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Lesung und Gespräch

Gregor Sander in Nartum

Mitschnitt aus dem Haus Kreienhoop

21. Januar 2020, 21:05 Uhr

Wo stehen wir 30 Jahre nach der Wende? Und wie sieht das ein Schriftsteller, der die ersten 20 Jahre seines Lebens in der DDR verbracht hat? Gregor Sander liest aus seinem neuen Roman "Alles richtig gemacht" und spricht mit Katrin Krämer über das, was war, das, was ist – und das, was gewesen wäre. Sie hören den Mitschnitt vom 28. November 2019 in Nartum.

Gregor Sander [Quelle: Penguin, Thorsten Futh]
Gregor Sander [Quelle: Penguin, Thorsten Futh]

Der Mitschnitt der Lesung zum Anhören:
Gregor Sander: Alles richtig gemacht [53:04 Minuten]

"So geht gesamtdeutsche Gegenwartsliteratur, die sich ihrer Erzähltradition und ihrer Geschichte bewusst ist. […] diese feinen, aber übelriechenden Fundstücke aus den Sedimentschichten der deutschen Vergangenheit werden der Hallraum für die Gegenwart in Gregor Sanders Geschichten" jubelte Elmar Krekeler in seiner Laudatio, als Gregor Sander 2012 mit dem Preis der Literatour Nord ausgezeichnet wurde.

Zwischen Ost und West

1968 in Schwerin geboren gehört Gregor Sander zu einer Generation, die als junge Erwachsene nach 1989 zwischen zwei Systemen stand. Seine Romanfiguren bleiben rastlos, versuchen, sich neu zu verorten in diesem in Wahrheit weiterhin geteilten Land. Immer wieder bricht die neue, die gemeinsame Geschichte auf – und an die Oberfläche kommen unverarbeitete Reste der Vergangenheit.

Über Umwege zum Schriftsteller

Gregor Sander lernte zuerst zwei handfeste Berufe: Schlosser und Krankenpfleger. Das Medizinstudium in Rostock brach er ab, entschied sich stattdessen für Germanistik und Geschichte in Berlin. Nach der Journalistenschule begann seine Karriere als Schriftsteller mit einem Literaturstipendium. Zuerst erschien sein Erzählband "Ich aber bin hier geboren“. Mit seinem in Schwerin spielenden Roman "Abwesend" war er für den Deutschen Buchpreis nominiert. Und mit "Winterfisch" gewann er sowohl die Literatour Nord, wie auch in Klagenfurt beim Wettlesen um den Bachmannpreis den renommierten 3-Sat-Preis. Die Verfilmung seines Romans "Was gewesen wäre" kam im Herbst 2019 in die Kinos.

Darum geht's in "Alles richtig gemacht"

Cover: Alles richtig gemacht [Quelle: Verlag Penguin]
Gregor Sander: Alles richtig gemacht, Verlag Penguin, 2019 [Quelle: Verlag Penguin]

In dem Buch "Alles richtig gemacht" erzählt Sander die Geschichte von Thomas und Daniel. Sie kommen aus Rostock und sind noch jung, als es mit der DDR zu Ende geht, aber alt genug, um sich von der aufregenden neuen Zeit mitreißen zu lassen. Die ungleichen Freunde ziehen nach Berlin – das Leben scheint eine einzige Party. Doch irgendwann verschwindet Daniel. Als er Jahre später wieder auftaucht, wird Thomas' inzwischen bürgerliche Rechtsanwaltsexistenz gerade gewaltig durchgeschüttelt: Seine Frau ist weg und hat die beiden Töchter mitgenommen. Hat Daniel etwas damit zu tun – und wer hat hier überhaupt etwas richtig gemacht?

Informationen zum Buch:
Gregor Sander: Alles richtig gemacht, Penguin Verlag, 240 Seiten, 20 Euro

Moderation: Katrin Krämer

Diese Sendung im Programm: Bremen Zwei, 21. Januar 2020, 21:05 Uhr.

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