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Filmerzählung

Findet Lilly Engel

Jeder kennt jeden über sechs Ecken

18. August 2019, 5:05 Uhr | Arte

Alle sprechen von der globalen Vernetzung - das ist der Film dazu. Die Filmemacherin Lilly Engel prüft die bekannte Small-World-Theorie, nach der jeder Mensch jeden anderen Menschen auf der Welt über sechs Ecken kennt, im Selbstversuch.

Weltweit erhalten verschiedene Menschen die Aufgabe, "Lilly Engel, Filmemacherin aus Berlin" zu finden, indem sie jemanden um Hilfe bitten, den sie persönlich kennen - das Internet ist nicht erlaubt. Im Schneeballprinzip entsteht nach und nach eine Filmerzählung über globales Zusammenleben - über Menschen, ihre Lebensgeschichten und verschiedene Kulturen.

Brahim aus Marokko [Quelle: Engelfilm, Phillip Fleischhauer]
Der Nomade Brahim aus Marokko sagt: "Man kann nur jemanden finden, wenn Gott es will!" [Quelle: Engelfilm, Phillip Fleischhauer]

Wer kennt Lilly?

Die Suche nach Lilly Engel verbindet den marokkanischen Nomaden Brahim, der sagt: "Man kann nur jemanden finden, wenn Gott es will ...", mit dem australischen Maler - und Mörder - Gordon Syron, der am Tatort dem Zuschauer einen Tipp mitgeben möchte: "Wenn du mal jemanden umbringen musst, dann gebe ich Dir den Rat: Erzähl es niemandem!" Und der amerikanische Ufo-Forscher Todd Michael ist sich sicher: "Ihr müsst die Außerirdischen fragen, sie werden Lilly Engel finden." Die südpazifische Fußballerin Caroline, deren großes Vorbild Zinédine Zidane ist, lernt zum ersten Mal in ihrem Leben jemanden kennen, der nicht aus Vanuatu ist. Von der Small-World-Theorie hat sie noch nie gehört, aber sie ist begeistert davon, dass ihr der Maler Andrew Tovovur einfällt. "Er ist Künstler, genau wie die Filmemacherin. Der kennt sie bestimmt."

Anhand persönlicher Begegnungen und Erlebnisse werden die Beziehungen zwischen den Protagonisten beschrieben: Was verbindet sie? Wieso kennen sie sich? Wie unterscheidet sich Kommunikation auf der Erde?
Aus Momentaufnahmen entstehen Lebensgeschichten, verdichten sich zu einem globalen roten Faden. So trifft Eddy Davis, der Bandleader von Woody Allens Jazzband, während der Dreharbeiten zufällig Pete York, den Schlagzeuger von Helge Schneider. Die beiden spielten vor über einem Jahrzehnt gemeinsam im Berliner Friedrichstadtpalast und hatten sich seitdem nicht mehr gesehen. Eddy Davis: "Diese Theorie wird besonders interessant, wenn man merkt, dass man sich darin wiederfinden kann. Wenn man auf einmal selbst mittendrin steckt."
Und vielleicht kennen einige der Zuschauer die Protagonisten des Films persönlich oder über sechs Ecken? Wird man nicht erst zum Menschen durch Beziehungen zu anderen Menschen?

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