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Pressemitteilungen: Fernsehen

Unter deutschen Dächern: Umzug ins Altersheim

Donnerstag, 23. August 2018, 23.30-00.00 Uhr, im NDR/RB-Fernsehen

10. Juli 2018

Ein Radio Bremen-Film von Anke Kültür 

Irgendwann kommt der Tag, an dem sich der Mensch eingestehen muss: Ich kann nicht mehr. Nicht mehr alleine laufen. Nicht mehr alleine zurechtkommen. Nicht mehr alleine leben. Die Kinder sind häufig berufsbedingt hunderte Kilometer vom elterlichen Haus weg. Und so wird der Umzug in ein Heim zur einzigen Option, um in Würde zu altern. Viele Senioren tun dies widerwillig, andere ganz bewusst. Wie verkraften sie ihren letzten Umzug? Kann man einen alten Baum – anders als im Sprichwort – verpflanzen, so dass er neue Wurzeln schlägt? 

Sechs Operationen hat Helga Holtkamp (80) überstehen müssen: Erst fiel sie vom Fahrrad und brach sich ein Bein, in der Reha gleich noch einmal, es folgten eine Knie-OP und ein gebrochenes Steißbein. Mühselig hat sie sich wieder aufgerappelt, wollte nur wieder nach Hause. Dort lebt sie seit ihrer Geburt. Doch ihr Mann Johann (88) erkennt: „Wir müssen ins Heim. Wir müssen uns damit abfinden.“ 

Die zweite Folge dieser Staffel „Unter deutschen Dächern“ begleitet die Holtkamps bei ihrem letzten Umzug. Sie verkaufen ihr Haus in Bremen-Horn, sortieren aus – Möbel, Kleidung, Erinnerungsstücke. In ihre neue Zwei- Zimmer-Wohnung im Heim passt nicht viel. Je näher der Umzugstermin rückt, desto trauriger wird Helga Holtkamp. Die eigenen vier Wände nach 80 Jahren hinter sich zu lassen, das ist nicht einfach. 

Die Brüder Hartwig und Hans-Jürgen Dehning haben diesen Schritt schon hinter sich. Der Herausforderung wollten sich die beiden aber nur gemeinsam stellen. Im Altersheim gründeten sie eine WG. Lange haben sich die beiden Lehrer dagegen gewehrt, ihre Häuser zu verlassen. Doch seit einem Jahr leben die beiden Ü-90er nun in ihrer WG. Der Ältere, Hans-Jürgen (93), hat deshalb sogar seine Ehefrau „verlassen“. Erna Dehning wohnt im Gang gegenüber, während ihr Mann mit seinem jüngeren Bruder Hartwig (92) ein 45 Quadratmeter großes Zimmer teilt.  

„Meine Beine haben mich im Stich gelassen. Sonst wäre ich noch länger zuhause geblieben.“ erklärt Hartwig Dehning. Sein Bruder Hans-Jürgen wollte ihn nicht im Stich lassen. Er zog mit ihm ins Heim. Die Brüder haben im hohen Alter die Kraft, ihre letzte Wohnsituation auf Erden voller Elan und Lebensfreude zu gestalten. Trotz Heim, trotz körperlicher Gebrechen. 

Der Film von Anke Kültür fragt: Welche individuellen Gründe und Ängste spielen bei diesem ganz besonderen Umzug mit? Gelingt die Eingewöhnung in das neue Heim, und wie arrangiert man sich mit den vielen gleichaltrigen, oft dementen Mitbewohnern, wenn man sich selbst noch als sehr fit wahrnimmt? „Umzug ins Altersheim“ zeigt die Emotionen des Auszuges, des Hinter-sich-Lassens, aber auch die Freude und Energie, die im neuen sozialen Umfeld entstehen können. Und fragt, welche Rolle die Endlichkeit des Lebens bei diesem Neuanfang spielt.

„Unter deutschen Dächern“ ist eine Produktion der Bremedia GmbH im Auftrag von Radio Bremen © 2018

Unter deutschen Dächern

Die dritte Staffel (drei Folgen) der Neuauflage der bekannten Radio Bremen-Doku­men­ta­tions­reihe, die das NDR/RB-Fernsehen zeigt, blickt wieder unter norddeutsche Dächer:

Montag, 20. August 2018, 23:15 Uhr
Unter deutschen Dächern: Die Abi-Prüfung
(Autorin Marianne Strauch)

Donnerstag, 23. August 2018, 23:30 Uhr
Unter deutschen Dächern: Umzug ins Altersheim
(Autorin Anke Kültür)

Montag, 27. August 2018, 23:15 Uhr
Unter deutschen Dächern: Mann oder Frau
(Autorin Susan Tratz)

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