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Bremer Glocke

Benefizkonzert des Bundespräsidenten

18. Februar 2019, 20:00 Uhr

Nach neun Jahren gab es erneut ein Benefizkonzert des Bundespräsidenten in Bremen. In der Glocke spielten die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und der türkische Pianist und Komponist Fazil Say unter der Leitung des amerikanisch-israelischen Dirigenten Steven Sloane Werke von Mozart, Gershwin und Bernstein.

Ein Blick in den Konzertsaal der Glocke. Konzert der Kammerphilharmonie Bremen [Quelle: Radio Bremen, Martina Raake]
Ein Blick in den Konzertsaal der Glocke. Konzert der Kammerphilharmonie Bremen [Quelle: Radio Bremen, Martina Raake]

Es ist ein besonderes Ereignis: In der Bremer Glocke gibt es das Benefizkonzert des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Es spielt die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Solist ist der prominente türkische Pianist Fazil Say. Auf dem Programm stehen Stücke von Mozart, Bernstein und Gershwin; leiten wird das Konzert der amerikanisch-israelische Dirigent Steven Sloane. Er ist ein erfahrener Dirigent, aber das Konzert sei auf jeden Fall mehr als "business as usual", sagt er im Gespräch mit Bremen Zwei-Moderatorin Jessica Liedtke. "Das Programm ist toll und das Orchester ist einfach vom Feinsten." Bremen zwei überträgt das Konzert live am 18. Februar ab 20 Uhr.

Autor/-in: Jessica Liedtke
Länge: 4:54 Minuten
Datum: Sonntag, 17. Februar 2019
Sendereihe: ARD Radiofestival | Bremen Zwei

Das Konzert sei auf jeden Fall mehr als "business as usual", sagte Steven Sloane vorab im Gespräch mit Bremen-Zwei-Moderatorin Jessica Liedtke. "Das Programm ist toll und das Orchester ist einfach vom Feinsten."

Das Erinnern an die Gräueltaten der Nationalsozialisten darf nach Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht zum bloßen Ritual erstarren.

Ich bin überzeugt: Wir müssen unser Gedenken mit Herz und frischen Ideen lebendig halten.

Frank-Walter Steinmeier

Das sagte Steinmeier anlässlich des Benefizkonzertes des Bundespräsidenten in der Bremer Glocke. Er würdigte dabei den Gedenkort "Bunker Valentin" in Bremen. Tausende Zwangsarbeiter hatten Europas zweitgrößten überirdischen Bunker während des Zweiten Weltkriegs errichten müssen, viele kamen dabei ums Leben. Mit der Hälfte des Erlöses des Konzerts wird ein Verein unterstützt, der sich um den Bunker Valentin kümmert. Die andere Hälfte geht an die gemeinsame "Stiftung Kulturfonds Haifa". Die Stadt in Israel ist Bremens Partnerstadt.

"Eine ungewöhnliche Mischung"

Marcus Behrens hat sich das Konzert in der Glocke angehört: Die Mischung war vielleicht so ungewöhnlich, wie die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, der israelisch-amerikanische Gastdirigent Steven Sloane und der türkische Solo-Pianist Fazil Say. Nein , nicht ungewöhnlich – einfach nur ein ganz besonderer Abend. Orchesterkonzerte haben für einige Menschen den Ruf, anstrengend zu sein. Das war gestern Abend nun überhaupt nicht der Fall – und dafür waren nicht nur die Mischung und die Gäste verantwortlich, sondern vor allem auch einmal mehr und immer wieder die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Diese Orchester war schon immer etwas ganz anderes! Die Musikerinnen und Musiker lieben das, was sie da spielen, sie lieben die Musik und sie lieben es, immer wieder neue Herausforderungen zu bestehen – und dabei geht es ihnen nicht darum, ehrgeizig die besten zu sein, nein – es geht ihnen darum, Musik zu machen. Zu den besten zählen sie ja ohnehin – und dieses Orchester versinkt nicht in Allüren oder Arroganz. Nein: Es geht um die Musik – ich habe bei der Zugabe, die sich Fazil Say vom Publikum entlocken ließ (war natürlich geplant) meine absolut favorisierte Variante von George Gershwins "Summetime" gehört – die Variationen von Fazil Say – und an diesem einen Stück lässt sich auch der musikalische Abend gut beschreiben. Ich habe die Musikerinnen und Musiker der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen um ihn herum sitzen und begeistert zuhören und zuschauen sehen – die Betonung liegt hier auf begeistert. Dieses Orchester lebt für die Musik – und da ist es egal, ob alle, eine Gruppe oder ein Gast den Ton angeben.

Das Erinnern an die Gräueltaten der Nationalsozialisten darf nach Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht zum bloßen Ritual erstarren. "Ich bin überzeugt: Wir müssen unser Gedenken mit Herz und frischen Ideen lebendig halten", sagte Steinmeier anlässlich des Benefizkonzertes des Bundespräsidenten in der Bremer Glocke. Er würdigte dabei den Gedenkort "Bunker Valentin" in Bremen. Tausende Zwangsarbeiter hatten Europas zweitgrößten überirdischen Bunker während des Zweiten Weltkriegs errichten müssen. Viele kamen dabei ums Leben. Mit der Hälfte des Erlöses des Konzerts wird ein Verein unterstützt, der sich um den Bunker Valentin kümmert. Die andere Hälfte geht an die gemeinsame "Stiftung Kulturfonds Haifa". Die Stadt in Israel ist Bremens Partnerstadt. Marcus Behrens hat sich das Konzert in der Glocke angehört.

Autor/-in: Anja Goerz
Länge: 5:31 Minuten
Datum: Dienstag, 19. Februar 2019
Sendereihe: Der Morgen | Bremen Zwei

Was stand im Mittelpunkt des Abends?

Die Musik und der gute Zweck, denn letztlich hat das Publikum im Saal viel Geld für diesen Abend bezahlt, damit der Erlös die beiden Einrichtungen unterstützt. Das Publikum hat es übrigens mehrfach von den Sitzen gerissen – und auch am Ende gab es noch eine kurze Zugabe – allerdings bin ich der Meinung, dass Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch da dann doch etwas Fehl am Platze war. Aber auch das hat das Publikum beklatscht und es hätte noch endlos so weiter gehen können, aber ein eindeutiges Handzeichen des Dirigenten – jetzt ist Zeit, was zu trinken – setzte dem Beifall dann ein Ende. Es war übrigens bereits da zweite Mal, dass die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen das auserwählte Orchester für diesen Anlass war – zuletzt war dies 2008 der Fall, damals war noch Horst Köhler Bundespräsident – und es ist auch nicht so, dass diese Konzerte in einem festen Turnus veranstaltet werden, denn dann wäre Bremen erst 2024 wieder an der Reihe gewesen.

Programm

Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni Ouvertüre KV 527
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert C-Dur Nr. 21 KV 467
George Gershwin/Fazil Say: aus Porgy and Bess: Summertime
George Gershwin aus Porgy and Bess: It ain't necessarily so; I Got Plenty o'nuttin; Bess you are my Woman
Leonard Bernstein: Ouvertüre aus "Candide"
Leonard Bernstein: On the Town – The Great Lover, Lonely Town, Times Square 1944

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 18. Februar 2019, 6:20 Uhr

Veranstaltungstermin:
18. Februar 2019, 20:00 Uhr

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