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Stefan Ruzowitzky

Regisseur und Drehbuchautor

12. März 2020, 18:05 Uhr

Stefan Ruzowitzky ist Oscar-Preisträger – und Österreicher. Vor 12 Jahren wurde sein Drama "Die Fälscher" mit dem wichtigsten Filmpreis der Welt ausgezeichnet. Seitdem stehen ihm auch in Hollywood alle Türen offen. Doch Ruzowitzky zieht es immer wieder nach Europa zurück. Sein jüngstes Projekt ist die Verfilmung von Hermann Hesses Buch "Narziss und Goldmund".

Stefan Ruzowitzky [Quelle: Radio Bremen, Marius Zekri]
Stefan Ruzowitzky [Quelle: Radio Bremen, Marius Zekri]

Das Gespräch zum Anhören:
"Ich hab nie probiert auf eine Filmakademie zu kommen" - Regisseur Stefan Ruzowitzky [36:30 Minuten]

Dass Hesses Buch noch nie verfilmt wurde, wundert Stefan Ruzowitzky. Wie viele andere auch, hatte Ruzowitzky seine erste Begegnung mit den Büchern von Hermann Hesse in seiner Jugend, auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, die man an der Schwelle zum Erwachsensein hat – nach Liebe, nach Identität und dem Finden des eigenen Lebensweges.

Erzählung einer großen Freundschaft

Bei den Vorbereitungen der Dreharbeiten zu “Narziss und Goldmund”, so erzählt es Ruzowitzky, hat er aber auch von vielen älteren Menschen gehört, dass sie Hesse immer noch lesen und dieses Buch für sie so etwas wie ein Lebenskompass geworden ist.

Für mich ist im Vordergrund gestanden, diese Erzählung einer großen Freundschaft, das ist etwas, das mir im Leben auch immer wichtig war.

Am 12. bzw. 13. März 2020 kommt der Film in die deutschen und österreichischen Kinos – in den Hauptrollen die jungen Kinostars Jannis Niewöhner und Sabin Tambrea.

Musikvideos waren der Grundstein seiner Kino-Karriere

Wer auf Stefan Ruzowitzkys Filmographie schaut, wird dort eine bunte Mischung von Genres finden. Thriller wie "Anatomie" sind dort ebenso verzeichnet wie der Heimatfilm "Die Siebtelbauern", der Kinderfilm "Hexe Lilli – Der Drache und das magische Buch" oder Musikvideos für Bands wie N´Sync oder für Stefan Raab. Anfang der 90er, als der TV-Musiksender "Viva" gegründet wurde, hatte Ruzowitzky seine ersten Gehversuche beim Fernsehen gemacht. Das war eine gute Zeit um sich auszuprobieren, erinnert sich Ruzowitzky.

Ich hab nie probiert auf eine Filmakademie zu kommen und ich glaub, das war immer so ein bisschen die Angst, dass mir dort dann offiziell bescheinigt wird, dass ich völlig talentlos bin. Und dann hätte ich nicht gewusst, was mache ich mit meinem Leben.

Dass Stefan Ruzowitzky Regisseur werden wollte, war ihm früh klar. In Düsseldorf, wo er zum Teil aufgewachsen ist, inszenierte er schon in der Grundschule sein erstes Theaterstück. Danach wusste er: das will ich machen.

Der Oscar machte ihn zum Nationalhelden

Höchstens die Karriere in einer Punkband hätte ihn davon abhalten können. Doch gerade als sein bester Freund eine solche Band gegründet hatte, zogen seine Eltern vom Rhein zurück nach Österreich. Dort ist Stefan Ruzowitzky durch seinen Oscar-Gewinn inzwischen eine Art Nationalheld:

In Interviews wollen Leute dann manchmal hören, dass das ein toller Erfolg war, aber das bestimmt auch Nachteile hat. Und ich muss gestehen: nein – hat´s nicht.

Über seine Erfahrungen mit dem Oscar und seinen Job als Präsident der österreichischen Filmakademie spricht Stefan Ruzowitzky in der Gesprächszeit. Ebenso über die #MeToo-Debatte und darüber, wie es ist am 25. Dezember Geburtstag zu haben.

Moderation: Marius Zekri

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 12. März 2020, 18:05 Uhr

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