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Niedersachsen

Widerstand gegen Erdgasförderung

Diskussionsrunde mit Experten im Grasberger Hof

20. Februar 2019, 18:05 Uhr

In vier niedersächsischen Landkreisen (Osterholz, Verden, Rotenburg und Diepholz) stoßen die Pläne für Erdgasförderung bei der Bevölkerung auf großen Widerstand. Viele Menschen in den Landkreisen sind überzeugt: Die Erdgasförderung macht krank. Aber auch die Angst vor Erdbeben und verunreinigtem Grundwasser treibt sie um. Hier finden Sie alle Interviews und Beiträge unseres Schwerpunkt-Tages sowie die Diskussionsrunde aus Grasberg zum Nachhören.

Niedersachsen ist Deutschlands erdgasreichstes Bundesland. Im Bremer Umland sollen nun weitere Erdgasfelder erschlossen werden – dagegen formiert sich allerdings Widerstand. Die Angst der Anwohner: Erdgasförderung macht krank und verschmutzt das Trinkwasser. Bremen Zwei hat die Bürger-Initiative "No Moor Gas" und Fachleute zu einer spannenden Diskussionsrunde nach Grasberg eingeladen. Geleitet wurde die Diskussion von Bremen-Zwei-Moderatorin Hilke Theesen.

Autor/-in: Hilke Theesen
Länge: 41:14 Minuten
Datum: Mittwoch, 20. Februar 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Radio Bremen

Wer sich am Mittwochabend dem Grasberger Hof näherte, sah die roten Kreuze schon von weitem: Die Bürger-Initiative "No Moor Gas" hatte sich vorbereitet auf diesen Abend. Was genau fürchten die Bürger bei der Erdgasförderung? Ist sie überhaupt noch zu verhindern? Darüber diskutierten unter der Leitung von Bremen-Zwei-Moderatorin Hilke Theesen:

  • Marion Schorfmann (CDU, Bürgermeisterin Grasberg)  
  • Gerd Hujahn (SPD MdL; Sprecher für Wasser und Bodenschutz)
  • Andreas Sikorski (Präsident Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie; LBEG) 
  • Anja Büssenschütt (Bürgerinitiative "no moor gas")
  • Heinz Oberlach  (Vertreter DEA, Deutsche Erdoel AG)  

Diskussionsrunde zum Erdgas-Schwerpunkt in der ARD-Audiothek anhören

Bürger-Initiative "No Moor Gas" mobilisiert Widerstand

Hunderte rote Holzkreuze sind zum Symbol des Protests gegen Erdgasförderung geworden. Dahinter steckt die überaus aktive Bürgerinitiative "No moor gas", die innerhalb kürzester Zeit hunderte Menschen zum Protest mobilisiert hat. Aufgescheucht wurden die Menschen in der Region durch die Nachricht, dass der Konzern "Deutsche Erdoel AG" Anfang 2019 mit Messfahrzeugen, sogenannten "Vibro-Trucks", seismische Messungen vornehmen will. Von den Messergebnissen hängt es ab, ob das Unternehmen die Entscheidung trifft, in der Region nach Erdgas zu bohren.

Der Grasberger Hof mit "No Moor Gas"-Kreuzen. [Quelle: Radio Bremen]

Vor der Bremen-Zwei-Diskussionsrunde stellt die Bürgerinitiative "No Moor Gas"-Kreuze vor dem Grasberger Hof auf.

(v.l.) Gerd Hujahn, Marion Schorfmann, Heinz Oberlach, Hilke Theessen, Anja Büssenschütt, Andreas Sikorski  [Quelle: Radio Bremen]

Hilke Theessen diskutiert mit Expertinnen und Experten im Grasberger Hof.

Menschen im Grasberger Hof bei der Bremen-Zwei-Diskussionsrunde. [Quelle: Radio Bremen]

Der Saal war gut besucht. Das Thema Ergasförderung beschäftigt die Menschen in der Region.

Menschen im Grasberger Hof bei der Bremen-Zwei-Diskussionsrunde. [Quelle: Radio Bremen]

Hilke Theessen im Gespräch mit Heinz Oberlach. [Quelle: Radio Bremen]

Hilke Theessen im Gespräch mit Heinz Oberlach (Vertreter DEA, Deutsche Erdoel AG).

Hilke Theessen im Gespräch mit Gerd Hujahn. [Quelle: Radio Bremen]

Hilke Theessen im Gespräch mit Gerd Hujahn (SPD MdL; Sprecher für Wasser und Bodenschutz).

Rote Holzlatte mit Aufschrift "No Moor Gas.de" liegt auf einem Tisch [Quelle: Radio Bremen]

Die Bürgerinitiative "No Moor Gas" kämpft gegen Erdgasförderungs-Pläne in Niedersachsen.

Horst Schummp und Frtank Demmin streichen Holzlatten rot an. [Quelle: Radio Bremen]

Bremen-Zwei-Redakteurin Hilke Theessen hat die Initiative besucht und bei der Arbeit über die Schulter geschaut.

Rainer Stelljes und Andreas Rathjens streichen Holzlatten rot an. [Quelle: Radio Bremen]

Rainer Stelljes und Andreas Rathjens streichen die Holzlatten rot an.

Birgit Münkner, Horst Schummp und Frank Demin bei der Herstellung roter Protestkreuze. [Quelle: Radio Bremen]

Aus den roten Latten werden dann die "Protest-Kreuze".

eine Frau brimngt mit einer Schablone die Inschrift "No Moor Gas" auf eine rote Holzlatte auf [Quelle: Radio Bremen]

Mit einer Schablone kommt der Schriftzug "No Moor Gas" auf die Holzlatten.

Rote Latten mit Aufschrift "No Moor Gas" [Quelle: Radio Bremen]

Die Bürgerinitiative hat innerhalb kürzester Zeit hunderte Menschen zum Protest mobilisiert.

ein rotes Kreuz mit der Aufschrift "No Moor Gas" lehnt an einer Birke [Quelle: Radio Bremen]

Die roten Kreuze sind zum Symbol des Protests gegen Erdgasförderung geworden.

Rote Kreuze mit der Aufschrigt "No Moor Gas" stehen auf einer Wiese am Straßenrand [Quelle: Radio Bremen]

Hunderte Holzkreuze stehen in den betroffenen Landkreisen.

Zu Besuch bei der Bürgerinitiative "No Moor Gas":

Wer im Augenblick durch das Bremer Hinterland fährt, Richtung Osterholz oder Verden, der sieht es überall: das rote X, ein weithin sichtbares Zeichen des Widerstands. Der Protest der Bürger richtet sich gegen die geplanten seismischen Messungen der Erdgasindustrie in vier Landkreisen. Bremen-Zwei-Redakteurin Hilke Theessen hat sich aufgemacht und die Produktionsstätte der "No Moor Gas"-Bürgerinitiative besucht.

Autor/-in: Hilke Theessen
Länge: 3:19 Minuten
Datum: Dienstag, 19. Februar 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Erdgas ist und bleibt ein fossiler Rohstoff

Erdgas gilt immer noch als saubere Energie – für Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech ist das aber eine vollkommen falsche Ausgangslage: "Erdgas bleibt ein fossiler Rohstoff, der nicht nur bei der Verbrennung, sondern auch bei der Gewinnung ökologisch schädlich ist." Paech ist überzeugt, dass sich vor allem im Bereich der Mobilität CO2 reduzieren ließe: weniger autofahren, weniger fliegen – und Kreuzfahrten sein lassen. Er fragt sich zunehmend: "Wie kann es sein, dass eine Gesellschaft so einen rücksichtslosen Luxus betreibt?"

Interview mit dem Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech:

"Wenn wir nicht endlich anfangen, zu lernen, möglichst ganz ohne fossile Rohstoffe auszukommen, dann droht irgendwann ein Kollaps" – davon ist Niko Paech von der Uni Oldenburg überzeugt. Als Nachhaltigkeitsforscher hält Paech die Proteste der Bürgerinititative "No Moor Gas" gegen eine mögliche Erdgasförderung für absolut richtig.

Autor/-in: Goerz, Anja
Länge: 4:34 Minuten
Datum: Mittwoch, 20. Februar 2019
Sendereihe: Bremen Zwei

Erdgasförderung als Gesundheitsrisiko?

Mehr als 95 Prozent des in der Bundesrepublik produzierten Erdgases kommt aus Niedersachsen. Bisher wurde das Gas konventionell gefördert, doch die Unternehmen würden das Erdgas gern mittels Fracking fördern.

2014 hatte das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen herausgefunden, dass in der Region eine ungewöhnlich hohe Zahl an Krebserkrankungen bei älteren Männern auftritt. Bei der Suche nach den Ursachen lag ein Verdacht auf der Hand – die Erdgasförderung. Ein Zusammenhang zwischen Krebs und Erdgasförderung im Landkreis Rotenburg ist nach wie vor aber weder bestätigt noch ausgeschlossen. Zwar deutet vieles darauf hin, doch es fehlen die wissenschaftlichen Belege. Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist groß.    

Bremen-Zwei-Reporter Nikolas Golsch hat vor Ort recherchiert:

In der Samtgemeinde Bothel im Landkreis Rotenburg gibt es auffällig viele Menschen, die an Krebs erkrankt sind. Viele von ihnen glauben, dass die hohe Krebsrate mit der Erdgasförderung zusammenhängt und geben zum Beispiel dem Konzern Exxon Mobil die Schuld. Bremen-Zwei-Reporter Nikolas Golsch hat vor Ort recherchiert.

Autor/-in: Nikolas Golsch
Länge: 4:09 Minuten
Datum: Mittwoch, 20. Februar 2019
Sendereihe: Bremen Zwei

Bremer Trinkwasser gefährdet?

Auch im Grundwasserschutzgebiet in Verden soll nach Erdgas gebohrt werden. Aus der so genannten "Rotenburger Rinne" kommt auch ein großer Teil des Bremer Leitungswassers. Was das genau bedeutet und welche Gefahren eine solche Bohrung in sich bergen könnte, hat Bremen-Zwei-Reporter Nikolas Golsch recherchiert (auf dem Bild: Anja Büssenschütt und Andreas Rathjens von der Initiative "No Moor Gas").

"Rotenburger Rinne" als Trinkwassersystem gefährdet?:

Erdgasföderung – betrifft mich nicht? Vielleicht doch. Das Bremer Trinkwasser stammt zu einem großen Teil aus der so genannten "Rotenburger Rinne". Das ist ein wichtiges Grundwassersystem, das sich südöstlich von Bremen durch den Untergrund zieht, auch im Raum Verden. Dort soll eine zweite Bohrstelle entstehen, um ein neues Erdgasfeld zu erreichen. Dafür müsste man allerdings die Grundwasserschicht durchstoßen – und das ist nicht ganz ungefährlich. (auf dem Bild: Anja Büssenschütt und Andreas Rathjens von der Initiative "No Moor Gas")

Autor/-in: Nikolas Golsch
Länge: 5:41 Minuten
Datum: Montag, 28. Januar 2019
Sendereihe: Bremen Zwei

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 20. Februar 2019, 18:05 Uhr.

Veranstaltungstermin:
20. Februar 2019, 18:05 Uhr

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