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Ist Shakespeare tot?

Frei nach Mark Twain

7. Juli 2019, 6:10 Uhr | Arte

2016 wird in Stratford-upon-Avon an den 400. Todestag eines Mannes erinnert, der die Kleinstadt auf der ganzen Welt berühmt gemacht hat: William Shakespeare. Mark Twain war nach langjähriger Beschäftigung mit dem vermeintlichen Werk Shakespeares zu der Überzeugung gelangt, dass der Mann aus Stratford nicht der wahre Autor sei.

Bibliothekar Rémy Cordonnier mit einer "First Folio" [Quelle: Florianfilm]
Bibliothekar Rémy Cordonnier mit einer "First Folio" [Quelle: Florianfilm]

2016 wird in Stratford-upon-Avon an den 400. Todestag eines Mannes erinnert, der die englische Kleinstadt auf der ganzen Welt berühmt gemacht hat: William Shakespeare. Pünktlich zum Todestag des größten Theaterautors aller Zeiten erscheint Mark Twains Buch "Ist Shakespeare tot?" (1909) im April 2016 erstmals auch in deutscher Sprache. Twain, dessen Besuch in Stratford, der Geburtsstadt Shakespeares, im Jahr 1873 bis heute noch als Teil des Stadtmarketings dient, war nach langjähriger Beschäftigung mit dem vermeintlichen Werk Shakespeares zu der Überzeugung gelangt, dass der Mann aus Stratford nicht der wahre Autor sei. Eine Tatsache, die in Stratford geflissentlich verschwiegen wird.

Die Dokumentation zeigt, wie und warum Twain, der das Werk Shakespeares uneingeschränkt bewunderte, zu dieser Ansicht gelangte. Sie zeigt aber auch, welche intime Kenntnis Shakespeare von höfischen Intrigen in Frankreich und Italien hatte, und dass er neben der französischen und italienischen auch die lateinische und griechische Sprache beherrschte. Ein Wissen, das im England des 16. Jahrhunderts nur wenigen Menschen zugänglich war. Dem Zweifel Mark Twains haben sich inzwischen renommierte Schauspieler wie Jeremy Irons, Sir Derek Jacobi, Vanessa Redgrave und Mark Rylance und auch der deutsche Regisseur Roland Emmerich angeschlossen.

An Originalschauplätzen in England und Frankreich gedreht, mit aktuellen Beispielen aus der Film- und Theaterwelt, macht die Dokumentation deutlich, dass die Werke Shakespeares zwar zeitlos gültig sind, die Frage der Autorschaft aber bis heute Gegenstand der Debatte ist.

Regie: Claus Bredenbrock

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