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Hörspiel

Onager

Eine dreiteilige Entdeckungsreise in die Welt der 50er Jahre von Hermann Bohlen

29. Juli 2018, 18:05 Uhr

Onager ist ein dreiteiliges Spiel mit Originaltönen der 50er Jahre und ihren technischen Aufzeichnungsverfahren (Tonband, Tefifon, Schallplatte). Der Titel "Onager" nimmt Bezug auf die 1954 von einem Tierfänger des Tierparks Hagenbeck wieder aufgespürte Spezies der Onager, die bis dahin als ausgestorben galt.

Ein altes Radio aus den 1950er Jahren. [Quelle: DPA, Bertelsmann Lexikon Verlag]

Ähnlich ihrer Wiederentdeckung in der persischen Wüste werden in dem Hörspiel lange verschollene Töne, Sprecher und Formen (Schulfunk) vom Autor in drei Montagen entdeckt. Das Material stammt teilweise aus den Archiven des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, teils wurde es von Privatpersonen und Mitgliedern der immer noch existenten und in den 50er Jahren gegründeten Clubs der "Tonbandfreunde" zur Verfügung gestellt.

Teil 1, "Traurige Tiere" befasst sich mit der Gefühlswelt der 50er und entstand aus Funden, die der Autor im Archiv von Radio Bremen machte. Teil 2, "Maria fang an", ist den Anfängen der privaten Nutzung einer neuen Aufzeichnungstechnik (Tonband) gewidmet. Beim Monolog "Frage Nummer Eins" (Teil 3) handelt es sich um einen bearbeiteten Tonbandbrief, den ein älterer Mann 1959 für sei ne Tochter sprach ...

Realisation: Hermann Bohlen
Produktion: Radio Bremen / Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung 2004

Hermann Bohlen, geboren 1963, ist aufgewachsen in Plünnbüttel (Dorf in der Lüneburger Heide). Seine Adoleszenz stand im Spannungsfeld zwischen Betglocke und Misthaufen. Nach dem Abitur in Lüneburg war er Zivildienstleistender in Frankfurt am Main und absolvierte dann ein Studium der Sinologie in Hamburg, Shanghai und Berlin. Seit 1988 ist er in Berlin sesshaft. Im Rahmen einer Mitarbeit beim "Nachtflug" von Radio 100 verfasste er Hörstücke über Baratterie (Selbstversenkung) und Geräuschfragen beim Essen und Reden (Schmatzen). 1992 schloss er sein Studium mit einer Arbeit über Onomatopöie in der chinesischen Sprache ab. Seit 1995 arbeitet er als Hörspielautor und -produzent. Sein Hörspiel "Lebensabend in Übersee", WDR 2014, wurde für den Prix Italia 2015 und den Hörspielpreis der Kriegsblinden nominiert.

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