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Becca Stevens

23. November 2019, 19:00 Uhr

Für ihr neues Album, das 2020 erscheint, ist die Musikerin einen anderen Weg gegangen. Was sie dazu bewogen hat, erzählte sie Eva Garthe. Weitere Themen im Magazin Sounds: ECM, ein Label wird 50 und der CD-Tipp "Mind The Moon" von Milky Chance

Becca Stevens mit ihrer Gitarre [Quelle: Radio Bremen, Charly Plinke]
Becca Stevens während des Soundchecks im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven. [Quelle: Radio Bremen, Charly Plinke]

Becca Stevens ist 35 Jahre alt, lebt in New York, und sie ist nicht nur Sängerin und Gitarristin, sondern vor allem: eine exzellente Songschreiberin. Dabei bewegt sie sich zwischen Jazz, Folk, Indiepop – und nun auch Funk. "Wonderbloom" – so heißt das neue, fünfte Album der Singer/Songwriterin Becca Stevens. Es erscheint zwar erst im März 2020, eine gleichnamige EP mit fünf der neuen Songs ist schon jetzt erhältlich. Zu dem Titel "Wonderbloom" hat sie sich von einer botanischen Kuriosität inspirieren lassen.

Sich mehr treiben lassen

Anders als bei ihrem letzten Album "Regina" von 2017 hat Becca Stevens für "Wonderbloom" weniger konzeptuell gearbeitet, sondern sich mehr treiben lassen, einen freieren offeneren Zugang gewählt. Dazu gehörte, dass sie nicht alles allein gemacht, sondern mehr auf den Input anderer Musiker gesetzt hat. Für einen Kontrollfreak wie sie keine leichte Entscheidung. Doch es wirkt so, als habe sie sich für "Wonderbloom" vorgenommen, Kontrolle abzugeben und zu vertrauen.

Frauen im Musikbusiness

In der Single "Good Stuff" geht es um die spezifischen Herausforderungen, vor denen Frauen im Musikbusiness stehen. Eine Problematik, die auch mit Kontrolle und Macht (oder besser: dem Mangel davon) zu tun hat. In dem berührenden "Heather’s Letters to her Mother" wird Becca Stevens sogar politisch: Der Song handelt von der US-amerikanischen Bürgerrechtsaktivistin Heather Heyer, die 2017 im Alter von 32 Jahren bei einer rechtsextremen Demonstration in Charlottsville, Virginia getötet wurde. Ein Attentäter raste mit seinem Auto in die Menge der Gegendemonstranten.

Becca Stevens, Singer/Songwriterin [6:40 Minuten]

Weitere Themen in den Sounds

ECM 50. Geburtstag
Das Münchener Plattenlabel wird fünfzig Jahre alt. Am 24. November 1969 nahm US-Jazzpianist Mal Waldron in Ludwigsburg die Musik zum ersten ECM-Album "Free At Last" auf. Das Team rund um Labelgründer und Produzent Manfred Eicher veröffentlicht seit einem halben Jahrhundert bahnbrechende Musik zwischen Jazz und zeitgenössischer Musik. In einer sehr vom persönlichen Geschmack und ästhetischem Empfinden des Produzenten Eicher geprägten Ausrichtung werden dabei immer wieder neue Akzente gesetzt. Stars wie Jan Garbarek oder Keith Jarrett zählten schon von jeher zum Künstlerstamm der "Editions Of Contemporary Music", doch es kommen immer wieder auch neue Namen hinzu. Eine Reihe von Geburtstagskonzerten findet auch im Bremer Sendesaal statt - und Manfred Eicher gab anlässlich einer Preisverleihung bei der allerersten Jazzahead 2006 ein wenig Auskunft über sein Wirken und seine Haltung, in einem seiner seltenen Interviews.

Neue Alben großer alter Namen: Cohen, Dylan & Cash
Mit "Thanks For The Dance" erscheint an diesem Wochenende ein posthumes Album von Leonard Cohen. Im Auftrag seines Vaters lieferte Sohn Adam Cohen als Produzent damit ein schmales aber inhaltlich wertvolles Postskript zum Lebenswerk seines berühmten Vaters. Und versammelte dabei unter Einfluss und im Geist des Berliner "People"-Festivals auch einige namhafte Kolleg*Innen zur musikalischen Ausgestaltung der hinterlassenen Verse des Dichters und Sängers aus Montreal. In einigen Presseterminen für europäische Medienvertreter lieferte Adam Cohen die Hintergründe dazu. Bob Dylan und Johnny Cash verband über viele Jahre eine gegenseitige Bewunderung, doch nur einmal kam es zu einer kreativen Begegnung - in Nashville 1969. Eine aktuelle Box dokumentiert diese Begegnung und blickt darüber hinaus auf die "Nashville"-Phase von Dylan in dieser Zeit. Mit Alben wie "John Wesley Harding" oder "Nashville Skyline".

Milky Chance: "Mind The Moon"
Quasi über Nacht wurden Philipp Dausch und Clemens Rehbein berühmt. Ihre Eigenproduktion “Stolen Dance” eroberte erst Youtube und die internationalen Charts. Jetzt ist das dritte Album von Milky Chance erschienen.

Milky Chance: Mind The Moon

Am Mikrofon: Harald Mönkedieck

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 23. November 2019, 19:05 Uhr

Playliste:

23. November 2019, 19:05 - 22 Uhr, Sounds [PDF, 28 Kb]
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