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Zwei nach Eins

Nina George

Schriftstellerin

29. Mai 2018, 13:05 Uhr

Sie ist "Jean Bagnol", "Anne West" – und sie ist vor allem Nina George. Die Berliner Autorin ist erfolgreich – egal ob unter Pseudonym, in Schreibsymbiose mit ihrem Mann oder unter eigenem Namen. Mehrere Bestseller hat Nina George bereits verfasst. "Das Lavendelzimmer" eroberte sogar die Bestsellerliste der "New York-Times". Jetzt ist ihr neues Buch da.

Nina George  [Quelle: Radio Bremen, Birgit Kolkmann]
Nina George [Quelle: Radio Bremen, Birgit Kolkmann]

Ihr Erfolgsroman "Das Lavendelzimmer" erschien unter dem englischen Titel "The Little Paris Bookshop" in mehr als 30 Sprachen. Anfang Mai ist Nina Georges neuer Roman herausgekommen: Auch "Die Schönheit der Nacht" ist bereits wieder auf der Spiegel-Bestenliste eingestiegen – im Augenblick Platz 19.

Ja, wir sind ganz berechnende Erzählerinnen, weil wir nämlich unsere Leserinnen bezaubern wollen. Wenn wir sie nicht sorgfältig genug verführen – ich nenne es eher Verführung als Berechnung – warum sollen wir ihnen zumuten, acht oder neun Stunden mit unserem  Werk zu verbringen? Das muss schon gut sein.

Verführt durch Meer und Tango

Zum Lesen verführt Nina George gerne nach Frankreich – in die Bretagne, wo sie viele Wochen im Jahr auch lebt und schreibt – in die Provence, wo die Bagnol-Krimis spielen. Die Romane und Thriller atmen Luft und Licht, Sonne und Wind und die Gerüche des Meeres im Norden und Süden. Nina Georges Bücher sind wie Reisen in den Urlaub und in die weiten Gefühlswelten der meist weiblichen Protagonisten – auf der Suche zu sich selbst, ihren Leidenschaften, all ihren Dimensionen. Kein Buch kommt ohne das Meer, ohne Katzen – und ohne Tango aus.

Tango – Manche finden im Tango das, was sie sonst in der Sexualität suchen: Frieden, Ankommen, Zu-Hause-Sein. Wahrhaftig fühlen, am Leben zu sein, auf eine Art gewollt zu werden, die nichts mit Sexualität, Äußerem, Alter oder Maßen zu tun hat – das ist ja das Schöne am Tango. Es ist ein sehr sozialer Tanz, wo Seelen und Menschen miteinander tanzen. Und das ist ein ganz besonderer Zauber. Plötzlich hat man den Frieden, dass man reicht – ja und dann geht’s auf einmal um alles!

Immer voran, immer voraus

Worum es Nina George geht, woher sie ihre große Energie und Kraft nimmt, wie sie aufwuchs und wie wichtig ihr Vater für sie war, erzählt sie in "Zwei nach Eins". Auch darüber, dass sie schon mit 17 nach einer Operation ins Koma fiel – eine allergische Reaktion auf Antibiotika, die ihr klarmachte: Das Leben ist fragil und kann plötzlich enden.

… wenn es tatsächlich so fragil ist: Ich möchte nicht am Ende meiner Tage bedauern, nicht satt geworden zu sein!

Nina George tut alles mit Leidenschaft – schreiben, tanzen – und auch als Aktivistin kämpft sie leidenschaftlich für die Belange der Kreativen, gegen Ideenklau und für die Wahrung der Urheberrechte. Sie ist im Präsidium des Schriftstellerverbands PEN ebenso wie Vorstandsmitglied im Verband Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller – ihre Bühnen stehen in Buchhandlungen, Theatern, in Talksendungen und auf kulturpolitischen Podien.

"Ich will nur schreiben!"

Da allerdings sieht sie sich immer öfter als Hofnärrin, denn in die Politik setzt sie zunehmend weniger Erwartungen. Das klingt im "Zwei nach Eins"-Gespräch etwas resigniert. Auch aus ihren Verbandtätigkeiten werde sie sich im nächsten Jahr zurückziehen, sagt Nina George. Sie möchte sich sammeln und über neue Bücher nachdenken.

Wenn ich einen Strich unter das machen würde, was ich wirklich will, dann stünde nur der Satz dort: 'Ich will nur schreiben!'

Aber da gibt es jenseits der gerade vielgefragten Bestseller-Autorin noch mehr – Neugierde, Hunger auf das Leben und auf Menschen – deshalb hält sich Nina George für die Zukunft viele Türen offen:

Möchte ich einen Buchladen aufmachen, möchte ich Tango-Melongas organisieren? Möchte ich wirklich irgendwo ein Gut haben und Katzen? Aber ich möchte doch auch noch reisen und Menschen zusammenbringen und Menschen beobachten. Und vielleicht dann auch noch mit wehenden Fahnen und glühendem Wort einschreiten, wo es nötig ist! Wir werden sehen!

Moderation: Birgit Kolkmann

"Lüge nicht! Verschweige nichts!" – Bestseller-Autorin Nina George [38:44 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 29. Mai 2018, 13:05 Uhr

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