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Lesung

Werner Schneyder

12. März 2019, 21:05 Uhr

Am 2. März 2019 ist der österreichische Kabarettist und Entertainer Werner Schneyder in Wien gestorben. Er selbst nannte sich einen "Universaldilettanten". Auch als Buchautor war er erfolgreich. Am 22. November 2017 gastierte er in der Sparkasse Wilhelmshaven und präsentierte dort sein Buch "Gespräch unter zwei Augen". Sie hören den Mitschnitt.

Werner Schneyder [Quelle: Radio Bremen]

Werner Schneyder las in Wilhelmshaven aus seinem Buch "Gespräch unter zwei Augen".

Werner Schneyder [Quelle: Radio Bremen]

23 Gespräche fügen sich in diesem Buch wie Teile eines Mosaiks zu einer Person und deren Vita.

Das Publikum bei Literatur vor Ort [Quelle: Radio Bremen]

Sehr viel mehr als zwei Ohren hörten dem Autor aber dieses Mal zu.

Hilke Theessen und Werner Schneyder [Quelle: Radio Bremen]

Moderatorin Hilke Theessen entlockte dem ehemaligen Boxkampfrichter noch so manch überraschende Antwort.

Werner Schneyder mit dem Team von Bremen Zwei und der Sparkasse. [Quelle: Radio Bremen]

Geschafft: Werner Schneyder mit dem Team der Sparkasse Wilhelmshaven und Bremen Zwei.

Werner Schneyder [Quelle: Radio Bremen]

Und natürlich blieb noch genügend Zeit für persönliche Buchwidmungen.

Der Österreicher Werner Schneyder war auf der Kabarettbühne und im Fernsehen ebenso präsent wie hinter den Kulissen von Radio, Fernsehen und Theater. Legendär waren seine gemeinsamen Auftritte mit Dieter Hildebrandt. Es folgten Soloprogramme als Kabarettist und Musiker, 1982 gastierte er als erster nichtkommunistischer Kabarettist in der DDR.

Kabarett, Theater, Boxkampfrichter

1996 zog er sich von der Kabarettbühne zurück, um als Autor und Regisseur weiterzuarbeiten, meldete sich aber zwölf Jahre später mit einem neuen, bissigen Programm zurück. 15 Jahre lang arbeitete der 1,96-Mann mit der Igelfrisur außerdem als Boxkampfrichter. Er kommentierte Sportwettkämpfe und trat als Gastmoderator im ZDF-Sportstudio auf. Auch als Theaterregisseur machte er sich einen Namen. Am Theater Bremen inszenierte er Yasmina Rezas bitterböse Satire "Der Gott des Gemetzels". Im Januar 2017 feierte Werner Schneyder seinen 80. Geburtstag.

Von ihm sind zahlreiche Bücher erschienen, unter anderem der Essayband "Ansichten eines Solisten" und das Selbstporträt „Ich, Werner Schneyder – meine zwölf Leben". Den Tod seiner ersten Frau Ilse verarbeitete er in dem Buch "Krebs – eine Nacherzählung". Es folgten die Erzählbände "Die Socken des Kritikers" und "Partner, Paare, Paarungen". Zuletzt erschien von ihm "Gespräch unter zwei Augen", ein kritisches Selbstgespräch in Buchform.

Gespräch unter zwei Augen

Buchcover: Gespräch unter zwei Augen [Quelle: Amalthea Signum Verlag]
Werner Schneyder: Gespräch unter zwei Augen, Amalthea Signum Verlag, 2016 [Quelle: Amalthea Signum Verlag]

Werner Schneyder, der seine ungewöhnliche Vielseitigkeit selbst als "radikale Einseitigkeit" definierte, hätte zu seinem 80. Geburtstag Memoiren schreiben sollen. Das wollte er nicht. Er entschied sich, die Themen seines Lebens zu bestimmen und mit sich über deren gelungene und ungelungene Bewältigung ein Selbstgespräch zu beginnen. 23 Gespräche fügen sich wie Teile eines Mosaiks zu einer Person und deren Vita.

Der Autor legte Wert auf die Feststellung, dass niemand das Buch lesen sollte, der sich nicht für Theater, Kabarett, Literatur, Bilder, Ehe, Politik, Ökonomie, Fußball, Schach, Jugend, Religion, Alter, Tod interessiert. Und auch nicht für den Autor. Denn man erfährt, wenn man von seiner Lyrik absieht, zum ersten Mal etwas über das Innenleben dieses Sprach-, Bühnen- und Medienmenschen.

Lesung von Werner Schneyder [53:29 Minuten]

Buchinfos:
Werner Schneyder: "Gespräch unter zwei Augen". Amalthea Verlag, 272 Seiten, 22 Euro

Moderation: Hilke Theessen

Diese Sendung im Programm: Bremen Zwei, 12. März 2019, 21:05 Uhr.

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