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Frank Sieren

Journalist in China

30. November 2018, 18:05 Uhr

Seit 1994 lebt Journalist Frank Sieren in China. Er fährt mit einem Elektro-Roller durch Peking, manchmal mit einer Atemmaske wegen der starken Feinpartikel-Belastung, und schreibt Bestseller-Bücher über die neue Weltmacht. Ob Chinas Aufstieg für den Westen eine Herausforderung ist oder Chancen bedeutet, darüber will Sieren eine Debatte anstoßen.

Journalist, Buchautor und Dokumentarfilmer Frank Sieren [Quelle: Frank Sieren]

Er sei in China hängen geblieben, sagt der China-Experte Frank Sieren. Inzwischen lebt er mit seiner Familie in Peking. Ausgerechnet in der Stadt, die laut Weltgesundheitsorganisation ganz weit oben auf der Liste der Smog-belasteten Städte steht. Wenn Frank Sieren für ein, zwei Wochen in Deutschland ist, dann fällt ihm besonders auf wie gut die Luftqualität ist. Allerdings ist auch das Tempo in Deutschland viel gemächlicher.

Die Chinesen sind im Moment in einer Aufbau-und Aufbruchsstimmung, wie vielleicht wir in den Fünfziger Jahren. Da wird nicht, wie es jetzt die (deutsche) Fußballnationalmannschaft gemacht hat, hin und her gekickt, sondern da wird in den freien Raum gespielt. Da wird etwas ausprobiert und versucht. Schon von der Stimmung her ist da ein großer Unterschied.

Heikel: Die Menschenrechte

China hat sich in den letzten Jahren von einem Entwicklungsland in eine Supermacht verwandelt. Die Menschenrechtslage ist aber nach wie vor ein heikles Thema. Als ausländischer Journalist könne man trotzdem über Vieles sprechen, sagt Frank Sieren, allerdings müsse man den richtigen Ton finden.

Wir westlichen Journalisten spielen eine Sonderrolle, im Grunde sind wir so etwas wie Hofnarren. Wir haben natürlich einen etwas größeren Spielraum. Schwieriger wird es für die chinesischen Kollegen, die natürlich ein Teil dieser Gesellschaft sind, die vielleicht gar nicht wissen, wo die rote Linie ist und dann vielleicht auch nicht wissen, wie weit sie mit ihrer Argumentation gehen können. Das ist eine schwierige Situation und das ist in den letzten Jahren nicht besser geworden.

China, die alternative Weltmacht?

Schon heute trägt die China weit über 30 Prozent zum Wachstum der Weltwirtschaft bei. China investiert Unmengen in erneuerbare Energien, Elektromobilität oder Künstliche Intelligenz. Chinas Aufstieg ist Herausforderung und Chancen zugleich. Frank Sieren will mit seinem Buch "Zukunft? China. Wie die neue Supermacht unser Leben, unsere Politik, unsere Wirtschaft verändert" eine Debatte anstoßen.

Wie die Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit der neuen Weltmacht gelingen könnte, das erzählt er in der "Gesprächszeit" auf Bremen Zwei.

Das Gespräch zum Anhören:
"China ist in Aufbruchsstimmung" – Journalist Frank Sieren [36:30 Minuten]

Moderation: Ziphora Robina

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 30. November 2018, 18:05 Uhr

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