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Gesprächszeit

Dirk Müller

Finanzexperte

16. Januar 2020, 21:05 Uhr

Dirk Müller hat es als "Mister Dax" zu nationaler und internationaler Berühmtheit gebracht. Er gehört zu den Pessimisten, die davon ausgehen, dass wir nur noch wenige Jahre mit Scheinen und Münzen bezahlen werden. Was Müller sehr bedauert.

Dirk Müller  [Quelle: Finanzethos GmbH, Alexander Woerl]
Dirk Müller [Quelle: Finanzethos GmbH, Alexander Woerl]

Das Gespräch zum Anhören:
"Bargeld ist für mich geprägte Freiheit" – Finanzexperte Dirk Müller [39:32 Minuten]

Bargeld ist für mich geprägte Freiheit. Wenn ich Bargeld habe, kann ich damit überall – ungeachtet meiner Person – etwas kaufen. Anonym, ohne Datenspuren zu hinterlassen. Manchmal gibt es ja vielleicht auch Dinge, von denen ich gar nicht möchte, dass andere davon erfahren, dass ich sie gekauft habe. Weil wir aber in einer Zeit leben, in der Daten das neue Gold sind, schmeckt das natürlich nicht allen Akteuren aus Wirtschaft und Politik.

Elektronische Währungen können zum Machtmissbrauch führen

Neben großen Konzernen hätten vor allem Staaten und ihre Geheimdienste ein großes Interesse daran, das Bargeld sukzessive abzuschaffen und durch elektronische Währungen zu ersetzen, ist Dirk Müller überzeugt. Damit sei der Weg zum gläsernen Konsumenten, dessen gesamtes Kaufverhalten von der Wiege bis zur Bahre einsehbar ist, vollendet. Zudem seien elektronische Währungen ein enormes Machtinstrument, warnt "Mister Dax":

Ganz besonders gefährlich wäre so etwas in den Händen von Regierungen autoritärer Staaten. Sie könnten ja zum Beispiel feststellen: "Moment, da ist ein Oppositioneller, der uns kritisiert. Das finden wir aber gar nicht gut, dem sperren wir mal eben den Zugang zu Flug- oder Zugtickets und Benzin." Auf diese Art könnten unliebsame Personen quasi unter Hausarrest gestellt werden – ohne dass diese sich dagegen wehren könnten.

Wenn die Geldautomaten abgeschafft werden

In Deutschland rechnet Müller mit einem schleichenden Verschwinden des Bargeldes. Weil es von Politikern und Wirtschaftsbossen schlecht geredet werde, während großen Werbekampagnen suggerierten, dass Bezahlen mit dem Smartphone hip sei. Parallel dazu würden Banken immer weniger Geldautomaten bereitstellen und die Bürger damit umerziehen:  

Irgendwann wird es dann heißen: "Wegen der paar Spinner, die noch in bar bezahlen, diesen ganzen Betrieb aufrecht zu erhalten – das lohnt sich doch gar nicht mehr. Jetzt schalten wir die Geldautomaten ab."

Wie Dirk Müller die Zukunft des Bezahlens sieht, was ihm Geld persönlich bedeutet, wie er zu seinem Spitznamen "Mister Dax" kam und warum ihm der Ehapa-Verlag mit einem Micky Maus-Sonderheft ein Denkmal gesetzt hat – darüber berichtet Dirk Müller in der "Gesprächszeit".

Moderation: Christian Erber

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 16. Januar 2020, 21:05 Uhr

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