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Proteste

17. November 2019, 12:00 Uhr

Freitags Proteste gegen den Klimawandel, Autoliebhaber protestieren parallel dazu im Internet für mehr Hubraum, in Frankreich die Gelbwesten – und Bahn- und Flugmitarbeitende scheinen sowieso immer zu protestieren. Und Sie? Wann haben Sie das letzte Mal protestiert?

Gelbwesten-Proteste gegen Präsident Macron auf den Champs Elysées im Dezember 2018. [Quelle: DPA, Christoph Hardt/Geisler-Fotopress]
Gelbwesten-Proteste gegen Präsident Macron auf den Champs Elysées im Dezember 2018. [Quelle: DPA, Christoph Hardt/Geisler-Fotopress]

Protest ist ein emotionales Bedürfnis der Menschen, auszudrücken, was ihnen missfällt, Änderungen einzufordern oder einfach nur, um mitzuteilen, dass sie "dagegen" sind. Aber auch für etwas zu protestieren lohnt sich. Für eine neue Verfassung, für mehr Demokratie, für eine andere Agrarpolitik oder für mehr Klimaschutz.

Ouvertüre: der Protest [2:59 Minuten]

Wann spricht man von Protest?

Prof. Dr. Dieter Rucht [Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, David Ausserhofer]
Prof. Dr. Dieter Rucht [Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, David Ausserhofer]

Am 17. November 2018 protestierte die Gelbwesten-Bewegung zum ersten Mal auf Frankreichs Straßen. Fast 300.000 Menschen waren dabei und sprachen sich gegen Präsident Emmanuel Macron und seine Politik aus. Fast überall auf der Welt sind Proteste allgegenwärtig. Aber wie charakterisieren sie sich? Dieter Rucht, Soziologe und Mitglied des Vereins für Protest und Bewegungsforschung in Berlin, weiß es.

Wann spricht man von Protest? [6:02 Minuten]

Der Protest: die Fakten

Fakt ist: Ohne den Protest wäre auf der Welt einiges anders. Ohne Frauenbewegung keine Gleichstellung, ohne Schwulenbewegung keine freie Liebe, ohne Anti-Atomkraft-Bewegung keine erneuerbaren Energien. Fakt ist auch: Eine einzige Person kann mit ihrem Protest die Welt verändern. Schon Napoleon sagte:

Zehn Menschen die sprechen, sind lauter, als 10.000, die schweigen.

Fakt ist auch: Der Protest hat längst den analogen Raum verlassen. Protest zeigt sich auch in Form von Hashtags, Tweets oder Online-Petitionen.

Fakten: Proteste [1:19 Minuten]

Martin Luther King hält eine Rede. [Quelle: DPA, Glasshouse Images/JT Vintage]
Martin Luther King in Aktion [Quelle: DPA, Glasshouse Images/JT Vintage]

Ein Tag bei den Gelbwesten

Gelbwesten-Proteste in Paris, März 2019. [Quelle: Imago, PanoramiC]
Gelbwesten-Proteste in Paris [Quelle: Imago, PanoramiC]

Seit einem Jahr demonstrieren die Gelbwesten in Frankreich jeden Samstag gegen die Reformen von Präsident Macron. Obwohl die Bewegung nicht mehr ganz so viele Demonstranten auf die Straße bringt, wie zu Beginn, sind doch immer noch regelmäßig Protestierende auf den Straßen und kämpfen gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Ungerechtigkeiten bei der Vermögensverteilung. Ihr großes Ziel ist nach wie vor, Präsident Macron und seine Regierung zu stürzen.

Ein Tag bei den Gelbwesten [4:40 Minuten]

Der Protest und das Netz

Cover: Kerstin Schankweiler, Bildproteste, Verlag Klaus Wagenbach [Quelle: Verlag Klaus Wagenbach]
Kerstin Schankweiler, Bildproteste, Verlag Klaus Wagenbach [Quelle: Verlag Klaus Wagenbach]

Früher waren es Flugblätter, Plakate und öffentliche Reden – heute gehören soziale Netzwerke zu den wohl wichtigsten Kanälen für politischen Protest. Politisches Handeln hat sich digitalisiert. Die Revolution in Ägypten 2011 etwa wird auch "Facebook-Revolution" genannt – weil Nutzer*innen durch Selfies zum Protest aufgerufen haben. Kerstin Schankweiler, Professorin für Bildwissenschaft an der Technischen Universität Dresden, hat eine Analyse unter dem Titel "Bildproteste. Widerstand im Netz" veröffentlicht. Darin dokumentiert sie weltweite Proteste, die durch Bilder und Videos verbreitet wurden. (Wagenbach Verlag, 10 Euro)

Der Protest und das Netz [7:29 Minuten]

Diese Sendung im Programm: Bremen Zwei, 17. November 2019, 12-14 Uhr.

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