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Das Tier und der Mensch

17. März 2019, 12:00 Uhr

Es ist eine wahre Affenliebe, die mancher Mensch zu seinem Haustier entwickelt. Da wird das Tier geradezu zum Menschen, ist Partner oder Kinderersatz.

Haarige Freunde – Die Haustiere unserer Zuschauer. [Quelle: Radio Bremen, Bianca Dörgeloh]

Ouvertüre: Wie wir Tiere lieben

Wir lieben unsere Haustiere. Und um das zu zeigen, streicheln, waschen und hätscheln wir sie. Das beste Futter ist gerade gut genug. Aber: Tiere wurden über Jahrtausende hinweg als niedere Lebewesen angesehen: Schon als Beute in der Steinzeit, wo Menschen die Tiere jagten und anschließend aßen, über Nutztiere, wie etwa den Ochsen, die die Karren auf dem Feld zogen oder die Pferdekutsche im Mittelalter. Zum heutigen Haustier war es für Tier und Mensch gleichermaßen ein langer Weg.

Mops mit rot-weiß-karriertem Halstuch [Quelle: Radio Bremen, Mathias Brüninghaus]
Unsere Haustiere werden gerne verwöhnt... [Quelle: Radio Bremen, Mathias Brüninghaus]

Ist es dann nicht umso verwunderlicher, dass wir Tiere auch essen obwohl wir sie doch so sehr lieben? Nein, Hunde und Katzen sind hierzulande keine Delikatesse wie in einigen Teilen Chinas. Aber Rinder, Kühe, Schweine oder auch Pferde zu essen, ist völlig okay in unserer Gesellschaft. Unser widersprüchlicher Umgang mit Tieren ist aber erneut im Wandel: Rund 6,3 Millionen Menschen in Deutschland sind Vegetarier.

Ein Beitrag von Burcu Arslan:
Ouvertüre: Wie wir Tiere lieben [2:49 Minuten]

"Das Kuscheltierdrama"

Haarige Freunde – Die Haustiere unserer Zuschauer. [Quelle: Radio Bremen, Melanie Röhlk]
Sollte man Tiere im eigenen Bett schlafen lassen? [Quelle: Radio Bremen, Melanie Röhlk]

Hunde schlafen in den Betten ihrer Besitzer, werden innig geküsst oder zum Friseur gebracht. Die deutschen Haustiere werden zunehmend vermenschlicht. Ein Trend, der gefährlich werden kann. Das meint zumindest der Berliner Tierpathologe Dr. Achim Gruber. Er obduziert täglich tote Tiere und findet deren Todesursachen heraus. In seinem Buch "Das Kuscheltierdrama – Ein Tierpathologe über das stille Leiden der Haustiere", beschreibt er seine Erfahrungen. Eine seiner Schlussfolgerungen: Wir kuscheln mit unseren Tieren manchmal so sehr, dass wir sie umbringen können.

Tierpathologe Achim Gruber:
Das Kuscheltierdrama [5:05 Minuten]

Tiere und Fakten

In Deutschland gibt es rund 34 Millionen Haustiere. Das beliebteste Haustier ist die Katze. Insgesamt leben 13,7 Millionen Samtpfoten bei uns, gefolgt von rund 9,2 Millionen Hunden. Erst ab dem 10. Jahrhundert vor Christus wurden aus Tieren auch Haustiere. Denn der Mensch betrieb erstmals Pflanzenanbau. Die ersten frühen Haustiere waren Wildschafe, Ziegen, Hühner und sogar Wölfe.

Hühner im Freien im Streichelzoo "Wilder Westen" in Bremen-Gröpelingen [Quelle: Radio Bremen]
Hühner gehören neben Schafen, Ziegen und Wölfen zu den frühen Haustieren.

Wir lieben Tiere nicht nur als Haustiere. Die Bundesbürger verspeisten im Jahr 2018 im Schnitt rund 60 Kilogramm Fleisch. Am liebsten Schweinefleisch. Das teuerste Tier der Welt ist nicht etwa ein Rennpferd oder eine Siamkatze. Sondern ein Käfer. Genauer: Der Hirschkäfer. In Japan ist der borkige Käfer so beliebt, dass Käufer gerne bis zu 90.000 Euro dafür bezahlen.

Fakten: Mensch und Tier [5:05 Minuten]

Tiere im Kinderbuch

Kinder lieben Tiere. Vielleicht, weil Erwachsene die Tiere genauso herum kommandieren wie sie es mit Kindern versuchen. Aber Tiere lassen sich nicht alles sagen: sie entwickeln ein eigenes Leben. Auch und vor allem in der Kinder- und Jugendliteratur. Es gibt wohl kaum ein Tier, das nicht schon als Figur in einem Kinderbuch aufgetaucht ist. Sie haben ganz unterschiedliche Funktionen. Mal geht es um sie als Tiere, wie sie in der Realität vorkommen. Oft sind es aber auch literarische Figuren. Mario Neumann ist dem tierischen Phänomen nachgegangen.

Tiere im Kinderbuch [5:12 Minuten]

Redaktion: Stephan Cartier

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. März 2019, 12 bis 14 Uhr

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