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Caroline Link

Regisseurin

17. Oktober 2019, 21:05 Uhr

Regisseurin Caroline Link hat uns schon viele schöne Kinomomente beschert: "Jenseits der Stille", "Nirgendwo in Afrika" oder zuletzt der Hape-Kerkeling-Film "Der Junge muss an die frische Luft" gehören zu ihren bekanntesten Kinostreifen. Vielfach ist sie dafür ausgezeichnet worden und nun auch in Bremen – mit dem Großen Preis des Filmfests Bremen.

Caroline Link mit dem Goldenen Mops des Filmfests Bremen [Quelle: Radio Bremen, Hilke Theessen]
Caroline Link mit dem Goldenen Mops des Filmfests Bremen [Quelle: Radio Bremen, Hilke Theessen]

"Ich kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen" – Caroline Link [38:17 Minuten]

Über einen goldenen Mops mit Krone und Strass-Steinchen durfte sich Caroline Link beim Filmfest Bremen freuen. Die Trophäe bekam sie an einem unterhaltsamen Abend für ihre humoristischen und satirischen Verdienste im Film verliehen.

Der passt ganz wunderbar auf mein Regal zuhause!

Caroline Link mag es gerne, wenn auch anspruchsvolle Filme, Arthouse-Filme oder dramatische Geschichten heiter daherkommen. Situationskomik und Sprachwitz sind ihr sehr willkommen.

Ich finde die Trennung von "heiter und lustig" und "ernsthaft und anspruchsvoll" verkehrt. Ich glaub' man kann das zusammenbringen.

"Eine wunderschöne Kombination aus Schmerz, Leichtigkeit und Humor"

Aus dem Stand heraus hat Caroline Link erreicht, wovon viele Filmemacher träumen. Für ihr Erstlingswerk gab es schon eine Oscar-Nominierung, für "Nirgendwo in Afrika" dann wirklich den Oscar. Natürlich hat sie damals den Rummel genossen, sagt Link heute, doch den Mythos Oscar könne sie gar nicht so recht nachvollziehen. Zuletzt war sie mit "Der Junge braucht frische Luft" über die Kindheit von Hape Kerkeling erfolgreich.

Ich bin ja genauso alt wie der Hape Kerkeling, ich bin auch 1964 geboren. Und als ich dieses Drehbuch auf dem Tisch hatte und gelesen habe, habe ich mich sofort in meine eigene Kindheit versetzt gefühlt.

Wie Kerkeling ist auch Link in der Provinz aufgewachsen. Großfamilien, autoritäre Großmütter und der Krieg, der immer noch in diese Generationen fortwirkte, kamen Caroline Link sehr bekannt vor. Beim Lesen des Drehbuchs musste sie einerseits lachen, hatte aber auch oft Tränen in den Augen.

Ich fand, es war eine wunderschöne Kombination aus Schmerz, Leichtigkeit und Humor. Und ich hatte das Gefühl, dass es auf seine kleine Weise sehr viel über das ganze Leben erzählt.

Familiäre Unterstützung "mit Blumen und einem Plastik-Oscar"

Regisseurin Caroline Link [Quelle: DPA, Bernd Kammerer]
Regisseurin Caroline Link [Quelle: DPA, Bernd Kammerer]

Caroline Link kommt aus Bad Nauheim in Hessen. Damals ein kleiner Ort ohne Cineasten-Szene, dafür mit langweiligem Kurkino. Erst nachdem sie Erfahrung als Regieassistentin gesammelt hatte, hat sie sich überhaupt getraut, sich an einer Filmhochschule zu bewerben, erinnert sich Link. Die Eltern, die sich mit einem Restaurant eine Existenz aufgebaut hatten, waren damals ziemlich überrascht, dass sie genommen wurde, aber stolz als sie es geschafft hatte. Nach der leider wegen eines technischen Defekts geplatzen Vorführung ihres Abschlussfilms überreichte ihr Vater Caroline Link sogar einen Plastik-Oscar.

Keiner hatte den Film gesehen, ich bin in Tränen ausgebrochen, aber mein Papi stand da mit Blumen und einem Plastik-Oscar und hat mich supportet und das fand ich ganz goldig. Und der steht auch neben meinem echtem Oscar – die gehören zusammen die zwei.

Moderation: Hilke Theessen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. Oktober 2019, 21:05 Uhr

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