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Antje Diekhans

ARD-Korrespondentin, bald in Nairobi

18. April 2019, 21:05 Uhr

Immer wieder Afrika! Nach fünf Jahren Pause wird Antje Diekhans wieder als ARD-Korrespondentin nach Nairobi gehen. Dann wird sie wieder eintauchen in die Aufbruchstimmung Nairobis und aus 16 ost- und zentralafrikanischen Ländern berichten. Was ihr wichtig ist? Das Bild zu vermitteln, dass Afrika facettenreich und unterschiedlich ist.

Antje Diekhans [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden]
Antje Diekhans [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden]

Wenn man Antje Diekhans zuhause besucht, trifft man schon im Flur auf eine farbenfrohe Karte des afrikanischen Kontinents. Weiter im Wohnzimmer findet man einen kongolesischen Bass, der aussieht wie ein aus einem Baumstamm geschnitzter Körper. Im August wird sie all diese Dinge aus ihrer ersten Korrespondentenzeit in Kenia wieder in einen Container packen und ihr Zelt erneut dort aufschlagen. Dann wird Antje Diekhans wieder für die Radioprogramme der ARD aus Nairobi berichten.

Das ist kein Umzug, der sich von heute auf morgen machen lässt. Man muss schon ganz genau überlegen: "Was packen wir in den Container? Was machen wir mir unserem Haus in der Zeit?" Aber die Vorfreude ist natürlich auch da!

Kenia ist im Aufbruch

Studiert hat Diekhans mal die sogenannten"Taxifahrer"-Fächer: Germanistik, Geschichte, Spanisch und Politik. Nichts, was unbedingt direkt in einen ganz bestimmten Job führt. Weil sie aber beim Unifunk landete, konnte Diekhans Radioluft schnuppern, was die Grundlage für ihre Journalistinnen-Laufbahn legte. Beim WDR in Köln volontierte sie und von 2009 bis 2014 bekam sie erstmals die Chance, für die ARD in Kenia zu arbeiten. Noch heute ist sie fasziniert von der Schnelligkeit, mit der sich das Land verändert: Häuser sprießen aus dem Boden, Flughäfen und Straßen werden gebaut, Menschen strömen in Shopping Malls.

Da ist gerade so eine Aufbruchsstimmung. Wie lange die hält und ob das vielleicht eine Blase ist? Ich frage mich schon: Gibt es wirklich so viele neue Unternehmen, dass man so viele Bürotürme braucht und gibt es so viele Leute, dass man so viele Shopping Malls braucht? Das gucke ich mir jetzt noch einmal an.

Korruption ist allgegenwärtig

"Nairobi oder Afrika riecht man ein bisschen", sagt Diekhans: Immer und überall blüht es in der kenianischen Hauptstadt. Allerdings kennt Diekhans auch die Gerüche nach verbranntem Müll oder die Abgase der vielen Autos, die in der Innenstadt regelmäßig im Stau stehen. Nervig findet sie auch die alltägliche Korruption im Land.

Man fährt mit dem Auto, irgendein Polizist hält einen an, ihm fällt was ein, was man nicht richtig gemacht hat. Und wenn man nicht den ganzen Tag auf der Polizeiwache verbringen will mit unnützen Fragen, wird halt nach Schmiergeld gefragt. Und es ist immer wieder schwer abzuwägen, will ich wirklich was bezahlen oder nicht.

Es tut sich viel: Investition in die Kinder

Zum Berichtsgebiet des "Reisestudios" Nairobi gehören 16 Länder in Ost- und Zentralafrika. Deshalb ist Diekhans als Nairobi-Korrespondentin viel unterwegs. Sie besucht die Massai, die mit Smartphone in der Steppe leben, und aufstrebende Wirtschaftsnationen wie Uganda und Ruanda.

Es tut sich unheimlich viel. Wenn ich wieder das Beispiel Kenia nehme, wo es inzwischen eine große Mittelschicht gibt, dann finde ich, dass man merkt, dass die Afrikaner unheimlich viel in die Bildung ihrer Kinder investieren.

Vielleicht wird sie es auch noch einmal auf die Seychellen schaffen, auf denen es von vielen Umwelt- und Klimawandelthemen zu berichten gibt. Antje Diekhans wird aber auch aus Krisenländern wie dem Kongo und der Zentralafrikanischen Republik berichten, wo der Kampf um Rohstoffe tobt.

Ich möchte das Bild vermitteln, dass Afrika unterschiedlich ist. Das ist mir das Wichtigste. Dieses Schema zu durchbrechen, dass man immer sagt "Wie ist das denn so in Afrika?". Diese ganzen Facetten des Kontinents darzustellen, das ist mir sehr wichtig, ich will von diesen Klischees wegkommen.

In der Gesprächszeit erzählt Antje Diekhans von einer halsbrecherischen Busfahrt, davon, wie wichtig Small-Talk ist und dass es in Kenia immer noch darauf ankommt, ob man weiß oder schwarz ist.

Das Gespräch zum Anhören:
"Afrika ist so unterschiedlich" – ARD-Korrespondentin Antje Diekhans [38:56 Minuten]

Moderation: Hendrik Plaß

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 18. April 2019, 21:05 Uhr

Weitere Informationen:

Katharina Wilhelm, Künftige ARD-Korrespondentin in Los Angeles Natalie Amiri, ARD-Korrespondentin für den Iran Frank Sieren, Journalist in China
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