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Gelb-rote Karte für den Wolf?

Warum die niedersächsische Landesregierung den Umgang mit den Wölfen verschärfen will

15. März 2018, 18:00 Uhr | Kreishaus Cuxhaven

Die Wölfe sind zurück in Deutschland. Auch in Niedersachsen haben sie wieder eine Heimat gefunden. Experten schätzen den landesweiten Bestand auf rund 160 Tiere, Tendenz steigend. Eine Entwicklung, die immer wieder zu heftigem Streit zwischen Wolfsfreunden und -gegnern führt: Während Naturschutzverbände wie der Nabu die Rückkehr der Raubtiere begrüßen, fordern viele Landwirte und Jäger die Dezimierung der Rudel. Das ist jedoch bislang verboten, denn Wölfe stehen unter strengem Naturschutz. Besonders heftig tobt der Streit in Landkreis Cuxhaven. Wir diskutierten live vor Ort.

Hermann Kück, Kay Krogmann, Moderator Stefan Pulß, Babette Bammann, Jens Palandt, Frank Faß [Quelle: Radio Bremen]
Diskussionsrunde bei Bremen Zwei unterwegs

Zusammenfassung der Diskussion [3:33 Minuten] Mitschnitt der Diskussion [40:48 Minuten] Informationen von Redakteur Christian Erber [5:13 Minuten]

Moderator Stefan Pulß im Gespräch mit einem Mann aus dem Publikum. Daneben ein Mann mit Filmkamera. [Quelle: Radio Bremen]
Auch die Menschen im Publikum diskutierten mit. Viele andere äußerten ihre Meinung auf der Bremen Zwei-Facebookseite.

In der Region um Cuxhaven haben Wölfe bereits mehrmals Schafe, Rinder und andere Nutztiere gerissen. Die von den Schäfern und Milchbauern vorgenommenen – und von der Landesregierung geförderten - Herdenschutzmaßnahmen waren unwirksam. Inzwischen geht bei vielen Betroffenen die Angst um: Sollte es weitere Nutztierrisse geben, sei ihre Existenz bedroht. Außerdem sehen die Schäfer die Deichsicherheit in Gefahr, sollten dort eines Tages keine Schafe mehr grasen.

Umweltminister Lies kündigt härteres Durchgreifen an

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat nun ein härteres Durchgreifen gegenüber auffälligen Wölfen angekündigt. "Wir sind beim Artenschutz für den Wolf in einer Phase angelangt, in der nicht das einzelne Tier oder Rudel entscheidend ist, sondern die Akzeptanz der Gesellschaft", so Lies. Konkret heißt das: Ist es nicht möglich, auffällige Wölfe  zu vertreiben, soll künftig auch ihr Abschuss erlaubt sein.

Ein Wolf in der Nahaufnahme. [Quelle: Radio Bremen]
Von Naturschützern begrüßt, von Nutztierhaltern mit Sorge betrachtet: Die Wölfe sind zurück in Deutschland.

Außerdem geht es Lies darum, die emotional geführte Debatte zu versachlichen. In der Region Cuxhaven soll deshalb in Kürze ein Modellversuch starten. Er hat unter anderem zum Ziel, die Akzeptanz für die Wölfe zu erhöhen und schnelle, unbürokratischere Entschädigungen für Landwirte und Schäfer auf den Weg zu bringen, die Nutztierrisse zu beklagen haben.  

Fragen:

  • Welche Gefahren gehen von den Wölfen im Landkreis Cuxhaven aus? 
  • Sind neben Nutztieren auch Menschen in Gefahr?
  • Wie sieht der Modellversuch im Landkreis Cuxhaven aus?
  • Wie kann die emotional geführte Debatte um die Wölfe versachlicht werden?

Hermann Kück, Kay Krogmann, Moderator Stefan Pulß, Babette Bammann, Jens Palandt, Frank Faß [Quelle: Radio Bremen]
Die Diskussionsrunde bei Bremen Zwei unterwegs zum Thema Wölfe

Gesprächsteilnehmer:

  • Jens Palandt, Referatsleiter "Biologische Vielfalt, Natura 2000, Schutzgebiete", Umweltministerium Niedersachsen
  • Babette Bammann, Kreisrätin Landkreis Cuxhaven
  • Frank Faß, Inhaber Wolfscenter Dörverden, Wolfsberater
  • Kay Krogmann, Deichschäfer, Landkreis Cuxhaven
  • Hermann Kück, Wolfsberater Landkreis Cuxhaven

Moderation: Stefan Pulß
Redaktion: Christian Erber

Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Genaue Adresse:
Kreishaus Cuxhaven
Vincent-Lübeck-Straße 2
27474 Cuxhaven

Veranstaltungstermin:
15. März 2018, 18:00 Uhr

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