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Frank Künster

Türsteher

7. November 2019, 21:05 Uhr

"Jeder hat ein Recht auf Rausch" sagt Frank Künster. Und von sich selbst sagt er, er sei "Exzess-Betreuer". Doch wer in seinen Club will, muss erst einmal an ihm vorbei. Als Türsteher entscheidet er seit 28 Jahren, wer drinnen feiern darf und wer leider weiterziehen muss.

Frank Künster im Film "Berlin Bouncer" [Quelle: Entertainmentkombinat, Flare Film GmbH]
Frank Künster im Film "Berlin Bouncer" [Quelle: Entertainmentkombinat, Flare Film GmbH]

Das Gespräch zum Anhören:
"Sex, Rausch, Drogen und blablabla" – Türsteher Frank Künster [36:53 Minuten]

Das typische Arbeitswochenende von Frank Künster? Donnerstagnachmittag organisieren, Donnerstagnacht arbeiten, Freitags organisieren, zwei Stunden schlafen, Freitagnacht wieder arbeiten, noch mal zwei Stunden schlafen, Samstag totaler Stress und Samstagnacht wieder arbeiten. Bis Sonntagmittag um 12 Uhr hat Frank Künster keine ruhige Minute.

Sex und Rausch und Drogen und blablabla – das ist für mich Normalität!

Frei leben, hedonistisch sein...

Geboren im Schwarzwald, aufgewachsen in einem kleinen Ort in Hessen kam Künster als 22-Jähriger in ein sehr lebendiges Berlin. Das war 1989 kurz vor dem Fall der Mauer. Statt wie geplant Betriebswirtschaft zu studieren, widmete sich Künster intensiv dem Berliner Nachtleben. Denn das war zu dieser Zeit in den Neunzigern besonders. Es entstanden ständig neue Clubs und Bars, man traf sich zum trinken und feiern in ehemaligen Fabrikhallen oder Obstgeschäften, versuchte Kunst und Clubkultur zu verbinden.

Ganz sicher hat die Wiedervereinigung in dieser Szene ganz besonders schnell funktioniert. Weil aus der Perspektive der Feierer hat das fast keine Rolle gespielt, woher man kam. Es ging nur darum, frei leben zu wollen, hedonistisch zu sein und andere Lebensformen auszuprobieren.
Frank Künster im Film "Berlin Bouncer" [Quelle: Entertainmentkombinat, Flare Film GmbH]
Frank Künster im Film "Berlin Bouncer" [Quelle: Entertainmentkombinat, Flare Film GmbH]

"Ich mach‘ das jetzt fast 30 Jahre…"

1993 begann Künster, als Türsteher zu arbeiten und entschied dann viele Jahre lang darüber, wer rein durfte in den Club vor dem sein Barhocker stand – und wer wieder gehen musste.

Da wo ich gearbeitet habe, war es meistens so, dass ich direkt an der Party dran war. Es gab nur zehn Zentimeter Abstand zu der Party. Die Tür war direkt hinter der Party, so dass ich immer alles sehen konnte.

In unserer Gesprächszeit spricht er über die Einsamkeit des Nachtlebens und seine eigene Kunst. Er erzählt von einem Leben ohne Weihnachten, seiner Arbeit als Schauspieler und den Einfluss von Gentrifizierung auf Clubs und Bars in der Hauptstadt.

Für mich ist Privatleben und Nacht- und Geschäftsleben so: Es gibt keinen Unterschied dazwischen!

Moderation: Anja Goerz

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 7. November 2019, 21:05 Uhr

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