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Lesung

Heinz Strunk

Mitschnitt aus der Kreissparkasse Syke

9. April 2019, 21:05 Uhr

Heinz Strunk ist Musiker, Entertainer und preisgekrönter Bestsellerautor. Wie kaum ein anderer versteht es der Hamburger, den Spagat zwischen Komik und Schwermut stets aufs Neue auszuloten. Mit "Das Teemännchen" ist bereits das neunte Buch des "Heinzers" erschienen, ein Kurzgeschichtenband voll höchst unterhaltsamer Skurrilitäten. Sie hören den gekürzten Mitschnitt seiner Lesung vom 3. April 2019 in der Kreissparkasse Syke.

Heinz Strunk [Quelle: Radio Bremen, Esther Willbrandt]
Heinz Strunk bei seiner Lesung in Syke [Quelle: Radio Bremen, Esther Willbrandt]

Mitschnitt der Lesung [53:18 Minuten]

Ein Leben: Eigentlich eine Groteske

Als Musiker mit Saxophon und Querflöte tingelte der gebürtige Hamburger Heinz Strunk nach dem Abitur mit Tanzkapellen durch Norddeutschland. Eine 12 Jahre andauernde Odyssee, da es mit der eigenen Musik nicht so recht laufen wollte. 1993 brachte er das Gag-Album "Spaß mit Heinz" heraus, das dem Ärzte-Schlagzeuger Bela B. in die Hände fiel. Über diesen Kontakt kam Strunk mit seinen kongenialen Kollegen Rocko Schamoni und Jacques Palminger in Kontakt: Das "Studio Braun" wurde geboren. Gemeinsam mit seinen zwei Weggefährten machte sich Heinz Strunk auf den Weg, die Möglichkeiten der Groteske, der tiefdepressiven Traurigkeit in die Höhen der Alltagskomik zu hieven. Mit großem Erfolg. Als Urväter des Telefonstreichs machte das Trio auf sich aufmerksam. Musikalische Intermezzi und weitere Engagements folgten.

Fleisch ist mein Gemüse

Solo rechnet Heinz Strunk mit seinem ersten Roman "Fleisch ist mein Gemüse" mit dem bisherigen Leben ab: als Showbandmusiker, als Akne geplagter Adoleszent, als unverstandener Liebhaber. Das Buch erschien in einer Erstauflage von 4.000 Exemplaren. Mittlerweile ist Strunks Debütroman mehr als 400.000 Mal verkauft. Weitere Bücher folgten. Für seinen Kriminalroman "Der goldene Handschuh" war er 2016 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Die Verfilmung seines Romans "Jürgen – Heute wird gelebt", mit ihm selbst in der Hauptrolle, bekam die Goldene Kamera als bester deutscher Fernsehfilm. Was seinen Romanen seit dem Debüt gemein ist: Sie sind unglaublich komisch und dabei doch eigentlich todtraurig. Keine Beziehung, keine Situation, kein Moment aus dem heinz'schen Kosmos ist unterhaltsam. Doch wie Heinz Strunk darüber schreibt, ist urkomisch.

Das Teemännchen: Erfolgreich traurig

Heinz Strunk [Quelle: Radio Bremen, Esther Willbrandt]
Heinz Strunk (links), Lesung in Syke und Moderator Tom Grote [Quelle: Radio Bremen, Esther Willbrandt]

In "Das Teemännchen" versammelt Heinz Strunk Kurz- und Kürzestgeschichten in einem Erzählband. Die Motive und Themen sind weit gestreut, die Form "typisch Strunk". Verrückte Charaktere, ulkige Momentaufnahmen, Bizarres trifft Profanes – oder ist das gar kein Widerspruch? Aus dem Alltag genommen und durch die Brille von Heinz Strunk in Worte und Sätze gefasst: Grotesk, unterhaltsam und kurzweilig. Warum der Bestsellerautor immer wieder das Scheitern thematisiert und was ihn trotz Erfolg so nah an Versagen schreiben lässt, versucht Bremen-Zwei-Moderator Tom Grote im Gespräch mit dem Autor Heinz Strunk herauszufinden. Ein grotesk-unterhaltsamer Abend ist garantiert.

Moderation: Tom Grote

Informationen zum Buch:
Heinz Strunk: Das Teemännchen, Rowohlt, 208 Seiten, 20 Euro

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 09. April 2019, 21:05 Uhr

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