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Gesprächszeit

Felix Krömer

Moderator von "buten un binnen"

23. Mai 2019, 18:05 Uhr

Nicht alles läuft rund in Bremen und zur Wahl treten nun viele Parteien an, die es besser machen wollen. Aber wie lösen andere Kommunen ihre Probleme? Mit dieser Frage hat sich "buten un binnen"-Moderator Felix Krömer auf eine kleine Deutschlandreise begeben. In vier deutschen Städten hat er sich erfolgreiche Projekte angeschaut an Stellen, an denen es in Bremen hakt.

Felix Krömer im Buten-un-Binnen-Studio. [Quelle: Radio Bremen, Jan Rathke]
Felix Krömer [Quelle: Radio Bremen, Jan Rathke]

Die Idee von Felix Krömers Reise durch deutsche Städte war nicht, die dortigen Projekte 1:1 auf Bremen zu übertragen. Nein, es ging erst einmal nur darum, mal über den Tellerrand zu schauen und Ideen für innovative Lösungen zu sehen.

Es ging darum, sich Beispiele anzuschauen wo etwas in bestimmten Bereichen ganz gut läuft. Und was davon man vielleicht für unsere Region so mitnehmen und zumindest andenken könnte.

Wie machen die das?

In unserem Fernsehmagazin buten un binnen ging es im April um die Frage, wie andere Kommunen Lösungen für Probleme gefunden haben. Was Felix Krömer erlebt hat, sehen Sie auch auf www.butenunbinnen.de

München: Wie wollen wir wohnen?

Für die "buten un binnen"-Wochenserie ging es zunächst nach München, wo sich Felix Krömer mit dem Thema "bezahlbarer Wohnraum" beschäftigt hat. Ausgerechnet in einer der deutschen Städte mit den höchsten Mieten findet er das Wohnprojekt "WagnisArt", das von einer Genossenschaft betrieben wird und unter anderem den deutschen Architekturpreis gewonnen hat.

Die Idee ist, dass man durch Genossenschaftsanteile Eigentümer und Mieter zu gleich ist und durch eine gedeckelte Miete werden die laufenden Kosten so niedrig wie möglich gehalten.

So leben dort mittlerweile alle Einkommensschichten zusammen. Vom ehemaligen Wohnungslosen bis zum Patentanwalt. In "WagnisArt" wohnt es sich zudem nachhaltig, umweltfreundlich und gemeinschaftlich. So gibt es in dem Passiv-Haus zum Beispiel eine gemeinsame Werkstatt, Gemeinschaftsräume und ein eigenes Carsharing-Konzept.

Aschaffenburg: Was für einen Verkehr wollen wir?

Um das Thema Verkehr ging es auch in der zweiten Station von Felix Krömer. In Aschaffenburg fahren die Menschen jeden Samstag kostenlos Bus. Mit dem auf zunächst zwei Jahre angelegten Projekt will die Stadt den Autoverkehr am Wochenende reduzieren, die Menschen wieder ans Busfahren gewöhnen und die Innenstadt beleben.

Tatsächlich hat sich der Hauptgrund bislang nicht erfüllt. Die Menschen lassen ihr Auto nicht stehen. Aber es fahren trotzdem mehr Leute Bus. An den Samstagen gibt es Fahrgastzuwächse von 30 Prozent. Und auch in der Innenstadt hat sich richtig was getan.

Leipzig: Wie ziehen wir Menschen an?

In Leipzig hat Felix Krömer auf seiner kleinen Deutschlandtour die "Spinnerei" besucht. Auf dem Gelände einer früheren Baumwollspinnerei haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Künstler angesiedelt, unter ihnen "Weltstar" Neo Rauch. Die so entstandene Kreativszene lockt heute aber auch immer mehr Start-Ups in den Szenestadtteil.

Irgendwann ist das dann so ein Selbstläufer. Leipzig ist im Moment in aller Munde. Irgendwie entsteht dann ein Hype, der lässt sich dann gar nicht mehr aufhalten. Und davon profitiert Leipzig.

Hannover: Wie wollen wir im öffentlichen Sektor wirtschaften?

Auf der letzten Station seiner Deutschlandreise ging es für den "buten un binnen"-Moderator nach Hannover. Dort schreiben die kommunalen Kliniken mittlerweile schwarze Zahlen, nach einem radikalen Strukturwandel innerhalb des Klinikverbunds. Die Kliniken arbeiten jetzt wesentlich effizienter zusammen. So wird zum Beispiel OP-Besteck zentral und nicht mehr in jeder Klinik einzeln aufbereitet.

Und für Felix Krömer war es auch ein Heimatbesuch. Aufgewachsrn im Stadtteil List begann seine journalistische Karriere mit der Mitarbeit beim Stadtmagazin "Prinz". Bis in Fernsehstudio von "buten un binnen" ging es dann allerdings erstmal über den Umweg eines Jurastudiums in Münster und Berlin .

Ich hatte eigentlich schon während der Antrittsvorlesung keine Lust mehr.

Ein Praktikum in der Sportredaktion von Radio Bremen während seines Volontariats in der Journalistenschule des RBB führte ihn dann schließlich in die Hansestadt. Auch davon und natürlich ganz viel von seiner Deutschlandreise erzählt Felix Krömer in der Gesprächszeit. 

Moderation: Hendrik Plaß

Das Gespräch zum Anhören:
"In Bremen ist Potenzial vorhanden" – Fernsehmoderator Felix Krömer [37:37 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 23. Mai 2019, 18:05 Uhr

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