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Bremen Zwei Sendungen Mare Radio

Mare Radio

Giftig: Nutzen und Schaden

Moderation: Katrin Krämer / Redaktion: Nikolas Golsch, Stefanie Pesch und Stefan Pulß

5. Mai 2019, 12:05 Uhr

Von giftigen Tieren, vom Müll im Meer und von den vielfältigen Gefahren die damit verbunden sind, handelt die aktuelle Ausgabe von Mare Radio.

Diverses Treibgut, wie Plastik, Plastikflaschen, Kunststoffnetze, Schaumstoff und weiterer Müll liegt am Strand bei Orzola auf der Insel Lanzarote. [Quelle: DPA, Arno Burgi]

Giftig – Nutzen und Schaden [1:00:32 Stunden]

Schauergeschichten über riesige Seeschlangen und andere giftige Meeresungeheuer sind so alt wie die Seefahrt selbst. Heute wissen wir, dass es im Meer tatsächlich nur so wimmelt von giftigen Tieren – auch wenn sie weitaus kleiner und filigraner sind als in der Antike befürchtet. Einer der giftigsten Fische ist der Steinfisch und der wird nicht größer als 60 Zentimeter. Mit seinen 13 nadelspitzen Stacheln verpasst er seinen Opfern ein hochwirksames Nervengift.

Für die Räuber des Meeres kann Gift also sehr nützlich sein – kommt es allerdings vom Menschen, richtet es oft riesigen Schaden an. Rund um die Welt leiten Fabriken giftige Abwässer ins Meer und auch der Plastikmüll in den Weltmeeren ist für deren Bewohner toxisch. Mare Radio erforscht Nutzen und Schaden – denn letztendlich macht auch im Meer die Dosis das Gift.

Wie der tunesische Phosphatabbau das Mittelmeer vergiftet

viele tote Fische im Wasser [Quelle: Radio Bremen]
Folgen der Umweltverschmutzung: tote Fische.

Wenn Sie in der Gartenhandlung Dünger kaufen oder im Supermarkt Cola, Schmelzkäse oder auch Spülmaschinen-Tabs, dann haben alle diese Produkte etwas gemeinsam: sie enthalten Phosphate. Und die werden aus Mineralien gewonnen, die vor allem in Nordafrika vorkommen. Kein Wunder also, dass Tunesien lange Zeit zu den größten Phosphor-Exporteuren zählte. Seit dem Arabischen Frühling ist der Abbau ins Stocken geraten, das Geld ist knapp. Und wo gespart wird, ist für Umweltschutz erst recht kein Geld da. Alexander Göbel berichtet über eine Chemiefabrik, tote Fische und verseuchte Strände.

Phosphatabbau vergiftet das Mittelmeer [4:41 Minuten]

Cyanidfischen in Ostasien

Cyanid – Leser von Agatha Christie Krimis kennen dieses Gift auch unter dem Namen Blausäure. Es ist tödlich in den Champagnergläsern von reichen englischen Erbinnen. Aber es ist auch ein Methode, Fische für heimische Aquarien zu fangen. Vor allem in Südostasien, vor den Korallenriffen der Philippinen spritzen Fischer das Gift unter Wasser, um bunte Korallenfische zu lähmen und auf diese Weise leicht einsammeln zu können. Wissenschaftler schätzen, dass allein vor den Philippinen seit den 60er Jahren rund tausend Tonnen Zyanid ausgebracht wurden – die Giftschwaden treiben oft tagelang durch die Riffe und vernichten dort alles Leben. Ein Gespräch mit Andreas Kunzmann vom Zentrum für Marine Tropenforschung Bremen.

Gifte und Gegengifte bei Meerestieren

Quallen im Monterey Bay Aquarium in Kalifornien [Quelle: Radio Bremen, Mechthild Müser]
Sie zählen zu den ältesten Tieren der Erdgeschichte: Quallen sind wahre Lebenskünstler. Besonders gefährliche Arten leben vor allem in tropischen und subtropischen Gewässern. [Quelle: Radio Bremen, Mechthild Müser]

Gift kann auch gut sein – zumindest gibt es zahlreiche Meeresbewohner, die das Toxische schätzen: zum Beispiel, weil sie damit nicht gefressen werden. Oder aber, weil sie sich selbst in Ruhe über ihr Fressen hermachen wollen. Für uns Menschen ist das nicht immer gut – besonders dann, wenn wir’s mit solchen Tieren zu tun kriegen und kein Gegengift besitzen. Kerstin Burlage über Giftiges unter und Gegengiftiges über Wasser.

Gifte und Gegengifte bei Meerestieren [6:15 Minuten]

Das giftige Erbe des Krieges: Roboter soll Munition bergen

Demonstration: roboter zur Bombenentschärfung [Quelle: Radio Bremen, Nikolas Golsch]
Ein Roboter zur Bombenentschärfung. [Quelle: Radio Bremen, Nikolas Golsch]

Ein schleichendes Gift gefährdet das Leben in der Nord- und Ostsee. Auf dem Meeresgrund liegt nämlich tonnenweise alte Weltkriegsmunition, die sich langsam aber doch stetig auflöst. In diesem Prozess gelangen toxische Stoffe ins Meer. Was tun gegen dieses verdrängte Erbe des Zweiten Weltkrieges? Die Politik und die Wissenschaft suchen seit Jahrzehnten nach Lösungen, bisher hat sich wenig getan – aber jetzt scheinen die Experten doch endlich einen großen Schritt weitergekommen zu sein. Nikolas Golsch berichtet.

Roboter soll giftige Munition bergen [8:01 Minuten]

Aus Captain Cooks Kombüse

Mare Rezept [Quelle: Überseemuseum Bremen]

Die Menge macht das Gift – meint unser Smutje Cäpt’n Cook, zündet sich erstmal eine Pfeife an und plädiert für einen entspannten Umgang mit  vermeintlich giftigen Genussmitteln. Lauwarmes Hack im Pappmantel bringt uns nicht weiter, aber auch nicht um. Und ein Gläschen Whisky zum Feierabend ist allein noch kein Verhängnis, solange man es nicht übertreibt, wie seinerzeit Columbus‘ Matrosen.  Captain Cook alias Hans Helge Ott präsentiert die schönsten Rezepte aus seiner kulinarischen Seekiste. Heute mit einer launigen Meditation über Schaden und Nutzen von Genußmitteln.

Mare Rezept: Giftig [PDF, 29 Kb]

Mare Rätsel Mai 2019

Mare Rätsel [Quelle: Radio Bremen, Walter Weber]

Wir suchen ein abscheuliches giftiges Seeungeheuer aus der germanischen Mythologie, das im Ur-Ozean für Angst und Schrecken sorgt und so groß (oder besser gesagt: so lang) sein soll, dass es einmal die gesamte Erdkugel umspannt. Mit dem Wettergott Thor hat unser gesuchtes Monster jedoch einen mächtigen Gegner gefunden. Drei Anläufe braucht dieser, um das giftige Seeungeheuer kurz vor dem Weltuntergang zu besiegen – dabei lässt er allerdings selbst sein Leben, denn das Gift des Tieres rafft ihn dahin. Wissen Sie den Namen des antiken Ungeheuers?

Lösung bitte an folgende E-Mail-Adresse:
mare-radio@radiobremen.de

Lösung Mare-Rätsel April 2019: Wir fragten danach, welcher Seeräuber auf Mahé angeblich einen Schatz vergraben hat. Die richtige Antwort ist: Olivier le Vasseur, auch La Buse

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