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Tal Wilkenfeld

Neugierig und offen

14. Dezember 2019, 19:05 Uhr

Lange war Instrumentalmusik für die Bassistin Tal Wilkenfeld ein Schutzraum. Auf ihrem Solodebüt "Love Remains" gibt sie zum ersten Mal Einblicke in ihr Innenleben und präsentiert sich als Sängerin und Songschreiberin. Außerdem: 40 Jahre "London Calling" von The Clash, ein Tribut Album für Mose Allison und der CD-Tipp.

Die australische Bassistin Tal Wilkenfeld auf der Bühne [Quelle: DPA, Martial Trezzini/Keystone]
Die australische Bassistin Tal Wilkenfeld. [Quelle: DPA, Martial Trezzini/Keystone]

Tal Wilkenfeld

Tal Wilkenfeld betritt Neuland und verarbeitet in ihren Songs persönliche Erfahrungen.

Ich will endlich meine Gefühle ausdrücken und habe mich eingehend mit dem Schreiben von Songs und der Poesie beschäftigt. Und ich greife zum Songschreiben wieder auf die Gitarre zurück.

Täglich schreibt Wilkenfeld Gedanken und Beobachtungen in ihr Smartphone – Stoff für ihre Songs. Ihre Vorbilder: Joni Mitchel, Bob Dylan und Leonard Cohen. Die 34-jährige Australierin ist nach Berlin gekommen, um zu jammen, Interviews zu geben und über ihre aktuelle Veröffentlichung zu sprechen. Im ganzen Album geht es um die Liebe: etwa um das trostlose Ende oder um ein Paar, das seine Unabhängigkeit für ein gemeinsames Leben aufgibt.

Spagat zwischen instrumentalem Können und Songwriting

Mit 14 Jahren greift Wilkenfeld zum ersten Mal zur Gitarre – ein einschneidender Moment in ihrem Leben.

Irgendwie sagte damals eine innere Stimme zu mir: Nimm die Gitarre und bleib dran. Das tat ich dann auch. Dabei kamen mir Tränen in die Augen, ich war einfach nur glücklich!

Heute gelingt der jungen, äußerst talentierten Künstlerin auf "Love Remains" meisterhaft der Spagat zwischen instrumentalem Können und versiertem Songwriting.

Porträt Tal Wilkenfeld [6:05 Minuten]

Weitere Themen in den Sounds

Tribute-Album für Mose Allison
Der 2016 im Alter von 89 Jahren verstorbene US-Songwriter Mose Allison war ein prägender Einfluss für viele seiner Zeitgenossen und Nachfolger. Mit sarkastischem Witz war der in Mississippi geborene Sänger, Pianist und Songwriter über Jahrzehnte ein Garant für intelligentes Songwriting zwischen Jazz, Blues und Roots. Sein leiser und ironischer Stil war zwar höchst individuell, berühmte Songs wie "Parchman Farm", "Your Mind Is On Vacation", oder "Young Man Blues" fanden aber immer wieder neue Interpreten. Jetzt ist mit "If You’re Going to the City: A Tribute to Mose Allison", ein Album erschienen, auf dem viele prominente Fans und Kollegen mit neuen Interpretationen ihrem Idol Mose Allison gedenken – von Elvis Costello bis Iggy Pop, von Taj Mahal bis Bonnie Raitt. Ein beigefügter Dokumentarfilm erzählt auf DVD die Mose Allison-Story.

40 Jahre "London Calling"
Am 14. Dezember 1979 erschien eines der wichtigsten Alben der britischen Rock-Geschichte: "London Calling" von The Clash. Die Punkrock-Band um Sänger Joe Strummer und Gitarrist Mick Jones zementierte damit ihren immensen Einfluss auf eine neue britische Rock-Generation, die sich im Thatcher-England um ein rebellisches Bewusstsein kümmerte, dazu zahllose Nachfolger zu eigenen künstlerischen Aktivitäten inspirierte. Vier Jahrzehnte später bekommt die Musik des Albums offenbar neue Aktualität im "Brexit UK".

CD-Tipp:
The Milk Carton Kids - The Only Ones
Bevor Ende der 1960er Jahre die LP ihren Siegeszug antrat, gab es für mehr als zwei Songs das Format einer EP. Dieses hat das kalifornische Duo The Milk Carton Kids nun auch für die Veröffentlichung ihres Albums "The only ones" gewählt.

The Milk Carton Kids: The only ones

Am Mikrofon: Harald Mönkedieck

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 14. Dezember 2019, 19:05 Uhr

Playliste:

14. Dezember 2019, 19:05 - 22 Uhr, Sounds [PDF, 20 Kb]
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