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Die Supersammler

Sind Chinas Millionäre die neuen Kulturrevolutionäre?

6. Oktober 2019, 2:55 Uhr | Arte

Für einen echten Picasso, Modigliani, van Gogh oder Monet ist ihnen kein Preis zu hoch. Chinesische Sammler sind auf dem internationalen Kunstmarkt allgegenwärtig - und geben dabei Summen aus, bei denen es dem Normalbürger schwindelig wird. Neben den Werken großer Maler findet sich auch manch authentisches Objekt aus dem kaiserlichen Palast in den privaten Schatzkammern der Supersammler. Weinflaschen mit tierischen Köpfen stehen neben Skulpturen oder Vitrinen mit filigran gearbeiteten Vasen und Schalen. Doch geht es hierbei wirklich ausschließlich um die Kunst? Oder steckt vielleicht noch etwas anderes hinter dem Kunstboom in China?

Chinas Supersammler [Quelle: Arte]

Der Kunstmarkt in China boomt. Nicht zuletzt weil chinesische Sammler bereit sind, Millionensummen für Werke von Picasso, Modigliani oder den französischen Impressionisten auszugeben. Auch für authentische Objekte aus dem Palast des Kaisers legen sie so manchen Schein auf den Tisch.

Wie Trophäen preisen die Auktionshäuser die kaiserlichen Artefakte an. Einmal ersteigert, werden sie in den privaten Schatzkammern der Supersammler in Szene gesetzt. Wird der Platz zu knapp, bauen die Sammler private Museen in Peking, Hongkong, Shanghai und weiteren Metropolen: zehntausende Quadratmeter Fläche, eines größer als das andere.

Die Dokumentation gewährt einen Blick in die Welt der chinesischen Milliardäre: Erstmals öffnen sie einem westlichen Filmteam die Türen. Die Regisseurin und Kunsthistorikerin Grit Lederer stellt gemeinsam mit der Kulturjournalistin, Sinologin und Kunsthistorikerin Minh An Szabó de Bucs die bedeutendsten Kunstsammler Chinas vor, darunter der Gründer der Hongkonger K11 Art Mall, Adrian Cheng.

Dabei stellt sich die Frage, was wirklich hinter dem Kunstboom in China steckt. Scheint es doch um weit mehr zu gehen als um tönerne Töpfe oder Tierkopffiguren - auch wenn diese aus dem Sommerpalast des Kaisers stammen.

Dient die Kunst in China etwa als Instrument einer nationalen Selbstfindung? Nicht selten geht die Sammelwut der Superreichen mit dem Wunsch einher, chinesische Kulturschätze aus dem Ausland zurückzuersteigern und die kaiserlichen Artefakte "heimzuholen".

Seit einiger Zeit machen immer wieder Einbrüche in ostasiatischen Sammlungen von europäischen Museen Schlagzeilen. Gibt es eventuell einen Zusammenhang? Arte begibt sich auf Spurensuche.

Dokumentation Deutschland 2018.

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