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Jeannette Luft

Puppenspielerin

3. September 2019, 18:05 Uhr

Sie hat ihr Leben der Magie des Puppenspiels gewidmet. Bei "Mensch Puppe!" macht Jeannette Luft eigentlich alles: Stücke schreiben, Bühnen-Konzepte erarbeiten, beim Bau der Puppen und Masken mitarbeiten und schließlich auch mit ihnen auf der Bühne stehen. Dann werden in ihren Händen Puppen lebendig.

Jeannette Luft, Puppenspielerin des Figurentheaters "Mensch Puppe!" [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]
Jeannette Luft, Puppenspielerin des Figurentheaters "Mensch Puppe!" [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]

Eigentlich sollte es nur ein kleines Projekt für etwa ein Jahr werden, alles war handgemacht und manchmal ein bisschen provisorisch. Doch dann fanden sich Jeannette Luft und ihre Mitstreiterinnen auf einmal mitten in einem größeren kulturellen Vorhaben wieder: Sie bekamen einen Raum und finanzielle Förderung für ihr Puppentheater, brauchten deshalb plötzlich auch einen offiziellen Namen und einen Spielplan. Über die Jahre ist "Mensch Puppe!" in Bremen immer professioneller geworden, beschreibt Jeannette Luft.

Unsere Zuschauer erwarten jetzt auch einen anderen Standard als vor sieben Jahren, als wir irgendwie angefangen haben, noch Sachen selber gebastelt und gebaut haben.

Sich so zurücknehmen, dass die Puppe "lebt"

Und dabei sei auch sie selbst immer weiter gewachsen. Bei "Mensch Puppe!" macht Jeannette Luft eigentlich alles: Stücke für die Bühne umarbeiten oder selbst schreiben, Bühnen-Konzepte erarbeiten, beim Bau der Puppen und Masken mitarbeiten und schließlich auch mit ihnen auf der Bühne stehen. Die Kunst sei dabei, Puppen oder Masken zu "verlebendigen", erklärt Jeannette Luft:

Also, bei der Maske ist es ja so, wenn man die auf’m Gesicht trägt, das wirkt auf eine eigene Art nach innen und dann wieder nach außen. Wir arbeiten auch sehr viel mit Spiegeln, wenn wir Maskentheater machen. Wenn man Puppe spielt, dann nimmt man sich ja so zurück, dass die Puppe lebt und dass man versucht, recht wenig dahinter zu machen. Wenn man im Dialog mit der Puppe ist, muss man alles abgeben, den Fokus komplett abgeben, in die Puppe rein.

Neue Projekte: "Siddhartha" und eine DDR-Revue

Zurzeit arbeitet die 43-Jährige an einer Bühnenfassung von Hermann Hesses "Siddhartha", das sie mit einer Mischung aus Puppen, Musik und Videokunst inszenieren möchte. Am 25. Okotber 2019 hat das Stück Premiere. Sie beschreibt, wie die verschiedenen künstlerischen Gewerke dafür zusammenarbeiten – und wie die Puppen oft erst parallel zu den Proben für’s Stück entstehen.

Wir sind sieben Leute, die an dem Stück arbeiten – da passen einfach alle total zusammen und hören aufeinander und sind ganz feinfühlig damit und jeder gibt seine Fantasie rein.
Jeannette Luft im Stück "Träume, die auf Reisen führen" [Quelle: Mensch, Puppe!, Iris Wolf]
Schauspielerin Jeannette Luft mit einer Handpuppe für das Stück "Träume, die auf Reisen führen" [Quelle: Mensch, Puppe!, Iris Wolf]

Außerdem arbeitet Luft für "Mensch Puppe!" an einer musikalischen DDR-Revue, die im November Premiere haben soll. In der "Gesprächszeit" spricht Jeannette Luft über künstlerische Teamarbeit, die Magie des Puppenspiels und ihren eigenen Weg – der mit ihrer Kindheit in der DDR in Zwickau beginnt und für sie immer auch ein Weg nach innen ist.

Das Gespräch zum Anhören:
"Mit der Puppe muss man alles abgeben" – Puppenspielerin Jeannette Luft [38:40 Minuten]

Moderation: Kerstin Burlage

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. September 2019, 18:05 Uhr

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