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Jan-Ole Gerster

Regisseur

21. November 2019, 21:05 Uhr

Mit "Oh Boy" hat Regisseur Jan-Ole Gerster riesigen Erfolg gehabt – dann war er scheinbar abgetaucht. Nach sieben Jahren haben seine Fans nun endlich wieder etwas von ihm zu sehen bekommen. "Lara" heißt sein zweiter Spielfilm, in dem er die Enttäuschung und den Schmerz einer Frau offenlegt, die ihren Lebenstraum geopfert hat.

Jan Ole Gerster [Quelle: DPA, Eva Oertwig / Schroewig]
Jan-Ole Gerster [Quelle: DPA, Eva Oertwig / Schroewig]

Das Gespräch zum Anhören:
"Ich bin immer noch auf der Suche" – Filmemacher Jan-Ole Gerster [38:32 Minuten]

Der Film begleitet "Lara" an ihrem 60. Geburtstag. Der Sohn spielt ein wichtiges Klavierkonzert, zum ersten Mal mit einer Eigenkomposition. "Lara" war einst selbst ambitionierte Pianstin, hat den Lebenstraum aber über Bord geworden und eine Karriere im städtischen Amt absolviert.

Lara hat zielsicher an ihrer Leidenschaft vorbei gelebt. Und darin liegt eine große Tragik mit der ich viel anfangen konnte. Weil ich mich auch damit beschäftige: "Was ist ein erfülltes Leben? Und wie kann man irgendwann gut gehen?" Und ich glaub, das hat viel damit zu tun, dass man sich hin und wieder mal im Leben aus der Komfortzone herausbewegen muss, was trauen und riskieren muss.

Mit Corinna Harfouch im Café Einstein

Das Drehbuch stammt vom slowenischen Autoren Blaž Kutin, der die Geschichte schon vor 12 Jahren geschrieben hat. Als Gerster es entdeckte und die Finanzierung des Filmprojekts in die Wege leitete, wollte er für die Hauptrolle nur eine Schauspielerin und sonst keine: Corinna Harfouch. Aus Film und Fernsehen war sie ihm schon lange bekannt, aber nachdem er sie mehrfach am Theater spielen sah, war Gerster zu einem großen "Fan" geworden.

Wir sind dann ins legendäre "Café Einstein", was ein ganz guter Ort ist für erste Begegnungen, weil man da ein bisschen unter sich sein kann. Wir haben so ein bisschen über die Figur und den Film gesprochen, aber in erster Linie haben wir uns so ein bisschen beschnuppert. Das ging lange, und danach war klar, dass wir das zusammen machen.
Jan-Ole Gerster [Quelle: Radio Bremen, Kristin Hunfeld]
In Hamburg hat Gerster gerade seinen Film vorgestellt. [Quelle: Radio Bremen, Kristin Hunfeld]

"Ich hab Angst davor, dass man irgendwann routiniert ist"

Schauspieler Tom Schilling spielt den Sohn von "Lara". Ihn kennt Jan-Ole Gerster schon lange. Auch bei seinem Erstling-Langfilm "Oh Boy" war er schon dabei. Sieben Jahre ist dieser Kinoerfolg her. Damals bekam Gerster viele Filmpreise und Auszeichnungen und auch die Kinokasse klingelte. "Der Film hatte eine tolle, fast märchenhafte Reise", sagt Gerster. Trotzdem fand er nicht, dass er "automatisch über Nacht" ein gestandener, erfahrener Regisseur war.

Ich bin immer noch so auf der Suche, kann auch immer konkreter sagen, wo ich hin will als Regisseur. Aber das ist hoffentlich immer noch ein langer Prozess, weil diese Suche auch schön ist. Ich hab ein bisschen Angst davor, dass man irgendwann so routiniert ist. Eigentlich ist es ja schön, sich immer wieder herausfordern zu können.

Warum er sich dann erst einmal zurückgezogen hat, wie er sich mit dem Filmwerk von Michael Haneke beschäftigt hat und wie er sich einst als Praktikant ins Filmbusiness gestürzt hat – davon erzählt Regisseur Jan-Ole Gerster in der Gesprächszeit.

Moderation: Kristin Hunfeld

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 21. November 2019, 21:05 Uhr

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