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Schrift und Schreiben

9. Februar 2020, 12:05 Uhr

Schrift. Ohne sie wäre Sodom und Gomorra. Es gäbe auch keine Vorschriften, allerdings auch keine Gesetze. Es gäbe keine Beipackzettel und ohne Schrift auch keine Beschriftungen, weder schön noch nützlich. Ohne Schrift wäre der Gedanke ein Einfall ohne Halt.

Ein Füller liegt auf einem Stück Papier. [Quelle: imago images / Panthermedia]
"Am Anfang war das Wort" [Quelle: imago images / Panthermedia]

"Am Anfang war das Wort"

Evangelium nach Johannes, Kapitel eins. "Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen." Was wäre, wenn wir das Wort nicht schreiben könnten? Was würde nicht alles in Vergessenheit geraten. Wir würden uns streiten um Besitzverhältnisse und Grenzen. Es gäbe keine Liebesbriefe und keine Liebesromane. Sicher ist jetzt: Von uns heute wird nicht viel bleiben. Unmengen digitaler Daten gehen verloren, weil sie nicht langfristig gespeichert werden können.

Ouvertüre: Am Anfang war das Wort [3:26 Minuten]

Faktenminute: Schrift als Urkunde für die Ewigkeit

Stempel Reichseigentum Erika Schreibmaschine Holz [Quelle: Radio Bremen]
Die Schreibmaschine gibt es seit gut 150 Jahren.

Fakt ist: Wer schreibt, der bleibt. Das wussten schon die alten Sumerer vor 5.000 Jahren im heutigen Irak, dem Zweistromland Mesopotamien. Für ihren wachsenden Handel brauchten sie Verträge. Mit kleinen Holzstäbchen ritzten sie Zeichen in flache Lehmfladen und ließen sie in der Sonne trocknen: erste Urkunden für die Ewigkeit.

Fakt ist: Die Schreibmaschine gibt es seit gut 150 Jahren. Schließlich musste erst einmal das Alphabet erfunden werden. Das haben die Phönizier für uns getan – ein Seefahrervolk aus dem heutigen Syrien.

Faktencheck: Schrift und Schreiben [1:50 Minuten]

Porträt: Schriftenerfinder Erik Spiekermann

Blick in ein altes Buch [Quelle: Radio Bremen, Claudia Scholz]
Handschrift aus dem Kloster von 1470 liegt jetzt in der Staats-und Universitätsbibliothek (Signatur msa0027 [Quelle: Radio Bremen, Claudia Scholz]

Erik Spiekermann reagiert zurückhaltend bescheiden, wenn man ihn den Karl Lagerfeld der Typografie nennt. Der Schriftenerfinder Spiekermann gibt Worten und Texten eine ansehnliche Erscheinung. Seine Schriften finden sich bei den deutschen Automarken VW, Audi und Mercedes, bei der Deutschen Bahn, auf allen Verkehrs- und Hinweisschildern in Österreich und der Slowakei, beim ZDF und beim WDR, in Zeitschriften und Zeitungen. 2011 zeichnete ihn die Bundesrepublik Deutschland mit dem Designpreis für sein Lebenswerk aus. "Schrift muss bescheiden bleiben", meint Erik Spiekermann. Also doch nicht Lagerfeld. Bremen-Zwei-Reporter Jens Schellhass hat ihn in Berlin besucht.

Erik Spiekermann, der Schriftenerfinder [6:09 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 09. Februar 2020, 12 bis 14 Uhr.

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