Livestream

Serien Kurz und gut

Jetzt neu: butenunbinnen.de, alles wichtige aus der Region

Kurz und gut

Katholikentag 2018 Suche Frieden

Die Morgenandacht

5. Mai 2018, 5:55 Uhr

Regina Herkenhoff [Quelle: Katholischer Gemeindeverband in Bremen]
Regina Herkenhoff [Quelle: Katholischer Gemeindeverband in Bremen]

In der nächsten Woche werde ich den Katholikentag in Münster besuchen. Darauf hatte ich mich schon lange gefreut, zumal ich in den achtziger Jahren in Münster gewohnt und studiert habe. Der diesjährige Katholikentag steht unter dem Leitwort "Suche Frieden:“ Es passt zur Stadt Münster, in der – zusammen mit Osnabrück - 1648 der westfälische Friede ausgehandelt und verkündet worden ist.

Die "friedlichste aller Städte“ und ihre Menschen stehen noch unter dem Eindruck der Amokfahrt vom April, die Tod, Leid und Trauer in die Stadt gebracht hat.

Suche Frieden. Zu diesem Leitwort des Katholikentags schreiben die Veranstalter: "Von Beginn an sind Katholikentage mit dem Anspruch verbunden, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Katholiken wollten das, was sie sahen und erlebten, aber nicht nur aus sicherer Distanz kommentieren, sondern aus der Perspektive des Evangeliums heraus an der Suche nach Antworten und Lösungen für die damit verbundenen Herausforderungen mitmischen. Bis heute geschieht das auf jedem Katholikentag in aller Öffentlichkeit und unter reger Beteiligung der Öffentlichkeit.

Derzeit gibt es kein wichtigeres Thema im öffentlichen Diskurs über Religion als das Problem der Gewalt. Münster bietet sich hier wie keine andere Stadt an, eine Debatte zu führen, die um Lösungen ringt und Impulse für ein friedliches Miteinander geben kann.“ Soweit die Veranstalter.

Friede fällt nicht vom Himmel. Im Psalm 34, Vers 15 heißt es: "Meide das Böse und tu das Gute, suche Frieden und jage ihm nach.“

Jeder Mensch kann aktiv etwas für den Frieden tun. Das beginnt mit der Haltung einem anderen Menschen gegenüber. Wer einem anderem mit Respekt und Wohlwollen begegnet, kann ihm schwerlich bewusst Schaden zufügen. Frieden suchen, das heißt nicht, Auseinandersetzungen zu scheuen oder Konflikten auszuweichen. Wenn gegenseitiger Respekt und Wohlwollen an erster Stelle stehen, kann das ein Schritt zu friedlichen Lösungen sein.

Mit großer Sorge sehe ich die großen politischen Konflikte der Gegenwart. Zerbombte Städte in Syrien. Menschen auf der Flucht. Kinder, die als Soldaten missbraucht werden. Politiker, die ihren eigenen Leuten mögliche Hilfe verweigern. Staatspräsidenten, die nur ihre eigenen Interessen sehen, Grenzen überschreiten und Konflikte auf die Spitze treiben.

Wer sucht da nach Frieden?

Ich bin gespannt auf die Gespräche und Debatten auf dem Katholikentag. Und auf die Impulse für ein friedliches Miteinander, die davon - hoffentlich – ausgehen werden.

"Meide das Böse und tu das Gute, suche Frieden und jage ihm nach.“

Autorin: Regina Herkenhoff, Klinikseelsorgerin in Bremen

Mehr zur Beitragsreihe "Kurz und gut"