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Bremen Zwei Sendungen Mare Radio

Mare Radio

Lecks und Löcher

1. Oktober 2017, 12:05 Uhr

Das Vollkommene kann manchmal ganz schön langweilig sein. Mare Radio beweist dieses Mal Mut zur Lücke! Wir schauen auf Bohrlöcher und unterirdische Quellen, und wir gehen dahin, wo kunstvolle Löcher gemacht werden, zum Beispiel in der Netzmacherei oder im Watt.

Blick von oben in eine Baugrube [Quelle: Radio Bremen, Boris Hellmers-Spethmann]

Auch Lecks können Interessantes zutage bringen – besonders, wenn es sich um "geleakte" Informationen handelt. Wir schauen aber auch dabei zu, wie ungeliebte Öffnungen verschlossen werden: an Pipelines tief unten auf dem Meeresgrund. Und ganz nebenbei werden dabei Wissenslücken gestopft – über die Krater auf einer kleinen Nordseeinsel oder den Aal.

Lecks und Löcher (1) [30:38 Minuten] Lecks und Löcher (2) [28:48 Minuten]

Redaktion: Esther Willbrandt, Kerstin Burlage
Moderation: Stefanie Pesch

Produktion Radio Bremen 2017

Forschungsfahrt zu Bohrlöchern

Er ist zwar kein Schweizer Käse, hat aber trotzdem eine Menge Löcher – der Meeresboden in der Nordsee. Dort gibt es rund 15.000 alte Bohrlöcher. Bis zu 4.000 davon stehen im Verdacht, Probleme zu machen. Es kann dort zu Methan-Lecks kommen. Das ist schlecht, weil Methan ein Treibhausgas ist. Noch ist unklar, wie groß der menschliche Einfluss auf das Methan-Budget der Nordsee ist. Deshalb hat sich die 61 Meter lange "Poseidon", ein deutsches Forschungsschiff des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung, von Bremerhaven aus auf den Weg in die Nordsee gemacht. Bremen Zwei Reporter Mario Neumann war kurz vor dem Ablegen noch an Bord.  

Erkenntnisse über den Aal

Zwei-Meter-Aal wird getragen [Quelle: Radio Bremen]
Ungewöhnlicher Fang: Ein Fischer mit einem zwei Meter langen Aal.

Wenn wir über das Meer und Löcher oder Lecks sprechen, dann kommen wir unweigerlich auch auf Wissens-Lücken. Davon hat der Mensch ziemlich viele, zum Beispiel, wenn es darum geht, welche Tiere sich in der unerforschten Tiefsee tummeln. Ein Tier, das der Mensch schon mal zu Gesicht bekommt und über das er dennoch extrem wenig weiß, ist der Aal. Viele kennen ihn als Delikatesse, Aal blau, grün oder geräuchert. Das ist fatal, denn er steht mittlerweile auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Gerade deshalb wäre es aber gut, mehr über ihn zu wissen. Vor allem darüber, wie er sich fortpflanzt und was ihn dazu bewegt, dafür um die halbe Welt zu schwimmen. Doch der Erkenntnisstand ist mehr als löchrig. Über den geheimnisvollen Aal berichtet Ursula Stororst. Sie hat unter anderem mit dem Meeresbiologen Reinhold Hanel gesprochen.

Wo sind die Aale hin? [3:39 Minuten]

Krater auf Wangerooge

Leicht bewölkt ist es über den Feldern. Am Horizont steht ein rotweißer Leuchtturm. Links davon ist ein Regenbogen zu sehen. [Quelle: Radio Bremen, Peter Kuchenbuch-Hanken, Wangerooge]
Die Insel Wangerooge [Quelle: Radio Bremen, Peter Kuchenbuch-Hanken, Wangerooge]

Wer schon einmal auf Wangerooge war, hat dort vielleicht die zahlreichen runden Wasserlöcher registriert. Schon auf der Zugfahrt vom Fähranleger ins Dorf kann man rechts und links der Bahnlinie zahlreiche dieser kleinen runden Tümpel sehen. Es sind Bombenkrater, die Spuren eines der letzten großen Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg, zwei Wochen vor Kriegsende. 480 britische, französische und kanadische Bomber mit dem Angriffsziel Wangerooge. Ein Beitrag von Stefan Pulß.

Krater auf Wangerooge [4:49 Minuten]

Oktober 2017

Dem Gewinner des Mare-Rätsels winken attraktive Preise: ein Jahres-Abo des Mare-Heftes und Bücher aus dem Mare-Buchverlag.

Rätselfrage Oktober 2017

Mare Rätsel [Quelle: Radio Bremen, Walter Weber]

Am Strand findet man manchmal Steine mit einem Loch. Solche Steine wurden früher in verschiedenen Kulturen als Glücks- oder Schutzsteine verwendet. Aus der russischen Kultur stammt der Name, unter dem seit dem 19. Jahrhundert auch viele Deutsche den Lochstein kennen. Er hat mit einem Tier zu tun. Wie lautet er?

Lösung bitte an folgende E-Mail-Adresse:
mare-radio@radiobremen.de
Bitte vergessen Sie nicht, ihre Postanschrift anzugeben.

Lösung Rätsel September 2017

Wir wollten von Ihnen wissen, wo der sagenumwoben französische Pirat „La Buse“, der im 18. Jahrhundert die Meere unsicher machte, seine Piraten-Karriere begonnen hat. Die richtige Antwort lautet: auf den Bahamas

Käpt'n Cook: Bagle and Lox

Dass Löcher auch eine positive Seite haben, das beweist diese Mare-Radio-Sendung: Eine besonders populäre Art, mal schnell ein bisschen Fisch zu verputzen, ist das Fischbrötchen. Und hier kommt eine besonders luxuriöses, originelles und vor allem leckeres Rezept für Fischbrötchen, das auch noch eine bemerkenswerte Tradition hat!

Verschiedene Arten von Bagels auf einem Tisch. [Quelle: DPA, Zentralbild / Peter Ending]
Bagel [Quelle: DPA, Zentralbild / Peter Ending]

Schon zu Anfang des 17. Jahrhunderts soll in Polen jemand auf die Idee gekommen sein, einen rohen Hefe-Teigling vor dem Backen erst in Wasser zu kochen. Und damit der Teig auch schnell und gleichmäßig durchkochte, machte derjenige einfach ein Loch in die Mitte. Voila: Ein Brötchen mit Loch war geschaffen, und der jüdische Bäcker nannte es auf Jiddisch "Bejgel". Die knusprigen Dinger verkauften sich gut im Shtetl und begannen eine Weltkarriere. Heute sind sie ein Original amerikanisches Essen, besonders in New York mit seiner großen jüdischen Gemeinde. Und eine der beliebtesten Darreichungsformen ist der "Bagel and Lox", der Bagel, waagerecht halbiert, mit Frischkäse bestrichen und mit – genau: Räucherlachs belegt.

Und jetzt setzen wir einfach noch eins drauf: Verrühren Sie mal den Frischkäse mit einer ordentlichen Dosis Meerrettich und gehackten Kapern! Merken Sie was? Das kitzelt die Zunge, das macht süchtig, das macht satt – und es lässt sich prima mitnehmen.

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