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Die Sonne

23. Juni 2019, 12:00 Uhr

Die Sonne ist das Zentralgestirn des Sommers – alle wollen die Sonne haben, aber auch nicht zu viel davon. Wir sprechen mit dem Klimaforscher Mojib Latif über die Frage, ob wir im Norden wegen des Klimawandels demnächst ähnlich wie an der Südsee leben. Wir schauen auf Bremen als Stadt der Sonnenuhren und wir befragen einen Sonnenbeobachter.

Strahlende Sonne am Himmel [Quelle: Imago, Photocase]
Zum Sommeranfang strahlt die Sonne... [Quelle: Imago, Photocase]

Die Sonne scheint seit etwa 4,6 Milliarden Jahren und wird das vermutlich noch weitere fünf Milliarden Jahre tun. Wie die Erde dreht sich auch die Sonne permanent um die eigene Achse – braucht dazu aber wesentlich länger, nämlich 25 Tage. Gleichzeitig rast sie in einem Höllentempo durch die Milchstraße: Mit ungefähr 220 Kilometern in der Sekunde bewegt sich die Sonne um das Zentrum unseres Sonnensystems.

Uralte Strahlung

Aufgebaut ist die Sonne wie eine Zwiebel: Sie besteht aus mehreren Schichten und Schalen. Rund um den Sonnenkern herum befindet sich die Strahlungszone, in der die Energie aus dem Inneren nach außen transportiert wird. Weil diese Schicht so dicht und undurchdringlich ist, brauchen Licht und Wärme selbst bei Lichtgeschwindigkeit eine Million Jahre, um nach außen zu gelangen. Die Sonnenstrahlen, die unsere Erde erreichen, sind also schon uralt.

Das Zentrum unseres Universums

Wenn der Mond sich vor die Sonne schiebt, wird es für kurze Zeit dunkel. Und schon bei einer Sonnenfinsternis bekommen wir zu spüren, wie viel Macht von unserem zentralen Stern ausgeht. Auch wenn das Spektakel nur wenige Minuten dauert, kann es währenddessen bis zu sechs Grad kälter werden. Ohne die Sonne wäre auf dieser Erde kein Leben möglich. Das wussten schon die alten Griechen. Und Platon sah in der Sonne gar die verkörperte Idee des Guten. Von Nikolaus Kopernikus, Astronom im 16. Jahrhundert, wurde die Sonne ins Zentrum gerückt. Seiner Meinung nach drehte sich die Erde um die Sonne – und nicht umgekehrt. Seitdem wissen wir: Die Sonne ist das Zentrum unseres Universums, hält es zusammen und in Balance. Würde die Sonne aufhören zu leuchten, würde unsere Erde wild durchs Weltall düsen, unsere Ozeane würden zufrieren und Pflanzen wie Tiere aussterben.

Sonnenuhren-Hochburg Bremen

Sonnenuhr an der Ratsapotheke, Bremer Marktplatz [Quelle: Radio Bremen, Tammo Jans]
Eine Sonnenuhr an der Ratsapotheke, Bremer Marktplatz [Quelle: Radio Bremen, Tammo Jans]

Sonnenuhren wurden von der Antike bis ins 17. Jahrhundert hinein als Zeitmesser im Alltag benutzt, denn sie waren verlässlicher als mechanische Uhren. Ab dem 19. Jahrhundert dienten sie eher als Fassadenschmuck. Bremen ist mit über 120 Exemplaren die Stadt mit der größten Sonnenuhren-Dichte der Welt. Standorte in Bremen sind unter anderem im Schnoor, im Bibelgarten am Dom, im Focke-Museum oder am Markt.

Zeit für die Sonne - Sonnenuhren in der Stadt [3:20 Minuten]

Braune Haut – weiße Haut

Frau am Strand mit Sonnencreme auf der Nasenspitze [Quelle: Imago, Westend61]
Mit dem Trend zur braunen Haut kamen auch immer mehr Sonnenschutzmittel auf den Markt. [Quelle: Imago, Westend61]

Zu Monets Zeiten galt Blässe als vornehm, wie das Gemälde "La Promenade" von 1875 veranschaulicht. Der Däne Niels Rydberg Finsen war von der Sonne fasziniert; 1903 bekam er den Nobelpreis verliehen, und zwar für seine Entdeckung des Sonnenlichtes als Kur- und Heilmittel. Seine Behauptung, dass das Sonnenbaden etwas Gutes sei, sorgte für Furore. Eine neue Idee: Wer gebräunt ist, ist gesund. Spätestens mit dem Siegeszug des Bikinis war es dann endgültig vorbei mit der vornehmen Blässe. Florian Bänsch über blasse und braune Haut.

Sonne: Die Geschichte des Sonnenbräunens [4:36 Minuten]

In die Sonne schauen

Ulrich von Kusserow ist Astrophysiker mit dem Schwerpunkt Sonne. Mit ihm haben wir über über die Lust und die Risiken der Sonnenbeobachtung gesprochen.

Sonnenbeobachtung [6:55 Minuten]

Das Klima und die Sonne

Mojib Latif [Quelle: Steffen Geomar]
Mojib Latif [Quelle: Steffen Geomar]

Wir haben den Klimaforscher Mojib Latif gefragt, welche Rolle die Sonne eigentlich generell für die Bildung des Wetters spielt und ob jeder Sommer jetzt immer heißer wird. Seine Antwort: Jein. "Solche Hitze-Perioden werden zunehmen, aber es wird nicht immer so wie 2018."

Gespräch mit dem Klimaforscher Mojib Latif [6:46 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 23. Juni 2019, 12 - 14 Uhr

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