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Medine Yildiz

Linken-Politikerin in Bremen

20. Februar 2020, 21:05 Uhr

Ohne ein Wort Deutsch zu können, kam Medine Yildiz 1986 in Deutschland an. Fünf Jahre hatte sie keine Arbeitserlaubnis und wartete nur darauf, dass ihr damaliger Mann nach Hause kam. Weil sie so nicht leben wollte, trennte sie sich, ergatterte einen Job bei der Post und wurde Gewerkschafterin. Heute engagiert sie sich als Frauenrechtlerin bei der Bremer Linken.

Medine Yildiz [Quelle: Die Linke Bremen, Frank Scheffka]
Medine Yildiz [Quelle: Die Linke Bremen, Frank Scheffka]

Das Gespräch zum Anhören:
"Menschen zu helfen, war immer mein Wunsch" – Medine Yildiz [35:26 Minuten]

Ihr Geburtsort heißt heute offiziell Tunceli. Für sie ist es aber weiterhin Dersim. Medine Yildiz kommt 1962 im Osten der Türkei in einer bergigen Gegend zur Welt, die kurdisch-alevitisch geprägt ist. Als eines von zehn Geschwistern weiß sie früh, dass sie aufs Gymnasium will, aber auch, dass das alles andere als selbstverständlich ist.

Mein Vater legte tatsächlich Wert auf Bildung, aber vor allem für seine Söhne – nicht Töchter.

Wenn Menschen Hilfe brauchen, ist Yildiz zur Stelle

Medine Yildiz landete durch die Beziehung zu einem Landsmann, den es nach Bremen zieht, 1986 an der Weser. Später trennt sie sich von ihm, weil sie nicht die typisch türkische Ehefrau sein will. Sie ergattert einen Job bei der Post und entwickelt sich zu einer linken Frauenrechtlerin. Heute hat sie zwei erwachsene Kinder, sitzt im Landesvorstand der Linken, engagiert sich im Landesfrauenrat und hat vor kurzem an der Universität Bremen ein weiterbildendes Studium "Sozialwissenschaftliche Grundbildung" absolviert. Abschlussnote 1,5.

Es war immer mein großer Wunsch, den Menschen zu helfen. Meine Mutter hat uns tatsächlich so erzogen: "Immer wenn Menschen hilfsbedürftig sind, müsst ihr helfen."

Medine Yildziz erzählt eine – ihre –spannende und erfolgreiche Integrations-Geschichte. Weil sie unbedingt wollte und weil sie auf Menschen traf, die ihr das Ankommen und Wohlfühlen in der Fremde erleichtert haben.

Moderation: Martin Busch

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 20. Februar 2020, 21:05 Uhr

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