem Archiv. Echte Leckerbissen gibt es am Heiligabend, ab 18 Uhr volle vier Stunden lang in Michael Augustins und Walter Webers weihnachtlichem Rückblick auf sechs Jahrzehnte Radio Bremen: "Alle Jahre wieder". Zudem sendet das Nordwestradio ausgewählte Lesestücke. Am Mittwoch, 28.12., und Donnerstag, 29.12., liest Hilde Domin "Von einem Engel, einem Licht und dem Wind", am Freitag, 30.12., gibt es E.T.A. Hoffmanns "Abenteuer der Sylvesternacht", gelesen von Günter Strack. Das neue Jahr beginnt mit echten Raritäten. Am Sonntag, 1. Januar 2006, sendet das Nordwestradio von 9.05-10.00 Uhr Walter Webers Feature "Bremer Revue 1946" - Ein Nachkriegsjahr im Radio - mit echten historischen Raritäten. In anderen Funkhäusern sind Tondokumente aus dem Jahr 1946 kaum noch vorhanden.
Nach den Weihnachtsfeiertagen startet im Frühprogramm eine zehnteilige Reportage-Reihe aus dem ersten Radio Bremen-Jahr.

Bremen Vier wird am Freitag, 23.12. den ganzen Tag über Geburtstag feiern. In allen Sendungen wird es Reportage-Ausschnitte aus 60 Jah-ren Radio Bremen geben. Dazu werden Jens-Uwe Krause, der Dünne aus der Morning-Show "Der Dicke und der Dünne", und Peter Mack Radio Bremen ein Ständchen singen.

Das Funkhaus Europa übernimmt den Bremen Eins-Geburtstagsbeitrag vom 23.12., "Die ersten Jahre" von Anja Kwijas.

Im Fernsehen zeigt buten un binnen in seiner Sendung am Freitag, 23.12., um 19.30 Uhr, einen Zusammenschnitt der Filmaufnahmen über die Anfänge Radio Bremens. Am Dienstag, 27.12., gibt es dann ein buten un binnen-Extra um 19.30 Uhr mit historischen Aufnahmen aus der Gründerzeit des Radios.

Die Online-Redaktion hat programmbegleitend und jederzeit abrufbar Sonderseiten zum Radio Bremen-Geburtstag gestaltet. Texte und Fotos über die Anfänge der Landesrundfunkanstalt, Originaltöne aus der Gründungsphase und Zitate von Radiopersönlichkeiten, wie z.B. von Chris Howland, James Last oder den Comedian Harmonists lassen die Radiogeschichte lebendig werden.

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