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Klassikwelt

Musikalische Tageszeiten

28. April 2019, 19:05 Uhr

In unserem Magazin Klassikwelt betrachten wir die Tageszeiten in der Musik. Wir beginnen mit dem Morgen, gefolgt vom Mittag und Abend. Welchen Einfluss hatten sie auf die Komponisten in den verschiedenen Epochen?

Die Sonne geht über der Weser auf [Quelle: Radio Bremen, Tinia Würfel]

Der Morgen

Der norwegische Komponist Edvard Grieg beschrieb zum Beispiel den Sonnenaufgang, und Fanny Hensel unternimmt mit uns eine Morgenwanderung. Joseph Haydn komponierte einen dreiteiligen Zyklus über den Tag, natürlich auf Wunsch seines Arbeitgebers, den Fürsten Esterhazy. Sein Kollege Georg Philipp Telemann hatte wenige Jahre zuvor ebenfalls einen ähnlichen Zyklus geschrieben.

Georg Philipp Telemann [Quelle: Valentin Daniel Preisler]
Georg Philipp Telemann [Quelle: Valentin Daniel Preisler]

Georg Philipp Telemann: Die Tageszeiten

Neben seinen üblichen Amtspflichten als Hamburger Kirchenmusikdirektor hat Telemann das Musikleben der Stadt auch mit zahlreichen selbst veranstalteten Konzerten bereichert. So wurde am 20. Oktober 1757 im Hamburger Drillhaus der vierteilige Kantatenzyklus "Die Tageszeiten" uraufgeführt. Hierfür ließ er sich eigens das Libretto von dem jungen Dichter Friedrich Wilhelm Zachariae schreiben, der ein Jahr zuvor ein umfangreiches Epos mit dem gleichen Titel veröffentlicht hatte. Die Dichtung ist unter anderem von der Naturlyrik des Hamburger Ratsherrn Barthold Hinrich Brockes inspiriert. Elisabeth Richter stellt das Werk vor.

Georg Philipp Telemann: Die Tageszeiten [5:51 Minuten]

Der Mittag und Nachmittag

Eine Sinfonische Dichtung von Antonin Dvorak, in der er eine Ballade des tschechischen Dichters Karel Jaromir Erben vertont hat, spielt zur Mittagszeit. Man kann in der Musik förmlich hören, wie "Die Mittagshexe" mit ihrem Stock kommt und ihrer knochigen Hand nach dem Kind greift. Oder denken wir einmal an Claude Debussys "Prélude à l’après-midi d’un faune", die Geschichte eines Fauns. Ein für damalige Verhältnisse recht gewagtes Stück, wenn es als Ballett auf der Bühne dargestellt wurde.

Menschen gehen in der Abendsonne am Strand spazieren. [Quelle: DPA, Axel Heimken]

Der Abend

Unser musikalischer Bummel durch die Tageszeiten endet mit den Stunden vor Einbruch der Nacht. Die Sinfonie "Le Soir" von Joseph Haydn endet mit einem Sturm am Abend. Eines der schönsten Werke des amerikanischen Komponisten Samuel Barber ist "Knoxville - Summer of 1915". Es ist die Abendstunde, in der die Menschen zur Ruhe kommen, leise sprechen und die Natur beobachten. Über den Abend gibt es auch viele Gedichte und Wiegenlieder, zum Beispiel Peter Tschaikowskys "Wiegenlied". Die letzte Musik unserer Sendung kommt von Franz Liszt, der die Etüde "Harmonies du Soir" schrieb und mit der ich Sie in die Nacht schicke.

Am Mikrofon: Wolfgang Stapelfeldt

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 28. April 2019, 19:05 Uhr

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