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Heikedine Körting

Hörspiel-Produzentin

11. Januar 2019, 18:05 Uhr

Spukschloss, Schule, Ponyhof oder Zirkuszelt: die Schauplätze der erfolgreichen Hörspielserien "Hui Buh", "Drei Fragezeichen", "Hanni und Nanni", "Fünf Freunde" oder "TKKG" befinden sich alle in einer großen alten Villa in Hamburg. Es ist der Lebens- und Arbeitsort von Heikedine Körting, der Mutter aller Schallplatten- und Kassettenkinder.

Eine Frau sitzt an einem Tisch [Quelle: Radio Bremen, Katrin Krämer]
Heikedine Körting [Quelle: Radio Bremen, Katrin Krämer]

Hier produziert sie seit Jahrzehnten die Detektivgeschichten mit Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews oder die Internatsabenteuer um die Zwillingsschwestern Hanni und Nanni Sullivan. In vielen Serien hat Heikedine Körting auch selbst schon eine Rolle übernommen. Den Spaß an der Schauspielerei hat sie nämlich schon früh entdeckt: In den 1960er Jahren spielte sie eine Nebenrolle in dem Kinofilm "Die Brücke von Remagen".

Erste Manuskripte für "Europa"-Märchenplatten

Im Juni 1945 in Jena geboren, wuchs Heikedine Körting in Lübeck auf. Studierte dann Jura in Genf und Hamburg, wo sie einen Modeladen betrieb, dann auch eine Filmfirma und eine Galerie. Auf dem "Nienstedter Reitermarkt" lernte die Gymnasiastin 1963 den Musikwissenschaftler Andreas Beurmann kennen, den Mitbegründer des Schallplattenlabels "Europa". Später schrieb Heikedine Körting Hörspielmanuskripte für die Aufnahmen der "Europa"-Märchenplatten, die mit dem Sprecher Hans Paetsch ein großer Verkaufserfolg wurden. Sie führte Regie und übernahm dann die Hörspielproduktion ganz.

Der Blick auf eine Sitzecke. [Quelle: Radio Bremen]

Heinreinspaziert! An diesem Ort in Hamburg haben die Internatszwillinge "Hanni und Nanni", die Detektive der "Drei Fragezeichen", das Schlossgespenst "Hui Buh" und viele andere Hörspielhelden ihr Zuhause.

Ein Aufnahmestudio [Quelle: Radio Bremen]

Auf jeden Fall fühlen die Schauspieler der Charaktere sich hier heimisch.

Ein Aufnahmestudio [Quelle: Radio Bremen]

Damit auch alles gut klingt, wird ordentlich an den Reglern gedreht.

Aufgehängte Tonbänder [Quelle: Radio Bremen]

Von wegen "alles digital": Das klassische Tonband stirbt in der Hörspielproduktion nicht aus.

Ein Raum voll Hörspielrequisiten [Quelle: Radio Bremen]

Ein Raum, der jedes Hörspiel-Fanherz höher schlagen lässt: Hier findet sich alles, womit die besten Geräusche erzeugt werden können.

Hörspielrequisiten hängen an einer Wand [Quelle: Radio Bremen]

Und? Können Sie die original "rostige Rasselkette" von "Hui Buh" entdecken?

1979 heiratete das Paar – in dem Jahr, in dem auch die erste Folge der Kultserie "Drei Fragezeichen" produziert wurde. 2019 wird also das 40. Jubiläum groß gefeiert, wieder mit einer großen Multi-Media Liveshow-Tournee. Die Serie füllt große Hallen und verkauft sich nach wie vor auf Kassetten und auf Vinyl-Schallplatten.

Herz und Motor der Hörspiele

Der Motor des Betriebs ist – da sind sich alle Mitarbeiter und Schauspieler, die in die Hamburger Villa kommen einig – Heikedine Körting. Das Energiebündel hat Bremen-Zwei-Moderatorin Katrin Krämer nun in den heiligen Hallen empfangen und gewährte Einblick in die Produktionsstätten.

Hier ticken die Uhren noch analog, denn die Serien werden größtenteils mit alten Bandmaschinen produziert. Und apropos ticken: ein Rundgang durch die Requisitensammlung lässt die Herzen von Hörspielfans höher schlagen. Denn hier stehen sie, die Wecker, Wanduhren, Telefone und Säbel, die in den Geschichten für die Geräuschkulisse benötigt werden. Und wer richtig hinhört – der entdeckt auch die originale "rostige Rasselkette" von "Hui Buh", dem Schlossgespenst.

Moderation: Katrin Krämer

Das ganze Gespräch zum Anhören:
Mutter aller Schallplatten- und Kassettenkinder – Hörspiel-Produzentin Heikedine Körting [38:22 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 11. Januar 2018, 18:05 Uhr

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