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Aslaug Nygård

Norwegische Botschaftsrätin für Kultur

16. Oktober 2019, 18:05 Uhr

2019 ist ein besonderes Jahr für die norwegische Kulturszene. Das Land aus dem Norden Europas war in diesem Jahr Gastland des Musikfestivals Jazzahead in Bremen und ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. "Dieses Jahr ist richtig viel los, wenn es um norwegische Kultur in Deutschland geht", sagt Aslaug Nygård, die Kulturbotschafterin Norwegens.

Aslaug Nygård [Quelle: Radio Bremen, Robert Hauspurg]
Aslaug Nygård, die norwegische Botschaftsrätin für Kultur [Quelle: Radio Bremen, Robert Hauspurg]

Das Gespräch zum Anhören:
"Für Norwegen ist der deutsche Markt richtig wichtig" – Norwegens Kulturbotschafterin Aslaug Nygård [33:53 Minuten]

Aslaug Nygård ist seit fast drei Jahren in Deutschland. Als Erasmus-Studentin landete sie Anfang des Jahrtausends das erste Mal in Berlin und weil ihre Schwester rund zehn Jahre dort lebte, verbindet sie eine enge Beziehung zur deutschen Hauptstadt. Deutsch lernte sie schon in der Schule, doch die Diplomatin, die schon in Guatemala, Jordanien und New York war, spricht auch spanisch und fließend englisch.

Als ich zurück nach Berlin kam vor fast drei Jahren, da musste ich ein bisschen mit meinem Deutsch arbeiten. Es ein bisschen wiederbeleben, sozusagen.

500 norwegische Konzerte pro Jahr

Aslaug Nygårds Aufgabe als Kulturbotschafterin Norwegens ist es, die Möglichkeiten norwegischer Musiker, Filmschaffender und Künstler in Deutschland zu erweitern. In diesem Jahr hat sie viel zu tun: Im Februar präsentierten sich norwegische Filmemacher beim European Film Market auf der Berlinale. Danach unterstützte Nygård Jazzmusiker und Produzenten in Bremen auf der Musikmesse Jazzahead.

Für norwegische Musiker ist der deutschsprachige Markt richtig wichtig. Wir sehen, dass viele nach Deutschland kommen und hier in Deutschland eine internationale Karriere anfangen.

Über 500 norwegische Konzerte finden jedes Jahr in Deutschland statt, weiß Nygård. Die norwegische Botschaft versucht darüber hinaus Netzwerke aufzubauen und norwegische Künstler in Deutschland zusammenzubringen. "Ein Traumberuf", sagt Aslaug Nygård über ihren Job.

Musik lernen mit dem "Kulturellen Schulranzen"

Doch wie fördert man Kultur in einem großen, relativ dünn besiedelten Land am Polarkreis? Den norwegischen Regierungen sei immer wichtig gewesen, auch in der Provinz Kulturförderung zu betreiben, um eine lebendige Kulturszene zu entwickeln, so Nygård. Oft gibt es Kulturhäuser, die Literatur, Kunst, Theater und Musik unter einem Dach vereinen. Für Kinder organisieren viele Kommunen eine "Kulturschule" und es gibt den "Kulturellen Schulranzen", ein Projekt, bei dem Schulkinder Workshops mit professionellen Künstlern absolvieren.

Ich bin auch richtig auf dem Land aufgewachsen, an einem Fjord an der Westküste Norwegens. Und ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie toll das war. Die Musiker kamen aus der Hauptstadt und haben für uns gespielt. Das war fantastisch!

"Man kennt sich in Norwegen": Die norwegische Kulturszene ist zwar klein, aber sehr international orientiert und lebt vor allem dadurch, dass sie in einem permanten Austausch ist, ist Aslaug Nygård überzeugt. Inspiration sei für ein kleines Land sehr wichtig und viele Norwegerinnen und Norweger seien auch sehr an deutscher Musik und Literatur interessiert.

Mehr von der Jazz-, Metal- und Elektromusik Norwegens, von ihrem Faible für "Die Toten Hosen" oder Rammstein aber auch von der die Schwierigkeit des Siezens in Deutschland erzählt die norwegische Diplomatin und Kulturexpertin Aslaug Nygård in der "Gesprächszeit".

Moderation: Robert Hauspurg

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 16. Oktober 2019, 18:05 Uhr

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