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Gesprächszeit

Britta Jaschinski

Fotografin

26. März 2020, 21:05 Uhr

Britta Jaschinski kommt aus Bremen, hat in England Fotografie studiert und lebt seit über 30 Jahren in London. Die meiste Zeit aber ist sie auf der ganzen Welt unterwegs. Mit ihren bewegenden Bilder von wilden Tieren hat sie viele Preise gewonnen. Sie zeigen Tiere hinter Gittern, an Ketten und von Dompteuren mit Peitschen in Schach gehalten.

Zwei Elefantenfüße, die zu Hockern verarbeitet wurden [Quelle: Britta Jaschinski, Britta Jaschinski]
Britta Jaschinski fotografiert nicht nur gefangene Tiere, sondern war auch an Flughäfen unterwegs um beschlagnahmte Trophäen abzulichten. [Quelle: Britta Jaschinski, Britta Jaschinski]

Das Gespräch zum Anhören:
"Ich will die Massenausrottung zeigen" - Fotografin Britta Jaschinski [39:16 Minuten]

Ihre Motive findet Britta Jaschinski leider nicht immer in der freien Wildbahn. Die Tiere, die sie zeigt, leben hinter Glasscheiben in Zoos oder liegen an Ketten zur Belustigung des Publikums in obskuren Kleinzirkussen etwa in China. 

Oder sie sind in kommerziell verwertbare Teile zerlegt im Lager der amerikanischen Tierschutzbehörde in Denver, Colorado. Dort landen die illegal gehandelten Trophäen, die der Zoll an den Flughäfen beschlagnahmt. Elefantenfüße, zu Hockern verarbeitet, ausgestopfte Zebraköpfe, Felle von Leoparden, Eisbären oder Tigern – oder zu Pülverchen gemahlene Nashorn-Hörner oder Tigerknochen, die in manchen Ländern als Arzneien oder Potenzmittel begehrt sind.

Britta Jaschinskis Fotografien auf ihrer Website

Engagiert gegen Wilderei und Verbrechen an der Natur

Britta Jaschinski  [Quelle: Britta Jaschinski , Britta Jaschinski]
Britta Jaschinski [Quelle: Britta Jaschinski , Britta Jaschinski]

Mit internationalen Kollegen und Kolleginnen hat sich Britta Jaschinski zur Gruppe "Photographers against Wildlife Crime" zusammengetan und sie hat ein Buch mit herausgegeben, das die Verbrechen gegen die Natur und wilde, vom Aussterben bedrohte Tiere in Wort und Bild eindrücklich schildert. "Britta Jaschinski ist eine Kämpferin, die ihre Kamera als Waffe benutzt, um von uns allen den dringend nötigen Respekt für die Tierwelt einzufordern", schrieb der britische Journalist Stephen Armstrong über die renommierte Fotografin. Das bedeute aber nicht, daß sie "als eine schlechtgelaunte, die Welt missionierende heilige Kriegerin" auftrete: "Wer sie trifft, begegnet einem Ausbund an Fröhlichkeit und Energie."

Wer Verbrechen fotografiert, lebt selbst gefährlich

Britta Jaschinskis Arbeiten sind in Magazinen wie Geo, National Geographic, Stern oder Spiegel erschienen. Ausstellungen zu ihren Fotoserien wie "Zoo" oder "Wild Things" waren unter anderem in Berlin und Bremen zu sehen. Am 19. und 20. Februar 2020 war Britta Jaschinski zu Gast im Rahmenprogramm der "World Press Photo Exhibition" in Oldenburg.

Bei diesem Deutschland-Besuch machte Britta Jaschinski Station bei Bremen Zwei, erzählt wie sie über ein Schulprojekt zur Fotografie kam, wie Kindheitsbesuche im Bremer Überseemuseum sie geprägt haben und warum ein Job in der Werbebranche auf Dauer nicht das Richtige war. Außerdem schildert sie, wie gefährlich es werden kann, wenn man Verbrechen an Tieren fotografiert, wie ihre Fotoarbeiten und Vorträge auf ein erstaunliches Echo in China stießen.

Moderation: Kristin Hunfeld

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 26. März 2020, 21:05 Uhr

Weitere Informationen:

Britta Jaschinskis Fotografien auf ihrer Website Till Brönner, Trompeter, Jazz-Musiker und Fotograf Stefan Sagmeister, Grafikdesigner und Ausstellungssmacher
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