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Mare Radio

Seeweiber

7. Mai 2016, 16:05 Uhr

Um Frauen und echte Seeweiber geht es in der neuen Ausgabe von Mare-Radio. Eine akustische Reise auf der Suche nach dem ewig Weiblichen der Seefahrt.

Holz-Gallionsfigur der "Seute Deern" in Bremerhaven [Quelle: Landesamt für Denkmalpflege]
Holz-Gallionsfigur der "Seute Deern" in Bremerhaven [Quelle: Landesamt für Denkmalpflege]

"Eine Frau an Bord bringt Unglück" – davon waren seefahrende Männer jahrhundertelang überzeugt. Aber nicht alle Frauen ließen sich davon abschrecken: Manche kämpften auf Piratenschiffen, stachen als Forscherinnen in See oder lebten an Bord von Frachtsegelschiffen.

Katrin Krämer Moderatorin Nordwestradio [Quelle: Radio Bremen, Braño Tomanik]
Katrin Krämer [Quelle: Radio Bremen, Braño Tomanik]

Mittlerweile werden Frauen auch Kapitäninnen. In den Meeresmythen haben sie indes schon lange das Sagen: als Meeres-Göttinnen, Sirenen oder See-Dämoninnen zum Beispiel. Mare Radio spürt Frauen zur See und im Wasser auf und begibt sich dafür auf entlegene Inseln und in enge Kombüsen, auf große Containerschiffe und in kleine Boote.

Mare Radio Seeweiber: Playlist [PDF, 31 Kb]

Moderation: Katrin Krämer
Redaktion: Silke Behl, Kerstin Burlage
Musik: Harald Mönkedieck

Produktion Radio Bremen 2016

Mare Rätsel [Quelle: Radio Bremen, Walter Weber]

Mai 2016

Dem Gewinner des Mare-Rätsels winken attraktive Preise: ein Jahresabo des Mare-Heftes und Bücher aus dem Mare-Buchverlag.

Rätselfrage Mai 2016

Wie hieß die chinesische Piratenführerin, die im 19. Jahrhundert mit ihrer Dschunken-Flotte Chinas Meere unsicher gemacht hat?

Lösung bitte an folgende E-Mail-Adresse:
mare-radio@radiobremen.de

Lösung Rätsel April 2016

In der Aprilsendung ging es um "Rituale". Unsere Rätselfrage lautete: Womit wird in Indien traditionell die Schiffstaufe gemacht? Die richtige Antwort war: Mit Kokosmilch.

Frauen an Bord - Ausstellun in Hamburg [Quelle: Internationales Maritimes Museum Hamburg]

Frauen an Bord
Eine Ausstellung in Hamburg

In früheren Zeiten waren seefahrende Frauen Ausnahmeerscheinungen und galten unter Seemännern gar als Unglücksbringer. Daran hat sich heute einiges geändert und inzwischen weiß man auch mehr darüber, zu welch außergewöhnlichen Leistungen Frauen auf See in zurückliegenden Jahrhunderten fähig waren.

Der Geschichte von "Frauen an Bord" und ihrer Eroberung einer ehemaligen Männerdomäne ist eine Ausstellung gewidmet, die noch bis zum 15. Juni 2016 im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg gezeigt wird. Ein faszinierendes Panorama von Piratinnen, Freiheitskämpferinnen und Pionierinnen der Schifffahrt, frühen Seenotretterinnen und Reederinnen, Seefunkerinnen und Frauen in den Marinen der Welt. Christine Keitsch, Leiterin des Schiffahrtsmuseums Unterweser in Brake, war für die Ausstellung als Beraterin tätig. Mit ihr hat Katrin Krämer einen Rundgang unternommen.

Die Austellung "Frauen an Bord" wird ab dem 27. November 2016 noch einmal im Schiffahrtsmuseum Unterweser in Brake zu sehen sein.

Internationales Maritimes Museum Hamburg: Frauen an Bord

Lucie Flechtheim und Anna Lange
Zwei Bremer Frauen

Das Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte (Focke-Museum) zeigt vom 1. Mai bis zum 21. August 2016 die Ausstellung „Bremer Frauen Geschichten“. Anhand von Exponaten aus der hauseigenen Sammlung werden die Biografien unterschiedlicher Frauen aus mehreren Jahrhunderten der Bremer Geschichte bis zur Gegenwart präsentiert.

Kerstin Burlage hat sich die Ausstellung vorab schon einmal angesehen und ist dabei auf zwei besonders interessante Frauen aufmerksam geworden: die Fischverkäuferin Lucie-Flechtmann (1850-1921), die unter dem Spitznamen „Fisch-Lucie“ eine stadtbekannte Person war, und Anna Lange (1785-1867), Sproß einer traditionsreichen Schiffbauerfamilie, die gemeinsam mit ihrem Mann Johann Lange eine Reederei betrieb und nach dessen Tod allein leitete.

Focke-Museum: Bremer Frauen-Geschichten

Die 2002 verstorbene Schriftstellerin und Tocher von Thomas Mann, Elisabeth Mann Borgese [Quelle: DPA, Ingo Wagner]
Elisabeth Mann Borgese [Quelle: DPA, Ingo Wagner]

Die Meer-Frau
Elisabeth Mann-Borgese

Schon als Kind wollte Elisabet Mann-Borgese wissen, was sich hinter dem Meereshorizont abspielt. Wahrscheinlich hat ihr darauf aber noch nicht mal ihr Vater, der Schriftsteller Thomas Mann, eine befriedigende Antwort geben können.

Sie hat dann ihr Leben lang weiter danach gefragt, wie wir uns die Meere erhalten können. Und sie hat dann selber Antworten gegeben. Sie war überzeugt davon, dass die Ozeane das eigentliche Sein der Erde bestimmen. Die Kontinente sah sie nur als Inseln an, die auf ihnen herumtreiben. Ein Denkansatz, der nicht allen Staatslenkern gefallen haben wird. Und genau das wird der die Hüterin der Meere sehr gefallen haben.

Elisabeth Mann-Borgese über das Faszinosum Meer [1:26 Minuten]

Susanne Krack
Sauberfrau für Seemänner

Vor 30 Jahren haben Schiffbesatzungen bestimmt große Augen gemacht, wer da an Bord kam, um die vorgeschriebenen hygienischen Kontrollen vorzunehmen. Susanne Krack vom Hafenärztlichen Dienst in Bremen war die erste Frau, die zuständig war für Kombüsen-Kontrollen und Überprüfungen von Trinkwasserqualität und Schiffsapotheken. Anke Wiebersiek hat die „Sauberfrau“ für Seemänner begleitet und gelernt: gleich nach Gott kommt in der christlichen Seefahrt Frau Krack – und nicht der Kapitän!

Lale Andersen [Quelle: Radio Bremen]
Lale Andersen [Quelle: Radio Bremen]

Lale Andersen
Chansonette des Meeres

Eigentlich hieß sie Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg und erblickte 1905 in Bremerhaven das Licht der Welt. Aber international berühmt wurde sie unter dem Pseudonym Lale Andersen. Schon zu Lebzeiten eine Legende als Sängerin des Liedes von „Lili Marleen“, hat sie mit ungezählten Chansons, Schlagern und Seefahrtsliedern bis zu ihrem Tod im Jahr 1972 auf der Bühne, in Film, Funk und Fernsehen für Furore gesorgt. Wolfgang Rumpf erinnert an die große Chansonette des Meeres und ihre unvergesslichen Sehnsuchtsklänge.

Lale Andersen auf Langeoog

Miranda Schulz, Kapitänin [Quelle: Radio Bremen]
Miranda Schulz [Quelle: Radio Bremen]

Miranda Schulz
Von Beruf Schiffsoffizierin

Es ist noch nicht lange her, da konnte man in der deutschen Schifffahrt die Menge der Kapitäninnen an einer Hand abzählen. Und erst allmählich ändert sich die Geschlechterverteilung auch in dieser traditionellen Männerdomäne. In den letzten Jahren ist die Zahl weibliche Anteil in den Nautikstudiengängen angestiegen.

Eine, die dieses Studium an der Bremer Hochschule für Nautik und in Norwegen erfolgreich absolviert hat und jetzt über das Offizierspatent verfügt, ist Miranda Schulz. Mit ihr hat sich Katrin Krämer darüber unterhalten, was es heisst, von Beruf Schiffsoffizierin zu sein.

Muscheltaucherinnen in Japan

Seit Jahrtausenden tauchen in Japan die „Ama“, was so viel heißt wie „Meerfrauen“, in Japans Küstengewässern nach Muscheln, Austern und anderen Meerestieren. Ein uraltes Gewerbe also, das hier allerdings nur von Frauen ausgeübt wird. Den Männern hingegen ist das Fischen mit Booten vorbehalten. Jürgen Hanefeld, ARD-Hörfunkkorrespondent in Tokio, hat einige „Ama“ besucht und sich mit ihnen über ihre ungewöhnliche Arbeit unterhalten.

Die Frauen von "La Chocolatta" in Puna Arenas [Quelle: Michael Marek]
Die Frauen von "La Chocolatta" in Puna Arenas [Quelle: Michael Marek]

Chiles Schokoladenmacherinnen                                            

In Chile kann man so manche ungewöhnliche Entdeckung machen. Dazu zählt zum Beispiel in Punta Arenas in Patagonien die letzte Chocolaterie vor der Antarktis. Das Reich der besten Schokoladenmacherinnen Südamerikas.

Keiner der Kreuzfahrt-Touristen, die dort von Bord gehen, lässt es sich nehmen, sich unter südlicher Sonne von „La Chocolatta“ mit Schweizer Schokolade vom Feinsten versorgen zu lassen. Michael Marek war zu Besuch bei den Hüterinnen der süßen Schätze.

La Chocolatta in Punta Arenas

Mare Rezept [Quelle: Überseemuseum Bremen]

Captain Cook's Kombüse

Captain Cook alias Hans Helge Ott präsentiert die schönsten Rezepte aus seiner kulinarischen Seekiste.

Und auch diesmal ist bei seiner Suche etwas Passendes herausgekommen: Eben ein echtes Menu für die "Seeweiber".

Mare Rezept: Ein Menü für die "Seeweiber" [PDF, 38 Kb]

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