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Schwerpunkt am Sonntag

Nein-Sagen

24. Mai 2020, 12:05 Uhr

Nein-Sagen, das kann richtig befreiend, mutig und vielleicht auch für andere nervig sein. In unserem Schwerpunkt dreht sich alles um dieses "Nein". Wir sind nicht nur nett, wenn wir ständig "Ja" sagen. Wir können auch Gutes tun, indem wir zu etwas "Nein" sagen. Nein zu Rechten, nein zu Gewalt, nein zu Tierversuchen, nein zu Ungerechtigkeiten und Hass.

Junge Frau macht eine abwehrende Geste mit der Hand. [Quelle: Imago, Bernd Friedel]

"Nein"-Sagen

Im Netz geben Psychologen, selbsternannte Coaches und Lebensberater Tipps, wie man das Verneinen lernen kann. Die Nachfrage der Videos zeigt: Das Nein-Sagen beschäftigt viele. Manche Clips wurden tausendfach geklickt. Nein-Sager sind schließlich vermeintlich die Erfolgreichen, die auf ihre eigene Stimme hören, sich nicht alles gefallen lassen und nicht überall mitziehen. Aber auch diejenigen, die unsozial, unbequem und unfreundlich auf andere wirken können. Wir sind aber nicht nur nett, wenn wir ständig "Ja" sagen. Wir können auch Gutes tun, indem wir zu etwas "Nein" sagen. Nein zu Rechten, nein zu Gewalt, nein zu Tierversuchen, nein zu Ungerechtigkeiten und Hass.

Über das Nein-Sagen [3:26 Minuten]

Fakten zum Wort "Nein"

Würfel Nein-Schriftzug (Symbolbild) [Quelle: Imago, Imagebroker]
Das Nein-Sagen funktioniert je nach Kulturkreis unterschiedlich. [Quelle: Imago, Imagebroker]

Das Wort "Nein" stammt aus dem Althochdeutschen "Ni", also den Worten "nicht und ein". Im Juni 2016 verabschiedete der Deutsche Bundestag ein Gesetz, das den Grundsatz "Nein heißt Nein" enthält. Gemeint ist, dass es für die Strafbarkeit eines Übergriffs, nicht mehr darauf ankommt, ob mit Gewalt gedroht oder diese angewendet wurde. Entscheidend ist: Das Opfer hat die sexuelle Handlung nicht gewollt.

Seit mehr als 45 Jahren hat ein "Nein" ein ganz bestimmtes Symbol: Der "Atomkraft? Nein Danke!"-Aufkleber. Erfunden wurde das Symbol 1975 in Dänemark. Seither gilt dieses "Nein" mit der lachenden Sonne als Symbolbild gegen Atomkraft.

In Deutschland bedeutet ein Kopfschütteln "nein". In Japan hingegen verneint man nicht durch ein Kopfschütteln, sondern indem man wie ein Scheibenwischer mit der Hand vor dem Gesicht wedelt. Und in Griechenland wird das "Nein" durch ein Hochwerfen des Kopfes ausgedrückt. Dabei werden manchmal zusätzlich noch die Augen geschlossen und die Nase gerümpft.

Das Nein-Sagen [1:39 Minuten]

Die "Nein"-Sagerin – ein Erfahrungsbericht

Jana Wagner [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden]
Jana Wagner: einen Tag "Nein"-Sagerin. [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden]

"Nein"-Sagen ist schwierig: Ein "Nein" kann verletzen, ein "Nein" bedeutet Ablehnung, ein "Nein" kann Türen verschließen. Allerdings will auch niemand als ewige Ja-Sagerin gelten. Bremen-Zwei-Redakteurin Jana Wagner hat deswegen einen Selbstversuch gestartet. Einen Tag lang hat sie versucht, zu allem "Nein" zu sagen. Ob das geklappt hat und wie es sich angefühlt hat, berichtet sie uns.

Wie ist es einen ganzen Tag lang "Nein" zu sagen? [5:38 Minuten]

Das große "Nein"

Prof. Dr. Armin Nassehi [Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München, Hans-Günther Kaufmann]
Prof. Dr. Armin Nassehi [Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München, Hans-Günther Kaufmann]

Der Soziologe Armin Nassehi erklärt in seinem Buch "Das große Nein", wie aus Kritik Protest wird, wie er eingebettet ist in die Kommunikationslogik unserer Zeit, wie sich seine Eigendynamik entfaltet und worin genau die Tragik des Protests besteht.

Armin Nassehi: Das große Nein. Eigendynamik und Tragik des gesellschaftlichen Protests, Kursbuch Edition, 20 Euro

Das große Nein-Sagen [6:56 Minuten]

Das laute "Nein" – Punk als Lebensform

Eine Frau aus der Punkszene schreit in Richtung Kamera. [Quelle: Imago, Westend61]

Wer sich mit dem Motiv "Nein" beschäftigt, kommt irgendwann auf das Thema Jugendkultur. Und damit auch auf Punk. Denn der war – oder ist – die Jugendbewegung, die vielleicht am lautesten und nachdrücklichsten dem Prinzip "Nein" gefolgt ist: Punk lehnte per se ab, was gesellschaftlich anerkannt war, stellte sich gegen Massenkultur und Konvention. Kerstin Burlage über eine Anti-Bewegung, die bis heute wirkt.

"Nein" zu so ziemlich allem: Punk [6:07 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 24. Mai 2020, 12 bis 14 Uhr.

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