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Mare Radio

Masse – mehr geht nicht

2. Juni 2019, 12:05 Uhr

Von Masseninvasionen im Meer und Touristenmassen auf dem Meer, vom Schwarmverhalten, von Eismassen und von Mondfischen handelt die aktuelle Ausgabe von Mare Radio.

Eisberge in Island (Archivbild) [Quelle: Imago, Joana Kruse]
In der Antarktis schmelzen die Eismassen. [Quelle: Imago, Joana Kruse]

Strömende Wassermassen bedecken zwei Drittel der Erde, die Pole liegen unter zunehmend schmelzenden Eismassen, die den Meeren zu neuen Höchstständen verhelfen und das Gesicht des Planeten verändern. Schiere Masse kann zerstören, etwa wenn Quallen in einer Masseninvasion ganze Fjorde entern. Sie kann aber auch von Nutzen sein: für kleine Fische, die im Schwarm schwimmen, um im Schutz der Vielen eine größere Chance zu haben, den Raubfischen zu entkommen. Mare Radio nimmt Sie mit in die Masse – über und unter Wasser.

Am Mikrofon: Stefan Pulß
Redaktion: Nikolas Golsch und Mechthild Müser

Masse – mehr geht nicht [50:42 Minuten]

Vom Schmelzen der Eismassen

Eisbohrkern [Quelle: Alfred-Wegener-Institut, H. Oerter]
Ein Eisbohrkern [Quelle: Alfred-Wegener-Institut, H. Oerter]

Der Thwaites Gletscher in der Antarktis ist derzeit wohl das spektakulärste und dramatischste Beispiel für die Folgen des Klimawandels. Ungeheure Massen von Eis, 14 Milliarden Tonnen, sind dort in den vergangenen Jahren geschmolzen, und das entstandene Wasser hat einen Hohlraum gebildet, eine 10 Kilometer lange Kaverne, was dazu führt,  dass dieser Riesengletscher noch schneller schmilzt. Was dort geschieht, hat Mare Radio sich im Alfred Wegener Institut in Bremerhaven von Olaf Eisen, Professor für Glaziologie, also der Wissenschaft vom Eis, erklären lassen.

Der Massenansturm und seine Folgen: Kreuzfahrttourismus in Barcelona

Touristen an Bord eines Kreuzfahrtschiffs (Archivbild) [Quelle: Imago, Imagebroker]
Die Kreuzfahrtschiffe bringen Touristenmassen nach Barcelona. [Quelle: Imago, Imagebroker]

Mehr als drei Millionen Besucher sind im Jahr 2018 mit ihren Schiffen im Hafen von Barcelona eingetroffen —Tendenz steigend. Die Menschen verbringen nur wenige Stunden in der Stadt. Die Schiffe bringen weniger Geld in die Stadt hinein als sie an Schäden verursachen. Viele Einheimische fühlen sich wegen der Besuchermassen zunehmend unwohl. In den vergangenen Jahren gab es in Barcelona schon vereinzelt Proteste von radikalen Gruppen. Marc Dugge über unerwünschte Kreuzfahrtschiffe in der katalanischen Metropole.

Kreuzfahrttourismus in Barcelona [6:44 Minuten]

Unter Quallen: Begegnung mit dem Schwarm

Quallen bevölkern die Meere seit Äonen. Lange galten sie als unnütze Salzwassersäcke. Dann häuften sich die Zwischenfälle: Quallen verstopften die Kühlwasserzuflüsse von Kraftwerken, rissen Boote in die Tiefe und wüteten auf Lachsfarmen.

Quallen im Monterey Bay Aquarium in Kalifornien [Quelle: Radio Bremen, Mechthild Müser]
Quallenschwärme können riesig werden... [Quelle: Radio Bremen, Mechthild Müser]

Für die Quallenforschung floss plötzlich Geld und es wurde klar: Quallen nehmen wichtige Positionen in den Weltmeeren ein. Moderne Laboranalysen und Hochleistungskameras, die das Geschehen unter Wasser aufzeichnen, erlauben inzwischen ganz neue Forschungsansätze. Und damit lassen sich Fragen angehen, die auf den ersten Blick trivial erscheinen – es aber keineswegs sind. Etwa dazu, wie viele Tiere eigentlich einen Schwarm ausmachen, was eigentlich normal ist und was als Zeichen einer Invasion und damit auf einen tief greifenden Wandel in den Meeren hinweist. 

Wie viel Körpermasse lässt die Evolution zu?

Ein Blauwal, fotografiert aus einem Hubschrauber [Quelle: Gemeinfrei]
Ein Blauwal [Quelle: Gemeinfrei]

Blauwale sind die unbestrittenen Giganten der Meere. Bis zu 200 Tonnen können sie wiegen und die größten Exemplare erreichen eine Länge von über 30 Metern. Damit sind sie die größten und schwersten Tiere, die jemals die Erde bevölkert haben. Und ihr Nahrungsbedarf ist natürlich auch einfach gigantisch: Bis zu vier Tonnen Krill verputzen die Riesen der Hochsee pro Tag. Dirk Steffens über das Supertier Blauwal.

Wie viel Körpermasse lässt die Evolution zu? [2:36 Minuten]

Schwarmverhalten von Fischen – Schutz in der schieren Masse

Ein Fischschwarm im Meer (Archivbild) [Quelle: Imago, Westend61]
Etwa ein Viertel aller Fischarten verbringen ihr ganzes Leben im Schwarm, während 50 Prozent der Fische zumindest einen Teil ihres Lebens als Gruppe umherziehen. [Quelle: Imago, Westend61]

Fischschwärme können beeindruckende Ausmaße annehmen. Schwärme von Meeräschen können bis zu 100 Kilometer lang werden. Die Hälfte aller Fischarten lebt zumindest zeitweise im Schwarm, ein Viertel von ihnen tut es immer. Die Masse eines riesigen Fischschwarms schützt die einzelnen Individuen. Was sind die Vorteile und wie finden sich Fische zu Schwärmen zusammen? Ein Gespräch mit dem Ökologen Jens Krause, Schwarmforscher am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin.

Schwarmverhalten – Schutz in der Masse [8:01 Minuten]

Massiges Strandgut: Ein Mondfisch in Santa Barbara?

Ein Mondfisch schwimmt im Wasser (Archivbild) [Quelle: Imago, allOver]
Faszinierend und ungewöhnlich: Der Mondfisch ist flach und annähernd oval. Rücken- und Afterflosse sind sehr lang, die Schwanzflosse dagegen verkürzt. [Quelle: Imago, allOver]

Ein mehr als zwei Meter großer Mondfisch ist an die Küste von Santa Barbara, nördlich von Los Angeles, angespült worden. Wissenschaftler gingen bisher davon aus, dass diese Fischart (Mola tecta) nur auf der Südhalbkugel der Erde lebt. Wie kam der Fisch also über den Äquator nach Santa Barbara? Drei Theorien sind die Favoriten: Er könnte sich einfach verirrt haben. Oder: Der Klimawandel spielt eine Rolle, dass es den Fisch nach Südkalifornien verschlagen hat. Aber auch wahrscheinlich: Der Fisch ist hier gar nicht so selten, aber bisher einfach noch nicht identifiziert worden. Eine Reportage von Nicole Markwald.

Der Mondfisch von Santa Barbara [4:14 Minuten]

Aus Captain Cooks Kombüse

Mare Rezept [Quelle: Überseemuseum Bremen]


Labskaus-Festmahl von Hans-Helge Ott

Mare Rezept. Labskaus De Luxe [PDF, 415 Kb]

Mare Rätsel Juni 2019

In welchem Ozean befindet sich die größte Masse an Wasser?
Lösung bitte an folgende E-Mail-Adresse:
mare-radio@radiobremen.de

Mare Rätsel [Quelle: Radio Bremen, Walter Weber]

Lösung Mare-Rätsel Mai 2019: Wir fragten nach dem Namen eines abscheulichen giftigen Seeungeheuers aus der germanischen Mythologie. Die richtige Antwort: Die Midgardschlange (oder auch Jörmungandr genannt) aus den Edda-Liedern, die insgesamt drei Mal mit dem Wettergott Thor kämpft. Am Ende erdrosselt er die Schlange mit seinem Hammer und sie ermeuchelt ihn im Kampf mit ihrem Gift - so überlebt keiner von beiden das Duell.

Diese Sendung im Programm: Bremen Zwei, 2. Juni 2019, 12 - 14 Uhr

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