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Christian Berkel

Schauspieler und Autor

5. April 2019, 18:05 Uhr

Christian Berkel gehört zu den gefragtesten Darstellern im deutschen Filmgeschäft. Und nun feiern Kritiker seinen ersten Roman. In seinem Debüt "Der Apfelbaum" erzählt er seine unglaublich schillernde Familiengeschichte, die Fäden zwischen Deutschland, Spanien, Frankreich und der Schweiz zieht. Als Jugendlicher, sagt Berkel, ist er vor dieser Geschichte noch davon gelaufen.

Christian Berkel stellt sein Buch vor (Archivbild) [Quelle: Imago, Viatada]
Christian Berkel [Quelle: Imago, Viatada]

Seit 2006 spielt er den feinfühligen Kommissar "Bruno Schumann" in der ZDF-Serie "Der Kriminalist". Damit ist Christian Berkel der dienstälteste Ermittler im deutschen Fernsehen. Man kennt ihn auch als SS-Arzt "Ernst-Günther Schenk" aus dem Kinofilm "Der Untergang" von Oliver Hirschbiegel oder als "Bundeskanzler Helmut Schmidt" im Fernseh-Zweiteiler "Die Sturmflut". Berkel spielte aber auch in internationalen Kinoproduktionen wie "Inglorious Basterds" in der Regie von Quentin Tarantino und in "Operation Walküre" an der Seite von Tom Cruise.

Stierkämpfer war der einzige Berufswunsch bevor ich Schauspieler werden wollte.

Hineingeboren in eine schillernde Familie

Cover: Christian Berkel, Der Apfelbaum, Ullstein [Quelle: Ullstein]
Christian Berkel, Der Apfelbaum, Ullstein [Quelle: Ullstein]

Nun ist Christian Berkel allerdings auch als Autor ein gefragter Mann. In seinem Debüt "Der Apfelbaum" erzählt er seine unglaubliche Familiengeschichte. Sein Großvater Johannes Nohl war Mitglied der "Monte Verità"-Kommune, hatte eine Liebesbeziehung zu Erich Mühsam und kümmerte sich um Herman Hesses seelische Befindlichkeit. Später heiratete er eine Jüdin, Christian Berkels Großmutter Iza. Großmutter Iza verließ Mann und Kinder, lebte mit einem Künstler in Madrid und kämpfte gegen das Franco-Regime. Berkels Mutter Sala wuchs also alleine beim Vater auf, musste aber dann vor den Nazis nach Frankreich fliehen, wurde hier interniert und entkam nur knapp dem Transport nach Auschwitz. Diese Geschichte, sagt Berkel, habe er lange verdrängt.

Diese blinden Flecken, diese nicht erzählten Geschichten – ob aus dieser oder aus einer anderen Zeit – gibt es in jeder Familie.

"Ich hab' immer wieder das Gefühl gehabt: Irgendwann musst du das machen"

Doch der Wunsch, sich dieser Geschichte schreibend zu nähern, wurde stärker. Christian Berkel hat dafür lange Gespräche mit seiner Mutter geführt und in Archiven recherchiert. Entstanden ist ein spannender, berührender und sehr poetischer Roman.

Wie er sich dieser Vergangenheit genähert hat, wie daraus ein Buch wurde und wie es zum ersten Wort – "Stille" – kam, das erzählt Christian Berkel in der Gesprächszeit. Außerdem verrät er, warum er mal im Rolls Royce von Gustav Gründgens fuhr und wie es aussah, als der große französische Schauspieler Pierre Bertin ihm in der Garderobe Schauspielunterricht gab.

Das Gespräch zum Anhören:
"Blinde Flecken gibt es in jeder Familie " – Christian Berkel [37:08 Minuten]

Moderation: Katrin Krämer

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 5. April 2019, 18:05 Uhr

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