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Ingo Froböse

Sportwissenschaftler

26. September 2019, 21:05 Uhr

Wie werden die Deutschen sportlicher und gesünder? Sportwissenschaftler Ingo Froböse, der oft als "Ernährungs- und Fitnesspapst" bezeichnet wird, geht mit gutem Beispiel voran. Mit seinen 62 Jahren kann er Werte eines Hochleistungssportlers vorweisen: 1,80 Meter Körpergröße sind auf 72 Kilogramm Gewicht verteilt. Der Körperfettanteil: athletische neun Prozent.

Ingo Froböse [Quelle: Radio Bremen, Christian Erber]
Ingo Froböse [Quelle: Radio Bremen, Christian Erber]

Das Gespräch zum Anhören:
"Wir haben die Bewegung aus unserem Alltag verloren" – Sportwissenschaftler Ingo Froböse [38:35 Minuten]

"Vun nix kütt nix" – das kölsche Sprichwort lässt erahnen, dass solche Körperfettwerte ohne Training und eine gewisse Disziplin nicht zu erreichen sind. Wer jedoch denkt, dafür permanent und in jeder Hinsicht enthaltsam leben zu müssen, liegt falsch.

Ruhig mal eine Station früher aus der Straßenbahn aussteigen

So paradox es zunächst klingen mag – aber: wer abnehmen will, muss essen. Und zwar ausreichend und ausgewogen. Morgens gehaltvoll, mittags viele Nährstoffe, abends eiweißreich. Und gemäß dem Motto "Essen und Trimmen – beides muss stimmen", sollte auch die Bewegung nicht zu kurz kommen, empfiehlt Froböse. Schon wer eine halbe Stunde am Tag spazieren geht, tue Körper und Geist etwas Gutes. Die Mitgliedschaft in einem Sportverein oder Fitnessstudio seien verzichtbar, wenn man "Inseln der Bewegung" in seinen Alltag einbaue:

Der Alltag hält unzählige Trainingsstätten für uns bereit. Statt minutenlang auf den Fahrstuhl zu warten, können wir einfach die Treppen nehmen. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, parke ich bewusst etwas weiter vom Zielort weg, um noch paar Minuten zu Fuß zu gehen. Gleiches gilt für die öffentlichen Verkehrsmittel, aus denen wir ruhig mal eine oder zwei Stationen vorher aussteigen sollten. Denn auch das ist Training.

Mehr Stress, wenig Bewegung – eine fatale Kombination

Die Realität sieht jedoch anders aus. Laut der Umfrage einer großen deutschen Krankenkasse, die jährlich von Froböse ausgewertet wird, hat das Bewegungspensum der Deutschen in den vergangenen Jahren abgenommen. Nicht einmal mehr jeder zweite Bundesbürger erfüllt demnach das Mindestmaß an Bewegung, das die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt. Noch schlimmer sieht es bei der Regeneration aus. Die Deutschen setzen sich immer mehr Stress aus, schlafen aber gleichzeitig immer weniger. Eine fatale Kombination, warnt Froböse.

Wie man sich gesund ernährt und den Körper auch im fortgeschrittenen Alter leistungsfähig hält – das erklärt Ingo Froböse in der Gesprächszeit. Außerdem verrät er, warum es hilft, seinem inneren Schweinehund einen Namen zu geben, wie er es geschafft hat, den kanadischen Weltklasse-Sprinter Ben Johnson auf der Tartanbahn zu bezwingen und welches Szenario er sich für seinen Tod wünscht.

Moderation: Christian Erber

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 26. September 2019, 21:05 Uhr

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