Livestream

Bremen Zwei Sendungen Mare Radio

Mare Radio

Wandel und Veränderung

3. November 2017, 12:05 Uhr

Das einzig Beständige in der Natur sei die Veränderung, schrieb Charles Darwin. Doch die Veränderungen der Umwelt, mit der die Tiere und Pflanzen der Meere oder die Menschen an ihren Küsten umgehen müssen, sind eher bedrohlich. Und sie sind menschengemacht. Klimaveränderungen, Artensterben oder die Verschmutzung der Ozeane zeigen einen Wandel zum Schlechteren.

aus Fischernetzen gefertigte Meerestiere [Quelle: Imago, Imago/Xinhua]
Meerestiere, gefertigt aus Geisternetzen: Die Kunst der Erub, Inselbewohner im Südpazifik, war im Singapore and Asian Civilisations Museum zu sehen. [Quelle: Imago, Imago/Xinhua]

Wandel und Veränderung (1) [22:17 Minuten] Wandel und Veränderung (2) [26:23 Minuten]

An diesem Wochenende beginnt die 23. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen in Bonn. "Mare" nimmt dies zum Anlass, sich des Themas Wandel und Veränderung in Reportagen und Gesprächen anzunehmen. Wie verändert sich eine Hafen- und Fischereistadt in Schottland, wenn es nichts mehr zu fischen gibt? Oder warum formen die Bewohner von Henderson Island mitten im Pazifik aus dem Plastikmüll, der an ihre Küste geschwemmt wird, Kunstwerke? Dies und vieles mehr erklärt "Mare". 

Tödliche Netze, in Schönheit verwandelt

Während sich in den einsamen Weiten des Pazifiks riesige Plastikmüllkippen bilden, muss sich die Menschheit überlegen, wie sie gegen diese Berge ankämpfen will. Manche, wie Künstler aus dem indigenen Volk der Erub, die auf Inseln zwischen Australien und Papua-Neuguinea leben, schaffen wundervolle Skulpturen aus aufgegebenen Fischernetzen, die im Meer treiben und Fische und Schildkröten töten. Auf Henderson Island versucht man, mit dem Wandel der Meere kreativ und dennoch warnend umzugehen.

Müll am Strand von Henderson Island. [Quelle: DPA, AP Photo / Jennifer Lavers]
Henderson Island: Plastikverseuchtes Weltnaturerbe im Pazifik. [Quelle: DPA, AP Photo / Jennifer Lavers]

Eine Insel im Nirgendwo. Weit weit weg von allen Schifffahrtsrouten, von aller Zivilisation, weit weg und wunderschön, mit weißen Stränden und wilder Vegetation. Sie ist sogar Teil des Unesco-Welterbes. Und voller Plastik. So dicht wie nirgendwo sonst auf der Welt. Henderson Island, mitten im Pazifik auf halber Strecke zwischen Neuseeland und Südamerika gelegen, ist eine Müllkippe.

Auch die Bewohner der Torres-Straße zwischen Australien und Papua-Neuguinea werden vom Müll heimgesucht – in ihrem Lebensraum. Florence Mabel Gutchen ist eine Künstlerin aus dem Volk der Erub, die auf den Inseln der Torres-Straße leben. Immer wieder treffen sie auf sogenannte Geisternetze, umhertreibende, aufgegebene riesige Fischernetze der globalen Fangflotten. "Diese Netze zerstören unsere Tierwelt. 80 Prozent der Meeresschildkröten verfangen sich darin und sterben, dabei sind sie Nahrung und Totem für uns," sagt sie.

eine Schildkröte aus Fischernetzen gefertigt [Quelle: Imago, XINHUA]
Künstler der Erub im Südpazifik fertigen Skulpturen aus Geisternetzen. Sie wurden im Singapore and Asian Civilization Museum gezeigt. [Quelle: Imago, XINHUA]

Neben ihr hängt eine riesige Schildkröte – aus den Netzen gefertigt, die die echten Schildkröten umbringen. Gemeinsam mit anderen Erub-Künstlern hat Gutchen Korallen, Fischschwärme, Haie gefertigt, bunt und wunderschön anzusehen, die in einer Ausstellung in Singapur gezeigt werden.

Eine Reportage von Lena Bodewein:
Kreativer Kampf dem Kunststoff [3:18 Minuten]

Mare Radio