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Darío Aguirre

Regisseur

16. Mai 2019, 21:05 Uhr

Darío Aguirre kam vor 15 Jahren wegen seiner Freundin Stephanie nach Deutschland. Seitdem gehören die deutschen Behörden, Visa, Papiere und Stempel zu ihrer Beziehung dazu. Doch plötzlich lädt der Hamburger Bürgermeister ihn ein, Deutscher zu werden. In seiner zart-ironischen Dokumentation "Im Land meiner Kinder" zeichnet Aguirre seine Einwanderungsgeschichte nach.

Darío Aguirre [Quelle: fsk Kino, Stephanie Tonn]
Darío Aguirre [Quelle: fsk Kino, Stephanie Tonn]

1999 kam der Maler, Musiker und Performancekünstler Darío Aguirre mit seiner Freundin Stephanie nach Deutschland und lebte zunächst bei deren Eltern. Eine Situation, die für alle nicht immer einfach war. Aufgrund der unterschiedlichen Sprache und Kultur sowie Daríos ungeduldiger Suche danach, sich als Künstler zu etablieren, kommt es zu vielen Missverständnissen. Er beginnt in Hamburg an der Hochschule für bildende Künste "Visuelle Kommunikation" zu studieren, organisiert das Kurzfilmfestival "ambulart" und arbeitet als freier Autor, Cutter und Regisseur.

"Seit 15 Jahren bin ich hier... seit 15 Jahren bin ich Ausländer"

Obwohl er langsam in Deutschland angekommen ist, begleiten ihn permanent die deutsche Ausländerbehörde und die Unsicherheit seines Aufenthaltsstatus': Vier abgelaufene Pässe, zehn Visa und immer wieder neue Anträge, die ausgefüllt werden müssen, belasten Darío, aber auch seine Beziehung zu Stephanie. Sie muss immer wieder die Visaanträge mitunterschreiben und ihre Arbeitsverträge vorlegen. Doch plötzlich kommt ein Schreiben des Bürgermeisters von Hamburg, Olaf Scholz: Eine Einladung zur Einbürgerung, ein letzter Antrag zur deutschen Staatsbürgerschaft.

Der Weg zur deutschen Staatsbürgerschaft

Ein letzter Antrag, auf dem auch Stephanies Eltern angegeben werden müssen – deshalb fährt Darío zu ihnen in die sächsische Provinz nach Zittau, um sie um Erlaubnis zu bitten, aber auch, um mit alten Missverständnissen und Konflikten aufzuräumen. Es beginnt eine Reise zurück zum Anfang seines Ankommens in Deutschland, zurück zu den Stationen seiner Identitätssuche. Eine Suche, die er in der humorvollen Dokumentation "Im Land meiner Kinder" festgehalten hat.

In der Gesprächszeit erzählt er von den verschiedenen Stationen des Ankommens, welche Bedeutung für ihn die Integration und die deutsche Staatsbürgerschaft haben, wie der Weg dorthin war und welche Rolle seine Kunst dabei spielt.

Das Gespräch zum Anhören:
"Die Liebe hat mich hergebracht" – Filmemacher Darío Aguirre [36:32 Minuten]

Moderation: Marius Zekri

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 16. Mai 2019, 21:05 Uhr

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