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Schwerpunkt am Sonntag

Vor 75 Jahre: Befreiung von Bergen-Belsen

19. April 2020, 12:05 Uhr

Am 15. April 1945, vor 75 Jahren, befreiten Einheiten der britischen Armee das Konzentrationslager Bergen-Belsen bei Celle. Bremen Zwei widmet sich diesem Thema in einem Schwerpunkt. Am 18. April war eine große Gedenkfeier mit 5.000 Gästen in Bergen-Belsen geplant, die jedoch wegen der Corona-Pandemie in dieser Form ausfällt und nächstes Jahr nachgeholt werden soll.

Befreite Frauen nach der Übernahme des neutralen Territoriums des Lagers Bergen-Belsen durch die britische Armee.  [Quelle: Imago, Reinhard Schultz]

Bilder des Grauens

Vor 75 Jahren wird das Konzentrationslager Bergen-Belsen von den britischen Soldaten befreit. Ihnen bot sich ein Anblick des Grauens: 10.000 Tote stapeln sich aufeinander, während die Überlebenden des Lagers von Krankheit und Hunger gezeichnet waren.

Bergen-Belsen [3:42 Minuten]

Fakten

Ein abgemagerter Mann in Sträflingskleidung sitzt in einem Haufen Wäsche [Quelle: HSMO]
Auch nach der Befreiung war das Überleben der Opfer keineswegs sicher. Viele starben an den Folgen ihrer Inhaftierung. [Quelle: HSMO]

Während der NS-Zeit starben rund 20.000 Kriegsgefangene und 52.000 KZ-Häftlinge im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Unter ihnen auch Anne Frank, deren Tagebücher später weltbekannt wurden. Viele der Häftlinge starben kurz nach der Befreiung an den Folgen ihrer Haft. Auf dem Gelände des Konzentrationslagers Bergen-Belsen befinden sich 13 Massengräber und 15 Einzelgräber. Hier liegen die Opfer der NS-Zeit, die in den letzten Wochen vor und unmittelbar nach der Befreiung auf dem Gelände des Konzentrationslagers starben. Am 15. April 1946, ein Jahr nach der Befreiung durch die britischen Soldaten, errichtete das Belsener Jüdische Komitee ein Mahnmal auf dem ehemaligen Lagergelände in Bergen-Belsen. Das zentrale Mahnmal für die Opfer des Konzentrationslagers Bergen-Belsen wurde erst 1952 eingeweiht. Bremen-Zwei-Reporterin Burcu Arslan hat einige Fakten zum Konzentrationslager gesammelt.

Fakten: Bergen-Belsen [1:43 Minuten]

Von den Schwierigkeiten des Erinnerns

Gedenktafel in Bergen-Belsen. [Quelle: Radio Bremen, Kristin Hunfeld]
Eine Gedenktafel erinnert an die Opfer von Bergen-Belsen. [Quelle: Radio Bremen, Kristin Hunfeld]

Wo liegen heute in Zeiten des zunehmenden Rechtspopulismus die Herausforderungen in der Gedenkstättenarbeit und bei der Sensibilisierung für den Umgang mit der Geschichte des NS? Ein Gespräch mit Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, zu der auch die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen gehört.

Von den Schwierigkeiten des Erinnerns [5:31 Minuten]

Das "Modell" Bergen-Belsen

Wolfgang Benz [Quelle: Radio Bremen, Ute Hanefeld]
Wolfgang Benz [Quelle: Radio Bremen, Ute Hanefeld]

Wolfgang Benz ist Historiker und gilt als einer der führenden Experten für die Geschichte des Holocaust, er hat lange Zeit bis 2011 das "Zentrum für Antisemitismusforschung" der TU Berlin geleitet. Wir haben ihn gefragt, wie sich das System der Konzentrationslager entwickelte, welchen Aufgaben diese Lager in der Macht-Architektur des NS-Systems erfüllten und welche Bedeutung Bergen-Belsen in dieser Maschinerie des Terrors hatte.

Das "Modell" Bergen-Belsen [6:56 Minuten]

75 Jahre Befreiung Bergen-Belsen – Rundgang mit Überlebenden und Filmteam

Tomi Reichental steht an einer Gedenktafel. [Quelle: Radio Bremen, Kristin Hunfeld]
Tomi Reichental [Quelle: Radio Bremen, Kristin Hunfeld]

Am 15. April vor 75 Jahren wurde das Konzentrationslager Bergen-Belsen bei Celle befreit. Bei den britischen Truppen war damals der erste Kriegsreporter der BBC, Richard Dimbleby. Sein Bericht von den Bergen von Leichen, von den ausgemergelten und sterbenden Menschen war so schockierend, dass die BBC ihn zunächst nicht senden wollte. Diese Bilder haben sich bis heute auch dem damals neunjährigen Tomi Reichental eingebrannt. Er war aus der Slowakei im November 1944 nach Bergen-Belsen deportiert worden. Seit 1959 lebt er in Dublin. Dort hat ihn die Bremen-Zwei-Reporterin Kristin Hunfeld schon vor zehn Jahren besucht. Jetzt war sie dabei, als Jonathan Dimbleby, der Sohn des damaligen BBC-Reporters, mit einem Kamerateam des Senders ITV in Bergen-Belsen gedreht hat. Einen Dokumentarfilm über das Lager, die Befreiung und über Tomi.

Rundgang mit Überlebenden und Filmteam [6:10 Minuten] Erinnerungen an die Befreiung von Bergen-Belsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 19. April 2020, 12 bis 14 Uhr.

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