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Gesprächszeit

Elissavet Patrikiou

Fotografin und Kochbuchautorin

17. Oktober 2019, 18:05 Uhr

Ob auf Norderney, in Hamburg oder Athen – die Deutsch-Griechin Elissavet Patrikiou liebt gutes Essen und interessante Menschen. Wie naheliegend, dass aus ihr eine umtriebige Food- und Portraitfotografin geworden ist: Eine Sieben-Tage-Arbeitswoche ist keine Seltenheit. Und kein Problem, denn ihre Arbeit ist ihr Leben. In der Gesprächszeit spricht Patrikiou über die beste Pita, besondere Menschen und eine Stadt, die sie zu Tränen rührt.

Elissavet Patrikiou  [Quelle: Elissavet Patrikiou]
Elissavet Patrikiou [Quelle: Elissavet Patrikiou]

Das Gespräch zum Anhören:
"Ich mag das Unperfekte" – Fotografin und Kochbuchautorin Elissavet Patrikiou [37:11 Minuten]

Arbeit und Freizeit voneinander trennen? Bei der Fotografin Elissavet Patrikiou quasi unmöglich: “Ich sehe alles in Bildern. Im Ausschnitt 24 mal 36 Millimeter. Das ist Filmformat. Ich weiß gar nicht, wie ich normal hingucken kann. Manchmal ist das auch anstrengend." Mit 16 hat die Wahl-Hamburgerin eine Ausbildung zur Fotografin gemacht; schon immer blieb ihr Blick auf Menschen hängen. Menschen, bei denen sie gerne den vermeintlichen “Fehler” sucht. Auf Models, die für ihre Fotos posieren, hat sie keine Lust.

Ich mag das Unperfekte. Genau dann reizt mich der Mensch. Sonst fehlt das Leben.
Verschiedenen Speisen aus Elissavet Patrikious Buch "Athen" [Quelle: Südwest Verlag, Elissavet Patrikiou]
Verschiedenen Speisen aus Elissavet Patrikious Buch "Athen" [Quelle: Südwest Verlag, Elissavet Patrikiou]

Wenn Patrikiou für ein Kochbuch oder Foodmagazin fotografiert, dann sind auf den Bildern meistens die Menschen zu sehen, die das Essen zubereitet haben. Macht sie Fotos für ein neues Restaurant, dann wirkt es, als sei sie bei Freunden zu Gast. Das Unverstellte, das Authentische zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeit. Wird sie gebucht, sind die Kunden oft überrascht, wenn sie am Set auftaucht. Wo ist dein Equipment, heißt es dann. Nun: das baumelt an einem dünnen Band um den Hals – für ein gutes Bild reicht Patrikiou das Smartphone. Die 43-jährige hat eine Reihe von Kochbüchern bebildert und eigene geschrieben. Ihr Herzensprojekt: “Echt griechisch.", ihr erstes Kochbuch mit Rezepten ihrer Mutter Anastasia.

Essen ist Heimat

Als andere Jugendliche in ihrem Alter noch in Fantasy-Romane abtauchten, las die Deutsch-Griechin bereits Kochbücher. Seit sie zwölf Jahre alt ist, kocht sie auch selbst. Sie ist in Baden-Württemberg geboren und aufgewachsen, ihre Eltern stammen aus Thessaloniki. Essen hat immer ein Stück griechische Heimat bedeutet: "Es geht dabei nicht nur um Nahrungsaufnahme, sondern um das Miteinander. Wenn der Nachbar klingelt, isst er eben mit. Es ist sehr schön, mit anderen Menschen das Essen zu teilen." Heute genießt sie Sterneküche und auch das ganz einfache griechische Essen.

Ich liebe ein klassisches Pita Gyros in der Hand, wo das Tsatsiki noch raustropft.

Mehr als nur Akropolis

Jessica Liedtke und Elissavet Patrikiou  [Quelle: Radio Bremen, Jessica Liedtke]
Wer so viel über Essen redet hat hinterher selbst Appetit: Jessica Liedtke und Elissavet Patrikiou [Quelle: Radio Bremen, Jessica Liedtke]

Ihr aktuelles Kochbuch führte die Fotografin nach Athen, in eine Stadt, die sie vorher nicht kannte. Und so lässt sie sich von den Bewohnern durch die Viertel führen – und nimmt uns mit: "Athen – das Kochbuch" ist ein Reiseführer mit Tipps und Rezepten von Athenern und ein starker Bildband. Von den Ecken mit der coolsten Streetart bis hin zum Antikmarkt streift Patrikiou mit uns durch die Straßen ihrer neue großen Liebe. Der Gedanke an die Stadt und was diese ihr bedeutet, rührt Patrikiou im Gespräch zu Tränen.

Athen ist kein blau-weißes Klischee. Nicht einfach nett und schön. Die Stadt pulsiert und ist in Bewegung.

Was ihr die Stadt geschenkt hat, welche Begegnung sie besonders faszinierte und was man sich in Athen unbedingt angucken muss – das und mehr erzählt Elissavet Patrikiou in der Gesprächszeit.

Moderation: Jessica Liedtke

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. Oktober 2019, 18:05 Uhr

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