Livestream

Bremen Zwei Sendungen

Schwerpunkt am Sonntag

"Niksen": Die Kunst, nichts zu tun

29. Dezember 2019, 12:00 Uhr

Einfach mal nichts tun – "Niksen", so heißt ein Wellnesstrend aus den Niederlanden. Aber einfach mal gar nichts machen, wie geht das? Und warum tun wir uns so schwer damit?

Gemälde "Junge Mädchen am Ufer" von Renoir. [Quelle: DPA, AKG-Images]
Das süße Nichtstun - die "Junge Mädchen am Ufer" von Renoir wissen wie das geht. [Quelle: DPA, AKG-Images]

Was ist "Niksen"?:
Niksen [23 Sekunden]

Der soziale Jetlag und der Biorhythmus

Schlafende Frau [Quelle: Radio Bremen]
Der Chronobiologe Till Roenneberg plädiert für mehr Selbstbestimmung bei der Wahl der Schlaf- und Arbeitszeiten.

Das Nichtstun ist gar nicht so einfach. Eigentlich gibt unser Biorhythmus den Takt an – mit aktiven Phasen und ruhigen Phasen - wie dem Schlaf. Doch in sich reinzuhorchen und den Rhythmus wirklich zu erkennen ist schwierig. Denn alles muss schneller, besser und effizienter werden im Alltag: Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Aber: Wer ständig gegen seine innere Uhr ankämpft, riskiert die eigene Gesundheit, sagt der Chronobiologe Till Roenneberg.

Interview mit Chronobiologe Till Roenneberg:
Wir sollten mehr auf unsere innere Uhr hören [6:28 Minuten]

Buchinfos:
Till Roenneberg: Das Recht auf Schlaf. Eine Kampfschrift für den Schlaf und ein Nachruf auf den Wecker, dtv, 272 Seiten, 20 Euro

Nichtstun ist nicht gleich Nichtstun

Geschäftsmann liegt mit seinem Laptop auf einer Wiese im Garten und entspannt. [Quelle: DPA, Blickwinkel/McPhoto]
Einfach mal nichts tun! [Quelle: DPA, Blickwinkel/McPhoto]

Wer müßig ist, sich aber Sorgen um all die nicht erledigten Aufgaben macht; wer Zeit mit schlechtem Gewissen verstreichen lässt; wer das Nichtstun als ein Aufschieben der Arbeit ansieht, der macht es falsch. Es wird einem doch jeden Tag unmissverständlich klar gemacht: Nur, wer was tut, ist was wert. Professionelles Nichtstun will gelernt sein. Florian Bänsch über Experten und Künstler dieser gewollten Inaktivität.

Wie geht Nichtstun?:
Nichtstun ist nicht gleich Nichtstun [2:55 Minuten]

Das Nichtstun in Fakten

Ein Koala klammert sich an einen Ast. [Quelle: DPA, Imagebroker]
Ein Koala kann bis zu 22 Stunden pro Tag schlafen. [Quelle: DPA, Imagebroker]

Das Nichtstun ist eine Phase der Ruhe und der Zeitlosigkeit. Während des Meditierens kann der Herzschlag auf unter 50 Schläge die Minute sinken. Das entspricht der Ruhe eines schlafenden Körpers. Von Winterschläfern hält der Koala wohl den Rekord unter den Säugetieren. Koalas verschlafen in der Regel bis zu 22 Stunden jedes Tages.
Ein Computer kann, sobald er eingeschaltet ist, nicht Nichts tun. Wenn gerade nichts zu tun ist, wird der ewig tickende Prozessor mit leeren Aufgaben beschäftigt. Fakten zum Thema Nichtstun von Florian Bänsch.

Fakten:
Das Nichtstun [50 Sekunden]

Floaten - im Nichts schweben

Es hat schon einen Grund, weshalb der Lichtschalter in Räumen in der Regel direkt neben der Eingangstür ist. Die Dunkelheit ist nicht nur unpraktisch und gefährlich, sondern auch langweilig. Wenn wir nicht gerade Schlafen, gibt es für uns eigentlich keinen guten oder gesunden Grund, uns mit Finsternis zu umgeben. Aber ob das wirklich so stimmt, wollte unser Reporter Florian Bänsch genauer wissen, und hat sich in die Sinnesreiz-Reduktionskammer stecken lassen. Eine Stunde lang bei Stille und Dunkelheit, treibend in einem Salzwassertank. "Floating" nennt sich das, und wie es war, hören wir jetzt.

Ein Selbstversuch:
60 Minuten Dunkelheit [5:38 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 29. Dezember 2019, 12-14 Uhr

Bremen Zwei