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Antje Boetius

Meeresforscherin und Leiterin des AWI in Bremerhaven

4. September 2019, 18:05 Uhr

Wenn die Polarstern am 20. September aufbricht, um sich ein Jahr lang in der Arktis einfrieren zu lassen, wird auch AWI-Direktorin Antje Boetius mitfiebern. Natürlich – denn die Meeresbiologin ist richtig "süchtig" nach Forschungsfahrten, wie sie sagt. Sie steckt ihr ganzes Herzblut in die Erforschung der Tiefsee, der Polargebiete und die Folgen des Klimawandels.

Eine Forscherin steht im ewigen Eis und schaut in die Kamera [Quelle: Alfred-Wegener-Institut, Martin Schiller]
Prof. Dr. Antje Boetius [Quelle: Alfred-Wegener-Institut, Martin Schiller]

Das Gespräch zum Anhören:
"Bei 400 Metern ist absolute Dunkelheit" – Meeresbiologin Antje Boetius [39:49 Minuten]

Als Wissenschaftliche Direktorin des "Alfred-Wegener-Instituts – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung" in Bremerhaven, kurz "AWI", ist Boetius zuständig für gut 1.200 Mitarbeiter. Die sind auf die vier Standorte Bremerhaven, Helgoland, Sylt und Potsdam verteilt und schon deshalb ist Antje Boetius viel unterwegs. Sie reist aber auch in alle Welt, zu Konferenzen und um Vorträge zu halten. Die leidenschaftliche Wissenschaftlerin ist eben überall gefragt.

In der Mitte meines Büros steht mein geliebter Tisch, den ich mir selber geschenkt habe: Gemacht aus "Meteor"-Holz, also dem alten Forschungsschiff "Meteor". Die alten Planken sind mal erneuert worden und die alten Planken sind jetzt mein Tisch.

Einsatz für die Klimawandel-Forschung

Und mit ihren Erkenntnissen über schmelzendes Meereseis und die Versauerung der Meere liefert Boetius einen wichtigen Beitrag in Fragen rund um den Klimawandel und das Ökosystem Meer. Schon als Kind war das Meer ihr Element. Kein Wunder, denn der Großvater war Kapitän und Walfänger und hat die Enkelin mit seinen Seefahrtsgeschichten zum Staunen gebracht.

Auf den Spuren von Idol Jean-Jaques Cousteau

Die gebürtige Hessin, Jahrgang 1967, verbrachte ihre Ferien fast immer am – und im – Meer. Tauchte und träumte davon, so zu werden wie Lotte Hass, die Frau, die mit den Haien schwamm. Die Filme der Meeresforscher Hans und Lotte Hass haben Antje Boetius ebenso geprägt wie Jean-Jaques Cousteaus Tiefseeexpeditionen in seinen Tauchbooten. Einige Male schon war Antje Boetius selbst in der Tiefsee unterwegs.

Man ist zuerst beeindruckt von der rauhen Oberfläche, wo es ordentlich schaukelt. Und dann dieser Farbwechsel: Oben sind die Meeresschichten ja vom Sonnenlicht durchschienen, dann hat man alle möglichen Blaufarben, oder wenn das Wasser trübe ist, grün, braun oder grau. Und wenn man dann bei 400 Meter angekommen ist, ist man in der absoluten Dunkelheit.
Antje Boetius im Studio [Quelle: Radio Bremen, Katrin Krämer]
Antje Boetius [Quelle: Radio Bremen, Katrin Krämer]

In der Gesprächszeit schildert Beotius, wie sie diese Tauchfahrten mit dem Selbstleuchten der Kraken, Fische und Mikroben erlebt hat, und sie erzählt, warum sie auf dem Forschungsschiff gerne auch mal Abendkleid und hohe Schuhe trägt.

Moderation: Katrin Krämer

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. September 2019, 18:05 Uhr

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