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Schwerpunkt

Denken

28. Juni 2020, 12:00 Uhr

Deutschland gilt als Land der Dichter und Denker – und gerade das Denken wird gerne mit Bildung in Verbindung gebracht. Tatsache ist aber: Alle Menschen denken, fast ununterbrochen. Tag für Tag. In unserem Schwerpunkt denken wir über das Denken nach.

Computervisualisierung des menschlichen Gehirns. [Quelle: Imago, Science Photo Library]

Gedanken über das Denken

eine junge Frau macht sich Gedanken [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden]
Rund 60.000 Gedanken gehen einem Menschen pro Tag durch den Kopf, und ca. 22 Millionen pro Jahr. [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden]

Denken ist etwas Alltägliches, etwas ganz Normales und zugleich doch etwas Hochkompliziertes – wissenschaftlich betrachtet – für unser Gehirn. Noch immer suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach einer schlüssigen Antwort auf die Frage, wie unser Denken funktioniert. Jüngste Erkenntnisse zeichnen ein dreidimensionales Bild der abgelegten Informationen, ähnlich eines Hochregallagers. Unser Denken funktioniert über das Navigationssystem unseres Gehirns und die Forschung kann hier noch viel entdecken!

Gedanken über das Denken [3:05 Minuten]

Fakten zum Denken

Bildmontage: Frau mit Sternen im Kopf. [Quelle: Imago, Ikon Images / Cavan Images]
Unser Gehirn hat mehr Schaltstellen, als die Milchstraße Sterne hat. [Quelle: Imago, Ikon Images / Cavan Images]

Denken wird oft mit Bildung assoziiert, aber Denken ist der Normalzustand. Auch wenn wir an Nichts denken, denken wir. Denn "nicht zu denken" würde vielen Wissenschaftlern zufolge auch "nicht zu existieren" bedeuten. Das Wort Denken wird in unserer Alltagssprache gerne in allen möglichen und unmöglichen Situationen verwendet, ganz oft auch, wenn es gar nicht wirklich ums Denken geht. Denken und unser Gehirn sind unzertrennlich. Am leistungsfähigsten ist das Gehirn, wenn wir 22 Jahre – also noch sehr jung – sind. 86 Milliarden Nervenzellen sind im Gehirn unter anderem auch für unsere Gedanken zuständig. Diese Neuronen sind durch 100 Billionen Synapsen miteinander verbunden. Unser Gehirn hat also mehr Schaltstellen als der Milchstraße im All Sterne zugeschrieben werden.

60.000 Gedanken pro Tag [1:31 Minuten]

Wie beeinflussen Emotionen das Denken?

Cover: Anja Berninger, Gefühle und Gedanken: Entwurf einer adverbialen Emotionstheorie, mentis Verlag [Quelle: mentis Verlag]
Anja Berninger, Gefühle und Gedanken: Entwurf einer adverbialen Emotionstheorie, mentis Verlag [Quelle: mentis Verlag]

Wir denken in der Regel ununterbrochen und dabei fließen alle Erfahrungen und Erlebnisse aus unserem Alltag ins Gehirn mit ein – sollte man meinen. Warum das (vielleicht) gar nicht stimmt, darüber spricht Anne Berninger vom Institut für Philosophie an der Universität Stuttgart. Sie hat das Buch "Gefühle und Gedanken. Entwurf einer adverbialen Emotionstheorie" veröffentlicht.

Info: Mentis Verlag; Auflage: 2017, 332 Seiten, 48,90 Euro

Emotionen und Denken [7:12 Minuten]

Wie denkt das Gehirn?

Illustration eines Mannes, dessen offener Kopf seine Gedanken an seine Familie sichtbar werden lässt. [Quelle: Imago, Ikon Images]
Wie denkt unser Gehirn? [Quelle: Imago, Ikon Images]

Wieland Huttner, Direktor und Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden, und sein Team haben in einer wissenschaftlichen Studie entdeckt, dass ein ganz bestimmtes Gen, genannt ARHGAP11B, Hirn-Stammzellen dazu bringt, sich zu vermehren und letztlich eine größere Anzahl an Nervenzellen zu bilden. Es ist also für ein intensiveres Hirnwachstum verantwortlich und kommt nur beim Menschen vor. Ein Gespräch über die Bedeutung des Denkens aus neurologischer Sicht und darüber, wie wichtig die Größe des Gehirns für das Denken ist.

Gehirngröße und Denken [6:27 Minuten]

Musik und Denken

Abbildung eines Gehirns mit Noten eines Musikstückes. [Quelle: Radio Bremen, Montage]
Welche Wirkung hat Musik für unser Gehirn? [Quelle: Radio Bremen, Montage]

Musik kann nicht nur unsere Stimmungen und Emotionen beeinflussen, sondern auch unsere Gedanken. Sie kann auch wunderbar ablenken, zum Beispiel von negativen Gedanken. Dabei ist es egal, um welche Musikrichtung es sich handelt. Natürlich gibt es nicht nur eine Wechselwirkung zwischen Denken und Musikhören, sondern auch zwischen Denken und dem Musikmachen.

Denken und Musik - wie passt das zusammen? [5:42 Minuten]

Redaktion: Marcus Behrens
Moderation: Kristin Hunfeld

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 28. Juni 2020, 12 bis 14 Uhr

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