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Lilli und Mariella

Papa ist schon im Himmel

23. Juli 2017, 16:15 Uhr | KI.KA

"Als mein Papa gestorben ist, dachte ich, ich könnte nie wieder glücklich sein. Aber das stimmt nicht", sagt Mariella (14). Sie und ihre Schwester Lilli (12) haben ihren Vater vor gut sechs Jahren verloren. Über die Jahre haben sie für sich gelernt damit umzugehen. Die Mädchen leben ganz unterschiedlich mit der Situation, dass ihr Vater nicht mehr da ist. Sie zeigen ihre Welt und sprechen über ihre Gefühle, denn Mariella und Lilli wollen anderen Kindern, die ähnliches erlebt haben, Mut machen.

"Als mein Papa gestorben ist, dachte ich, ich könnte nie wieder glücklich sein. Aber das stimmt nicht", sagt Mariella (14). Sie und ihre Schwester Lilli (12) haben ihren Vater vor gut sechs Jahren verloren. Er starb an einer seltenen Krankheit, die nicht heilbar war. Lilli glaubt, dass ihr Vater nun im Himmel ist: "Da ist der noch gang, ganz lange. Und wenn der dann da stirbt, wird er als Tier oder als Mensch wiedergeboren."

Lilli und Mariella leben mit ihrer Mutter am Stadtrand von Bremen. Sie wachsen ohne ihren Vater auf und doch ist er in ihrem Leben präsent. Überall im Haus sind Fotos von ihm. Lilli hat auch viele an ihren Schrank geklebt zur Erinnerung. Besonders stark denken die Schwestern an ihren Vater, wenn sein Geburtstag ist. Jedes Jahr am 1. Mai feiern sie diesen Tag zusammen mit ihrer Mutter. Dann backen sie ihm einen kleinen Kuchen, stellen ein Foto von ihm auf den Frühstückstisch und singen für ihn. Die Mädchen lachen dabei und freuen sich auf den Tag. Gleichzeitig vermissen sie ihren Vater. Freude und Trauer liegen bei Mariella und Lilli oft nah beieinander.

Über die Jahre haben sie für sich gelernt damit umzugehen. Die Mädchen leben ganz unterschiedlich mit der Situation, dass ihr Vater nicht mehr da ist. Die quirlige Lilli zieht es sofort raus, wenn traurige Gedanken kommen. "Ich mache total gerne Sport", verrät sie. Mit ihren Freunden fährt sie gerne Fahrrad oder Inline-Skates. Mariella dagegen verschanzt sich schon Mal für Stunden in ihrem Zimmer und will dann niemanden sehen oder sprechen. Stattdessen malt sie gerne und hört Musik.

Beide kennen aber auch Situationen, in denen sie bewusst an ihren Vater denken und sich mit Trauer beschäftigen. Zum Beispiel im Trauerland, einem Verein für trauernde Kinder und Jugendliche. Hier treffen sie sich regelmäßig mit anderen Jungen und Mädchen, die das gleiche verkraften müssen. Dann gibt es wiederum Situationen, in denen sie nicht wollen, dass der Tod ihres Vaters eine Rolle spielt. In der Schule will Mariella zum Beispiel nicht, dass ihre Mitschüler sie deswegen anders behandeln oder sich nicht trauen, in ihrer Anwesenheit über das Thema Tod zu sprechen.

Lilli und Mariella zeigen, wie sie in ihrem Alltag mit dem Verlust ihres Vaters leben. Der Film begleitet die Schwestern, wenn sie ein Geburtstagsfrühstück für ihren Vater machen und im Trauerland mit den anderen Kindern über ihren Verlust sprechen. Mariella zeigt ihre Schule. Sie ist Klassensprecherin und sehr beliebt. Lilli ist ein Energiebündel und steht fast nie still. Sie demonstriert, wie sportlich sie ist und dass sie es in der Kletterhalle bis nach ganz oben schafft. Anschließend backt sie mit ihrer Freundin süße Törtchen und träumt davon, später als Konditorin ein eigenes Café zu führen. Sie zeigen ihre Welt und sprechen über ihre Gefühle, denn Mariella und Lilli wollen anderen Kindern, die ähnliches erlebt haben, Mut machen. Und auch wenn es manchmal sehr traurig ist, ist ihr Leben nicht von der Trauer bestimmt ist. Die Erinnerungen an ihren verstorbenen Vater bringen sie auch oft zum Lachen und zusammen geben sie sich gegenseitig Kraft. Lillis Ratschlag: "Man muss auch daran glauben, dass es wieder gut werden kann!"

Ein Film von János Kereszti.

Eine Bremedia Produktion im Auftrag von Radio Bremen für den KiKa.

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