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Arno Strobel

Krimi-Autor

18. Juli 2019, 21:05 Uhr

Seine Bücher sind hart, aufreibend und unfassbar spannend: Arno Strobel ist einer der meistgelesenen Thriller-Autoren Deutschlands. Gerade ist sein neues Buch "Toter Schrei" erschienen, in dem es Strobel wie immer auf Tempo ab Seite Eins ankommt.

Arno Strobel [Quelle: Radio Bremen, Michael Bahlo]

Im Schnitt schreibt Arno Strobel ein Buch pro Jahr – doch in diesem Jahr werden es vier sein. Das klingt nach einem disziplinierten Arbeiter, aber es gibt Tage, sagt Strobel, da schaffe er nichts. Eine Freundin habe ihn mal als "Schwall-Schreiber" bezeichnet. Dann füllt sich sein Kopf und er wisse, was auf den nächsten 50 oder 60 Seiten passieren muss. Dann schreibt er auch mal 13 oder 14 Stunden am Tag durch, weil "alles raus muss", so Strobel.

Das ist dieser Schwall – von diszipliniertem Schreiben kann keine Rede sein.

Hohes Tempo von Anfang an

"Toter Schrei" ist der dritte Teil einer Trilogie um Kommissar Max Bischoff. Spannung gibt es dabei von der ersten Seite an. Es geht um Stalking, eine offene Rechnung, um Jäger und Gejagte. Arno Strobel führt seine Leserinnen und Leser mit hohem Tempo durch eine atemberaubende Geschichte.

Ich mag Thriller, in denen ich von Anfang an hohes Tempo habe, reingerissen, reingezogen werde und es nicht mehr schaffe, rauszukommen.

Auch erfolgreich im Team mit Ursula Poznanski

Eines seiner schreibenden Vorbilder ist Stephen King, aber Strobel liest auch viele andere Bücher seiner Kollegen aus dem In- und Ausland. Mit seiner österreichischen Kollegin Ursula Poznanski hat Strobel auch schon zusammen geschrieben. Drei Bücher sind daraus entstanden, in der er aus der männlichen, sie aus weiblicher Sicht geschrieben hat.

Wir mussten das gar nicht schleifen. Es ist ein Effekt eingetreten, mit dem wir beide vorher gar nicht gerechnet hatten: Wenn man ein Kapitel des anderen bekommen und gelesen hat, dann war man quasi im Schreibrhythmus des anderen mit drin. Man hat automatisch das Ganze so ein bisschen adaptiert und übernommen – ungewollt.

"Im beschaulichen Tawern lässt es sich gut meucheln"

Für seine Recherchen bereist Arno Strobel gerne die Städte, in denen er seine Bücher spielen lässt. Und: Jedes Mal spricht er dann vor Ort mit Polizisten, weil im föderalistischen Deutschland die polizeilichen Abläufe überall ein bisschen anders sind. Nur in seiner Nähe hat er noch nie einen Mord passieren lassen, denn den Stempel "Regionalautor" möchte er sich nur ungern verpassen lassen. Seinen Lebensmittelpunkt hat er selbst inmitten von Weinbergen – in Tawern zwischen Saar und Mosel, nahe der Grenze zu Luxemburg.

Wir sind nur 15 Kilometer von Trier weg, sind aber trotzdem eine kleine, sehr beschauliche Gemeinde. Und dort lässt's sich einfach prima schreiben. Dort kann man zwischendurch mal ganz in Ruhe durch die Natur spazieren und mit klarem Kopf wieder zurückkommen – um dann wieder lustig weiter zu meucheln und zu morden.
Cover: Im Kopf des Mörders – Toter Schrei [Quelle: Fischer Verlag]
Arno Strobel: Im Kopf des Mörders – Toter Schrei, Fischer Taschenbuch, 2019 [Quelle: Fischer Verlag]

Bevor er mit dem Schreiben erfolgreich wurde, hat Strobel Versorgungstechnik studiert und hat als IT-Berater in einer Luxemburger Bank gearbeitet. Sein erstes Buch hat er im eigenen Verlag herausgebracht, weil es zunächst nur Absagen hagelte. Auch seine ersten selbst gedruckten Bücher hat er noch eigenhändig in den Buchhandlungen feilgeboten, bis ein Vertreter des Deutschen Taschenbuchverlags darauf aufmerksam wurde. Mit Anfang 50 traf er dann die nicht ganz leichte Entscheidung, den sicheren Job in der Bank an den Nagel zu hängen, um nur noch freiberuflich schreiben zu können.

Das Gespräch zum Anhören:
"Ich mag Thriller, in die ich von Anfang an reingerissen werde" – Autor Arno Strobel [37:48 Minuten]

Moderation: Hilke Theessen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 18. Februar 2019, 21:05 Uhr

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